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Muss ein Autor liefern?

Muss ein Autor liefern?

VON DER VERPFLICHTUNG GEGENÜBER LESERN

Wer kennt das nicht? Sehnsüchtig wird auf den nächsten Band einer Reihe oder auf das nächste Buch aus der Feder des Lieblingsautors gewartet – meistens kann es gar nicht schnell genug gehen. Da kann man schon mal ungehalten werden, wenn der Autor andere Dinge vorzieht oder – Himmel hilf! – für eine Weile gar nicht schreibt. Nicht wahr?

Zwei Dinge haben mich dazu bewogen, mir Gedanken darüber zu machen, ob wir Autoren eine Verpflichtung gegenüber unseren Lesern haben, ob wir angefangene Buchreihen gezwungenermaßen abschließen oder spätestens alle ein bis zwei Jahre ein neues Buch „raushauen“ müssen: einmal der vor ein paar Tagen erschienene und äußerst lesenswerte Artikel Warum Kreativität Zeit braucht und was Leser und Autoren daraus lernen können von Sonea von Delvon im Schreibmeer, zum anderen der neue Roman von Walter Moes: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr.

Wer diesen Blog schon länger liest, weiß, dass ich leidenschaftlicher Moers-Leser bin. Als ich gestern in der Buchhandlung über den neuen Roman stolperte (eigentlich sollte er erst am 28.8. erscheinen), habe ich ihn gleich mitgenommen und wie einen kostbaren Schatz nach Hause getragen. Natürlich habe ich in den letzten Wochen und Monaten Moers‘ Updates auf seiner Facebookseite verfolgt und mich über die neue Veröffentlichung gefreut, die Veröffentlichung des letzten Zamonien-Romans liegt immerhin schon sechs Jahre zurück. Umso trauriger haben mich einige Kommentare von Lesern gestimmt. Anstatt sich über das neue Buch zu freuen, wird der Autor mit Fragen bombardiert, wann denn nun ENDLICH der dritte Teil der Träumenden Bücher erscheint. Ein Blick auf die Zamonien-Homepage hätte ergeben, dass der Abschluss der Trilogie auf unbestimmte Zeit verschoben ist, Amazon gibt als Lieferdatum Oktober 2024 an.

Ich kann verstehen, dass man als Fan enttäuscht ist, wenn ein Buch angekündigt und dann (mehrfach) verschoben wird. Ja, das ist ärgerlich. Ich möchte Das Schloss der träumenden Bücher auch gerne lesen – natürlich. (Wobei ich auch ganz ehrlich sage, dass ich keine Fortsetzung des ersten Romans gebraucht hätte. Für mich war er so einfach perfekt.) Was ich jedoch nicht verstehen kann, ist, dass man seinem angeblichen Lieblingsautor gegenüber fordernd oder gar ausfällig wird und schreibt, er würde seine treuen Leser abzocken (v. a. in Bezug auf Das Labyrinth der träumenden Bücher. Dieser zweite Teil war – nun ja – als Story nicht wirklich gelungen, auch wenn ich ihn allein aufgrund des tollen Schreibstils gerne gelesen habe). Herrje. Moers hat mehrere geniale Bücher geschrieben und dann regt man sich auf, weil eines dabei ist, das eben nicht so gelungen ist, „droht an“ nie wieder eines seiner Bücher zu lesen oder fragt unter jedem Post, wann denn endlich DAS Buch kommt, auf das man schon so lange wartet?

Diese Erwartungshaltung, die sich da abzeichnet, gefällt mir nicht. Ich kenne eben nicht nur die Leser-, sondern auch die Autorenseite. Klar ist es blöd, wenn ein langersehntes Buch nicht oder erst sehr viel später erscheint. Klar ist aber auch: Kreative Arbeit braucht Zeit. Manchmal hält man eine Geschichte für eine gute Idee, plant und schreibt über mehrere Monate (oder gar Jahre), nur um festzustellen, dass es einem irgendwann keine Freude mehr macht, diese Geschichte zu erzählen. Weil die Idee vielleicht doch nicht so toll war. Oder weil man sich selbst in dieser Zeit so stark weiterentwickelt hat, dass es einfach nicht mehr passt. Natürlich ist das schade, für den Autor vielleicht noch mehr als für den Leser, denn er hat viel Zeit mit der Arbeit an dieser Idee verbracht. Zeit, die ihm wahrscheinlich zunächst einmal verschwendet vorkommt. (Natürlich ist sie das nicht, denn bloß weil ein Manuskript nicht veröffentlicht wird, heißt das ja nicht, dass man in dieser Zeit nichts gelernt/sich nicht weiterentwickelt hätte – aber das ist ein anderes Thema.)

Gerade wenn man an mehreren Projekten gleichzeitig arbeitet, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich eines in den Vordergrund drängt und andere hintenanstehen müssen. Auch ein Vollzeitautor hat nur ein begrenztes Zeitkontingent zur Verfügung. Kein Autor ist eine Maschine, die Tag und Nacht durcharbeitet, um den Leser zufriedenzustellen.

So geht es ja nicht nur Moers. Zahlreiche Autoren scheinen sich regelmäßig vor ihren Lesern dafür rechtfertigen zu müssen, dass sie gerade eben NICHT am Manuskript sitzen, sondern etwas anderes machen. Ein weiteres berühmtes Beispiel dürfte George R. R. Martin sein, der mit seinem Lied von Eis und Feuer eine riesige Leserschaft und Fangemeinde hat, die ebenfalls nun schon lange auf einen weiteren der Reihe warten müssen. Selbst die britische Tageszeitung The Guardian titelt: „Let’s just say it: George RR Martin needs to get on with The Winds of Winter“, die Unterzeile lautet „The Game of Thrones author is working on four HBO spin-offs. All very well, but don’t loyal readers deserve to see how the original story ends?“ Der Artikel wird im Verlauf zum Glück ein wenig versöhnlicher. Sicherlich ist es den Lesern gegönnt zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht, aber verdienen sie es? Verdienen, wirklich? Womit wird dieser Anspruch gerechtfertigt? Weil sie die anderen Bücher gelesen haben? Wie kann sich aus einer Aktivität, die man selbst wählt und die man genießt, eine solche Anspruchshaltung einer anderen Person gegenüber entwickeln?

Als Neil Gaiman von einem Leser gefragt wurde, ob Martin nicht eine Verantwortung seinen Lesern gegenüber hätte, antwortete er: „George R. R. Martin is not your bitch“ – was ich sehr erfrischend fand. Er macht in seinem Blogbeitrag deutlich, dass es keinen Vertrag zwischen Autor und Leser gebe, dass ein Leser (nur weil er zehn oder zwanzig Euro in ein Buch investiere) keine Ansprüche auf eine Fortsetzung oder auch nur ein weiteres Buch dieses Autors stellen könne, und nennt eine „simple and unanswerable truth: George R. R. Martin is not working for you“.

Zuallererst arbeitet ein Autor für sich selbst. Natürlich sind die Leser wichtig, doch in erster Linie verbringt man sehr, sehr, sehr viel Zeit allein am Schreibtisch. Sich dann (womöglich neben dem Brotjob und in seiner Freizeit) mit etwas zu beschäftigen, was man selbst gar nicht machen möchte – das kann es nicht sein. Das mag nun nicht sehr wirtschaftlich klingen, denn die meisten Autoren möchten – natürlich – für ihre Arbeit entlohnt werden. Aber wie Gaiman schon sagt: Man wird für die geleistete Arbeit entlohnt und nicht für die noch zu leistende.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich meine nicht die Leser, die ab und an mal freundlich nachfragen, wie die Arbeit am nächsten Roman läuft und wann mit Erscheinen gerechnet werden kann. Das sind wirklich schöne Momente, in denen man seine Arbeit wertgeschätzt sieht, weil jemand das vorige Buch mochte und nun gerne ein weiteres lesen möchte. Es sind eher diejenigen Leser, die – wie Sonea in ihrem Artikel fürs Schreibmeer erläutert – belehrende und (mit Verlaub) unverschämte Kommentare schreiben wie: „Wie, du zockst an der Konsole? In der Zeit hättest du besser schreiben können.“ – „Ja, hätte ich. Habe ich aber nicht, weil … tut mir leid, aber das geht dich einfach nichts an. Du bestimmst nicht darüber, wie ich meine Zeit verbringe.“

Denn solche Kommentare verursachen v. a. eins: ein schlechtes Gewissen. In seinem (sehr empfehlenswerten!) Buch „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ bezeichnet Frank Berzbach das schlechte Gewissen als „Aggressionen, die wir gegen uns selbst richten“. Als jemand, der kreativ arbeitet, hat man oft sowieso schon ein schlechtes Gewissen. Wieder zu wenig geschafft, wieder nicht das Wortziel erreicht, das man sich vorgenommen hatte, wieder zu viel Zeit im Internet verplempert … Wenn dann noch Druck von außen aufgebaut wird, auf eine Tätigkeit, die eigentlich Freude bringen soll, dann ist das nicht nur hinderlich, sondern kann dazu führen, dass man vollends die Lust daran verliert, eine Blockade entwickelt – was für beide Seiten, Leser wie Autor, höchst frustrierend wäre.

Natürlich dürfen wir als Leser einer Veröffentlichung entgegenfiebern, aber wir sollten auch akzeptieren, dass manche Dinge einfach viel Zeit brauchen. Das ist kein Prozess, der irgendwie beschleunigt werden kann. Die Arbeit an einem Buch dauert eben so lange, wie sie dauert.

Wie seht ihr das – als Autor und auch als Leser? Auf welches Buch wartet ihr schon lange – oder auf welches habt ihr lange gewartet?

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Beitragsbild:

Brad Neathery

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Verfasst von - August 25, 2017 in Autorenleben

 

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Sketchnotes für Autoren

Sketchnotes für Autoren

Ich hatte vor ein paar Tagen ein Bild auf Twitter gepostet, auf dem ich mit Sketchnotes plotte. Auf den Beitrag folgten mehrere Reaktionen mit Nachfragen, wie sowas überhaupt geht, so dass ich versprochen habe, einen Artikel zu dem Thema zu schreiben. So, here we go:

Was sind eigentlich Sketchnotes?

Die Bezeichnung ›Sketchnotes‹ stammt von Mike Rohe und setzt sich aus den Wörtern Sketch (zu Deutsch: Skizze) und Note (Notiz) zusammen. Skizzierte bzw. visuelle Notizen also. (Mehr dazu in meiner Rezension zu Mike Rohdes ›Sketchnote Handbuch‹.) Diese können für jeden erdenklichen Zweck genutzt werden: Einkaufszettel, Vortragsnotizen, Brainstorming, Recherchezusammenfassung und eben auch fürs Plotten – ganz unabhängig davon, welche Plotmethode ihr nutzt. Ihr könnt die Drei-Akt-Struktur, das Sieben- oder Acht-Punkte-System oder auch die Heldenreise grafisch darstellen und habt den Vorteil, dass ihr euren Plot auf einen Blick einsehen könnt und euch nicht durch seitenlange Notizen wühlen müsst.

Von der Prämisse bis hin zur Entwicklung der Figuren innerhalb der Handlung, sämtliche Subplots und Themen, wichtige Orte oder Gegenstände – eurer Fantasie und eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Ihr müsst dafür auch nicht zeichnen können! Niemand verlangt von euch ein Kunstwerk, das der Öffentlichkeit präsentiert werden soll – ganz im Gegenteil. Hauptsache, ihr erkennt das Symbol, das ihr gewählt habt, und wofür es steht.

Material

Welches Papier und welche Stifte ihr bevorzugt, hängt natürlich ebenfalls ganz persönlich von euch ab. Ich nutze einen A4-Zeichenblock aus dem Künstlerbedarf mit dickem Papier. Bei kleineren Formaten habe ich Schwierigkeiten, möglichst alles auf eine Seite zu bekommen. Bei den Stiften schwöre ich auf die PITT Artist Pens von Faber-Castell B. Meistens nutze ich drei Farben: einen schwarzen Stift in F zum Schreiben und Konturenzeichnen, einen pink-roten in B für Hervorhebungen und einen grauen, ebenfalls in Stärke B, für Schattierungen.

Wer Wert darauf legt, seine Sketchnotes nicht nur analog, sondern auch digital zu sichern, kann auf mehrere Wege zurückgreifen: Natürlich kann man sie ganz simpel abfotografieren, so wie ich es für diesen Artikel gemacht habe. Es gibt auch Scanner-Apps, z.B. CamScanner (mit dieser ist auch das PDF weiter unten erstellt), die ganz ordentliche Qualität liefern. Vor einiger Zeit hat Leuchtturm1917 mit der ›Whiteline Link‹-Reihe ein Notizbuch extra zur Digitalisierung handschriftlicher Notizen herausgebracht. Ich selber habe damit noch keine Erfahrung gemacht, habe aber bislang ausschließlich Gutes darüber gehört. Probiere einfach aus, welches Material dir am meisten zusagt. Doch nicht nur beim Material auch in der Ausführung hat jeder seinen eigenen Vorlieben und seinen eigenen Stil.

Kombination aus Text und Bild

Recherche • Modern New York_1

Bild 2 – Modern New York

Ich gebe es zu: Meine Sketchnotes sind SEHR textlastig, ich nutze nur wenige grafische Elemente, meistens eher Rahmen und Pfeile. Das mag zum einen eine Autorenkrankheit sein, nicht wirklich auf Text verzichten zu wollen, zum anderen ist es aber so, dass diese Art und Weise für mich am besten funktioniert. Das ist ja gerade das Schöne an Sketchnotes: Regeln, an die man sich halten muss, gibt es nicht. Manche fertigen großartige Sketchnotes-Kunstwerke an, die fast ausschließlich aus Zeichnungen bestehen, andere setzen eher auf wenige grafische Hervorhebungen. Beides und jede erdenkliche Mischform daraus ist völlig okay. Gut ist das, was für dich funktioniert. Niemand anders muss es toll finden, niemand anders muss es überhaupt je zu sehen bekommen.

Meine Rechercheergebnisse – zumindest die für die Story relevanten – stelle ich mit Sketchnotes dar. Ich habe mich an einer überwiegend Darstellungsweise probiert (–> siehe Bild 2 ›Modern New York‹), muss aber sagen, dass ich anhand dieser Skizzen nicht das Wissen reproduzieren kann, dass ich kurz nach der Aufzeichnung im Kopf hatte. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, mehr Text zu integrieren (–> siehe Bild 3 ›Wendigo‹) und Informationen so knapp und gebündelt wie möglich dort zu notieren.

Recherche • Wendigo_1

Bild 3 – Wendigo

Plotten mit Sketchnotes

Durch die grafische Darstellungen könnt ihr Verbindungen, Folgerungen, Konsequenzen der Handlungen von Figuren, Spannungsbogen, Entwicklungen und Figurenkonstellationen sehr viel schneller aufzeichnen und immer wieder abrufen als wenn ihr das alles in einem Fließtext notiert. Das ist v. a. dann hilfreich, wenn ihr längere Zeit nicht am Text schreiben könntet und euch schnell wieder einarbeiten wollt. Ich mache meistens eine Seite als Überblick über die wichtigsten Themen, Figuren und (Sub-)Plots des Romans (–> siehe Bild 4/PDF). Weiterhin folgt eine Seite mit den Konstellationen, Verbindungen und Zielen der einzelnen Figuren und diverse Seiten mit Recherche. In meine Sketchnotes packe ich nur Dinge, die (während der Planungsphase) feststehen. Ideen sammle ich andernorts, entweder im Notizbuch zum aktuellen Projekt oder auch mithilde von Mindmaps oder Bainstorming. Ich möchte, dass meine Sketchnotes eine Art roter Faden oder Wegweiser durch die Geschichte sind, auf den ich immer wieder zurückkommen kann, wenn ich mich beim Schreiben verirrt habe. Eine Ideensammlung mithilfe von Sketchnotes ist aber natürlich ebenfalls möglich.

Ich würde euch wahnsinnig gerne meine Sketchnotes zum 2. Teil der Floodlands-Reihe zeigen, allerdings sind diese ein einziger Spoiler, weil ich den Plot dort wirklich aufs Minimum runterbreche und Mörder, Motiv und Symbolik eindeutig benenne. Dementsprechend habe ich eine Rohplot-Sketchnote angefertigt (–> siehe Bild 4), die ihr hier als PDF herunterladen könnt. Vielleicht ist sie dem ein oder anderen hilfreich. Als Beispiel-Plotsystem habe ich das Acht-Punkte-System aus Cathy Yardleys Buch ›Rock your Plot‹ (–> Rezension) genommen, da ich es am häufigsten nutze. Jedes andere ist natürlich ebenso gut möglich.

Plotten mit Sketchnotes_1

Bild 4 – Plotten mit Sketchnotes

Das Schöne an Sketchnotes ist für mich die Verbindung von Informationen mit grafischen Elementen. Ich bin ein sehr visueller Mensch und allein die Überlegungen, die ich anstellen musste, wie ich den Plot auf einem DinA4-Papier mithilfe grafischer Mittel darstelle, hat Verknüpfungen hergestellt, auf die ich nie gekommen wäre, wenn ich nur mit Notizen gearbeitet hätte. Innerhalb von nur zwei Stunden sind zahlreiche Puzzleteile, an denen mir ich zuvor wochenlang die Zähne ausgebissen habe, an ihren Platz gefallen. Floodlands 2 hat nun eine Prämisse, die Symbolik hat wesentlich an Tiefe gewonnen. Ich kann euch nur empfehlen: Probiert das Arbeiten mit Sketchnotes aus! Es lohnt sich.

Wie ist das bei euch? Nutzt ihr Sketchnotes auch für eure Arbeit als Autor? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Weiterführende Links zu Sketchnotes:

Beitragsbild:
Jan Kahánek

 
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Verfasst von - August 15, 2017 in Plot

 

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Let’s get 2017 started!

Hallo ihr Lieben,

der letzte Beitrag ist nun schon wieder über zwei Monate her und das neue Jahr auch bereits eine Woche alt.Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit und seid gut nach 2017 gerutscht.

Für einen Jahresrückblick und Neujahrvorsätze ist es fast schon ein wenig spät, dennoch möchte ich ein den ersten Blogpost in diesem Jahr nicht ohne ein paar Worte dazu beginnen.

Rückblick

brooklyn-bridge2016 war ein ereignisreiches Jahr. Es hatte für mich leider denkbar schlecht mit dem plötzlichen Tod eines geliebten Menschen begonnen, was mich erst einmal ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Nachdem ich mich wieder gefangen hatte, habe ich mich in die Arbeit gestürzt und konnte Ende Juli meinen Erstling Ersticktes Matt nach fünf arbeitsreichen Jahren veröffentlichen. Der Titel war am Veröffentlichungstag auf Platz 5 der deutschen Twittertrends und ein Amazon-Bestseller in der Kategorie Steampunk. Mittlerweile hat das Buch 30 sehr gute Rezensionen. Allen meinen Followern möchte ich an dieser Stelle noch einmal danken! Ihr habt meine erste Veröffentlichung zu einer wahren Party und damit für mich unvergesslich gemacht! DANKE!

Viel gereist bin ich auch, war in Andalusien, Irland und in New York und durfte von diesen Reisen reichlich Inspiration mitbringen. Ein weiteres Highlight war natürlich die Frankfurter Buchmesse im Oktober, auf der ich viele wunderbare Menschen wieder oder zum ersten Mal treffen durfte.

nanowrimo_2016_webbadge_winnerIm November habe ich wie üblich am NaNoWriMo teilgenommen und die 50.000 Wörter auch dieses Jahr knapp geschafft. Mein Roman „Krähenherz“, ein Prequel zu „Ersticktes Matt“ aus der Perspektive von Detective Madeline Vezér, wird 2017 erscheinen. Es macht viel Spaß diese Story zu schreiben. Vor allem die erste Begegnung zwischen Madeline und Lafayette war höchst amüsant. Ich hoffe, dass ihr beim Lesen genauso viel Freude haben werdet, wie ich beim Schreiben. Wenn ihr Lust habt, euch einen ersten Eindruck von der Story zu verschaffen, dann seid ihr herzlich eingeladen, euch meine Inspirationspinnwand auf Pinterest anzuschauen. Der erste Satz von „Krähenherz“ lautet übrigens:

Der Leichnam trieb bäuchlings im Wasser.

Und was bringt 2017?

Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, mein Leben neu zu organisieren. Ich muss definitiv lernen, mehr für mich zu tun und mich zu entspannen. Ich habe mich endlich wieder im Fitnessstudio angemeldet (Ich schreibe den Beitrag gerade übrigens mit dem einzigen Körperteil, die nicht schmerzen: meinen Fingern) und bin hochmotiviert den Sport und Entspannung fest in meinen Alltag zu integrieren und generell achtsamer zu leben. Dafür habe ich mir extra einen besonderen Kalender bestellt, den Ein guter Plan. Ich bin gespannt, wie es mir gelingt, meine Ziele für dieses Jahr umzusetzen.

Ein letzter Vorsatz noch: Ich möchte wieder mehr lesen. Beruflich mache ich das zwar jeden Tag über mehrere Stunden, aber privat und zu Unterhaltungszwecken bin ich im letzten Jahr kaum dazu gekommen, habe gerademal 17 Bücher gelesen, was für meine Verhältnisse wirklich wenig ist (mein sonstiger Jahresdurchschnitt lag bei 60).

Auch wenn sich das jetzt irgendwie viel anhört, lässt es sich eigentlich auf einen einzigen Vorsatz runterbrechen: Mehr von dem machen, was mir Spaß macht und mir guttut. Das ist es letzten Endes.

Ich freue mich auf ein weiteres Jahr mit euch!
Alles Liebe
eure Nina

 
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Verfasst von - Januar 7, 2017 in Persönliches

 

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Rezensionen & Fanart

PalomaPixelHallo ihr Lieben,

ja, ihr habt richtig gelesen: Fanart! Unglaublich, aber wahr: Die liebe PalomaPixel hat Remy Lafayette gezeichnet – ich bin total stolz und glücklich und baff. Damit hätte ich nicht gerechnet, dass jemand mal Lust hat, eine meiner Figuren zu skizzieren. Er sieht klasse aus, nicht wahr?
Außerdem hat sie mir auch eine ganz tolle Rezension geschrieben, die sie auf ihrem Blog, bei Lovelybooks und in Auszügen auch bei Amazon veröffentlicht hat. Überhaupt: Sie schreibt wahnsinnig ausfühliche Rezensionen und geht auf jede Geschichte ganz wunderbar ein – Folgen lohnt sich!

Außerdem darf ich mich bisher über sieben Fünf-Sterne-Rezensionen auf Amazon freuen, zwei davon finden sich auch auf Lovelybooks, eine sehr ausfühliche in englischer Sprache gibt’s bei Goodreads. Danke an alle, die sich die Mühe machen, eine Rückmeldung zu geben!  ❤ Das bestärkt mich darin, fleißig  an Teil 2 zu arbeiten. Arbeitstitel ist übrigens „Alte Seelen“. 🙂

Macht euch einen schönen Montag!

 
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Verfasst von - August 15, 2016 in Ersticktes Matt, Schreiben

 

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Der Veröffentlichungstermin für „Ersticktes Matt“ steht fest!

Der Veröffentlichungstermin für „Ersticktes Matt“ steht fest!

Hallo meine Lieben,

wie euch die Überschrift schon verrät, gibt es nun einen Veröffentlichungstermin für Ersticktes Matt. Für mich ist das alles wahnsinnig aufregend, euch nun endlich die Arbeit der letzten 5 Jahre präsentieren zu können.

Am 27. Juli 2016 wird das eBook zu einem Preis von 3,99€ bei Amazon erhältlich sein, das Taschenbuch folgt dann einige Tage später.

„Was? Ersticktes Matt? Nie gehört!“

Dann wird es schleunigst Zeit, das zu ändern! 🙂 Worum geht’s? Hier der Klappentext:

Ein Viertel ohne Hoffnung.
Ein Mörder ohne Skrupel.

New York, 1893. In den Floodlands, einem Elendsviertel mitten im East River, verfolgt die Polizei ein Gespenst. An jedem Tatort eine weibliche Leiche, eine Schachfigur in der Hand. Das Spiel eines Wahnsinnigen?

Für Remy Lafayette, Gesichtsanalytiker und Berater beim New York Floodlands Police Department, wird die Jagd zu einer Reise in die eigene Vergangenheit, als seine ehemalige Verlobte in den Sog der Ereignisse gerät.

Ein Steampunk-Krimi aus den Floodlands.

Eine Leseprobe aus dem 1. Kapitel findet ihr hier.

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche!

 

 

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5 Gründe, warum ich keine Preisaktionen mache

Preisaktionen für Bücher sind mittlerweile vor allem bei Self-Publishern ein beliebtes Marketing-Mittel. Neuerscheinungen werden zum Einführungspreis angeboten, zwischendrin mal eine Aktion zum Muttertag, in den Sommerferien, zu Weihnachten. Wenn die Autoren sich an die Buchpreisbindung halten, kann es ein legitimes und mehr oder weniger wirksames Marketingtool sein, um Bücher zu pushen, bekannt zu machen und an neue Leser zu kommen.

Warum mache ich trotzdem keine Preisaktionen?

  1. Ich verstehe den Preis als ein Versprechen an den Leser. Er kann davon ausgehen, dass die Geschichte nicht nächste Woche um 50% reduziert oder gar gratis angeboten wird. Der angezeigte Preis gilt.
  2. Ich habe einmal eine meiner Kurzgeschichten auf amazon für ein paar Tage gratis angeboten. Sie wurde über 500 mal heruntergeladen und ich habe dafür zwei Rezensionen erhalten. Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der „Käufer“ die Geschichte geladen, aber nicht gelesen hat. Genauso sieht es mMn. mit den 0,99€-Angeboten aus. Es wird oftmals lediglich gehortet, aber nicht gelesen. Nach dem Motto: Was nichts/wenig kostet, ist auch nichts wert.
  3. Ich möchte diese Schnäppchenjäger umgehen und Nachrichten wie „Wann bietest du dein Buch denn mal wieder günstiger an?“, von denen mir von anderen Autoren berichtet wurde. Letztendlich habe ich das Gefühl – aber das ist nur meine Einschätzung der Situation, das können andere ganz anders sehen – dass diese Preisaktionen langfristig eher schaden als nutzen. Weil sie Arbeit unter Wert verkaufen. Weil sie Erwartungen wecken, dass es immer wieder solche Aktionen geben muss. Weil sie Dumping-Preise und Geiz-ist-geil-Mentalität unterstützen. (Wie gesagt, das ist keine allgemeingültige Feststellung, nur meine Meinung. Es liegt mir fern, irgendwem seine Preisgestaltung vorschreiben.)
  4. Ich kalkuliere den Preis so, dass er für jeden, der Lust hat, das Buch zu lesen, erschwinglich ist. Kurzgeschichten biete ich für 0,99€ an, „Ersticktes Matt“ wird ca. 400 Seiten haben und als eBook 3,99€ kosten. Das ist teilweilse weniger als eine Tasse Kaffee.
  5. Ich weiß, ein Produkt ist nur so viel wert, wie die Kunden bereit sind, dafür auszugeben. Auch wenn ich durch fehlende Preisaktionen vielleicht auf den ein oder anderen Leser verzichten muss, ist es mir das wert. Meine Zielgruppe ist mit dem Genremix Steampunk-Krimi relativ klein und ich hätte das Gefühl, den Roman, an dem ich fünf Jahre gearbeitet habe, gleich zu Beginn zu verramschen. Dafür ist er mir zu schade, ich hätte kein gutes Gefühl damit.

Bitte versteht mich nicht falsch: Ich will hier keine Grundsatzdiskussion über Sinn oder Unsinn von Preis- und Gratisaktionen starten und garantiert niemandem ausreden, eine solche Aktion zu machen. Es gibt Genres, da bietet es sich geradezu an und ich bestreite auch nicht, dass es durchaus ein sinnvolles Mittel darstellt, neue Leser zu erreichen oder die Verkaufszahlen und somit die Sichtbarkeit zu pushen. Ich habe bloß für mich entschieden, dass ich einen Preis festsetzen und dabei bleiben möchte.

Danke für’s Lesen! 🙂 Habt einen sonnigen Tag!

EDIT 25.10.2016, 15:30 Uhr:

Auch ich bin nur ein Mensch und lerne immer noch dazu. Wer sich darüber wundert, dass „Ersticktes Matt“ aktuell und noch bis zum 3.11.2016 für 1,99€ angeboten wird, tut das zurecht. Ich war im obigen Artikel lediglich von selbstinitiierten Preisaktionen ausgegangen und hatte nicht bedacht, dass Amazon Kindle Deals anbietet, bei denen das E-Book zu einem um 50% reduzierten Preis angeboten wird. Die Hintergründe, warum ich den Deal nicht abgelehnt habe, findet ihr hier.

Für mich gilt jedoch nach wie vor, dass ich keine selbstinitiierten Preisaktionen machen werde.

 
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Verfasst von - Juli 16, 2016 in Veröffentlichen

 

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Leseprobe zu „Ersticktes Matt“

Hallo zusammen,

heute darf ich euch endlich die Leseprobe zu Ersticktes Matt präsentieren. Los geht’s!

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Floodlands, New York, 6. Februar 1893

Die Frau sah aus wie eine Wachsfigur. Sie war tot, das erkannte Lafayette auf den ersten Blick. Dieser Blödsinn von friedlichen Toten, die wirkten, als würden sie schlafen, um im nächsten Moment die Augen aufzureißen, war von den Schauer- und Kriminalromanen verbreitet worden, die die Leute gerne heimlich unter der Bettdecke lasen. Nichts jedoch konnte über die wächserne Haut einer realen Leiche hinwegtäuschen, über die unnatürliche Blässe und den grauen Schleier des Todes, der sich über sie legte. Die tote Hülle hatte nichts mehr mit der Person gemein, die sie einmal gewesen war und niemand hätte ihre Gesichtszüge für die eines lebenden Menschen halten können.

Lafayette streckte eine Hand nach ihr aus, zog sie jedoch schnell wieder zurück.

Reiß dich zusammen, Remy. Du bist doch kein blutiger Anfänger.

Es war eine Weile her, seit er das letzte Mal das Gesicht einer Leiche untersucht hatte. Seit über sieben Monaten arbeitete er ausschließlich mit lebenden Menschen und die Arbeit an den Toten hatte ihm – wenn er ehrlich war – nicht wirklich gefehlt.

weiterlesen …

 

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