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Rezension: Kurzgeschichten aus Nuun

 

Rezension

Benjamin Spang: Kurzgeschichten aus Nuun.

5 von 5 Sternen

ca. 84 Seiten; 1,99€

 

Eigentlich schreibe ich keine Rezensionen über die Bücher von Kollegen, doch bei diesem Kurzgeschichtenband von Benjamin Spang mache ich im Rahmen meiner Blogreihe »Faszination Dampfkraft« eine Ausnahme.

Spang hat mit seinem Doppelmond-Universum eine faszinierende Steampunk-Fantasywelt geschaffen, in der des Nachts zwei Monde am Himmel stehen und sich Menschen, Vampire und Werwölfe bekriegen.

In vier Kurzgeschichten unterschiedlicher Länge folgen wir Helena, einer menschlichen Krankenschwester, Lisunki, der Werwölfin und Eliska, einem Vampirmädchen auf ihren Wegen. Das ist auch der eigentliche Clou der Storyzusammenstellung: Die Perspektive eines jeden Volkes wird geschildert. Das ist wahnsinnig spannend, denn dem Leser wird die Gut-Böse-Zuordnung verweigert und er fiebert mit jedem der drei Völker mit, denn sie alle sind auf ihre eigene Art und Weise sympathisch. Besonders gelungen empfinde ich auch die unterschiedliche Charakterisierung der einzelnen Völker: die technisch-versierten Menschen, die naturverbundenen Werwölfe und die gut-organisierten Vampire – jede Rasse hat ihre Eigenarten.

Die Geschichten selbst sind flott und spannend geschrieben, Langeweile kommt nicht auf. Ich würde sie nicht als übermäßig brutal bezeichnen, sanfte Gemüter sollten es sich jedoch zweimal überlegen, ob sie diverse Kampfszenen mit spritzendem Blut ertragen können. Ich empfand die dargestellte Art von Gewalt als durchaus passend für die Szenerie und die Art und Weise wie die Welt und ihre Völker angelegt sind.

Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass von dieser sehr interessanten Weltenmischung aus Action, Steampunk und Fantasy ein wenig mehr gezeigt wird: mehr Beschreibungen, sowohl von der Umgebung, als auch von den Bewohnern. Es sind wahnsinnig gute Ansätze vorhanden, von denen der Leser eigentlich nur eines will: mehr erfahren. Von daher ist dieser kleine Kritikpunkt kein Grund für einen Sternabzug, denn es ist absolut positiv zu bewerten, wenn ein Autor es schafft, dass der Leser mehr von seiner Welt erfahren möchte.

Kurzgeschichten sind auch nicht unbedingt der beste Ort für lange Beschreibungen. Von daher freue ich mich schon sehr auf den Roman aus dem Doppelmond-Universum. Klare Leseempfehlung für alle, die keine glitzernden Vampire und handzahmen Werwölfe wollen!

 
 

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