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Schlagwort-Archive: Notizen

Notizbuchliebe

Hallo ihr Lieben,

ich hoffe, ihr habt die ersten Tage des Jahres genießen können und verbringt eure Freizeit vor allem mit Dingen, die euch Freude bereiten. Ich beschäftige mich seit einigen Wochen intensiv mit dem Thema Notizen und dachte, ich gebe euch heute mal einen kleinen Einblick in meine neue alte Leidenschaft: Notizbücher. Ich schreibe, skizziere und notiere schon seit vielen Jahren und habe immer ein Notizbuch in meiner Handtasche. Es gibt so viele hübsche Bücher, so viel schönes Papier – und mein Problem war häufig, dass ich Notizbücher anfing, dann zum nächsten wechselte und zum übernächsten, weil Projekte sich doch nicht in die gewünschte Richtung entwickelten… So habe ich zig Notizbücher zu Hause, die nicht mal bis zur Hälfte gefüllt sind.

Wofür Notizbücher?

Notizbücher sind Allroundtalente. Nicht umsonst heißt es, Papier sei geduldig. Ob Tagebuch, Skizzen, schnell hingekritzelte (eMail-)Adressen, Buchtitel, Öffnungszeiten – nichts geht mehr verloren. Nie ist der Akku leer (höchstens die Tintenpatrone) und Informationen lassen sich schnell und gezielt aufspüren.

Da ich – wie die meisten Menschen – viel digital arbeite, ist es eine angenehme Abwechslung zwischenzeitlich zu Stift und Papier zu wechseln. Der Kreativität und freien Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt – ohne jegliche Einschränkungen eines Textverarbeitungs- oder Bildbearbeitungsprogramm. Für eine Mindmap muss keine extra App installiert werden und das Umblättern der Seiten, das Rascheln, das Gefühl von Papier und dem Schreiben per Hand kann durchaus ein sinnliches Erlebnis werden.

Dennoch war ich lange mit meiner Art der Notizbuchführung unzufrieden. Vor einigen Monaten habe ich mit dem Traveler’s Notebook endlich die perfekte Lösung für mich gefunden.

Was ist ein Traveler’s Notebook?

Das Prinzip ist so simpel wie genial. Beim Traveler’s Notebook handelt es sich um ein schlichtes Ledercover, in dem die gewünschten Hefte mit einem Elastikband befestigt werden. Verschlossen wird es ebenfalls mit einem Gummi (wobei es da mittlerweile  verschiedene Varianten gibt, z.B. mit Lasche, Druckknöpfen o. ä.) Dieses Prinzip macht das TN sehr flexibel, da man selbst entscheiden kann, wie viele Hefte man braucht und einfügen will.

Midori vs. Fauxdori

Das originale Midori Traveler’s Notebook stammt ursprünglich aus Japan und wird in Thailand gefertigt. Es wird in zwei Größen (Regular: ca. 22 x 13cm, Passport: ca. 15 x 11 cm) und zwei Farben (schwarz, dunkelbraun) angeboten. Daneben gibt es zahlreiche andere Hersteller, die die Ledercover nach Midori-Vorbild ebenfalls herstellen. Diese werden Fauxdoris oder nur Doris (mit langem i) genannt und werden zumeist nach eigenen Vorstellungen gefertigt: Ledertyp, Farbe, Größe, ein oder mehrere Elastikbänder, Verschlussart, Trifold, Trifold plus, Quadfold, mit oder ohne Stiftschlaufe … Die Möglichkeiten sind schier endlos.

Mein Favorit: Die Pedoris

Zuerst wollte ich mir auch ein Midori Traveler’s Notebook bestellen, doch dann bin ich auf Pedori Vienna aufmerksam geworden. Diese Variante wird von der großartigen Petra Matzinger mit viel Leidenschaft für das Produkt und Liebe zum Detail gefertigt. Das Schöne und auch Besondere daran ist, dass ich genau weiß, woher das Produkt kommt. Aufgrund der Herstellung nach meinen eigenen Wünschen habe ich eine viel persönlichere Beziehung zu dem Buch und nehme es gerne zur Hand. Außerdem liebe ich handgefertigte Stücke. Ich besitze mittlerweile sechs der wundervollen Pedoris in den Größen A5, Moleskine Cahier, Regular und A6. Jeder hat seine eigene Funktion und sein eigenes Einsatzgebiet, z. B. als Auftragsbuch, Kalender, Reisetagebuch usw.

Mein Schreibjournal

SchreibjournalFür meine schriftstellerische Tätigkeit nutze ich einen Pedori in Moleskine Cahier Größe. Und diesen möchte ich euch hier nun ein wenig genauer vorstellen:
Vier Hefte habe ich eingefügt, die ich wie folgt verwende:

1. Heft für aktuelle Projekte (Charakterentwicklung, Klappentexte, Ideen, Plot, Szenenskizzierung, Überarbeitungsnotizen, To do’s …)

2. Schreibhandwerk (Schreibtipps und -regeln, Theorien zu Figuren und Plot, Kreativitätstechniken …)

3. Inspirations- und Ideenheft für spätere Projekte (inspirierende Zitate, Zeitungsartikel, Postkarten, Materialsammlung, Fotos, Bilder …)

4. Rechercheheft New York im 19. Jahrhundert (Recherche speziell zu Geschichte, Orten, Menschen usw. in New York um die Jahrhundertwende)

Es macht unwahrscheinlich viel Spaß, die Seiten zu gestalten und zu füllen, der Lern- und Nachschlageffekt ist enorm. Das Besondere daran ist, dass man eine Themengliederung schnell und einfach vornehmen, und auch einzelne Hefte mitnehmen oder schnell neue hinzufügen kann.

Selbstverständlich lässt sich eine solche Notizbuchführung auch mit einem „normalen“ Büchlein erreichen. Diese sind jedoch nicht nur Informationsträger, sondern auch Augen- und Handschmeichler und riechen unwahrscheinlich gut. Ich möchte keinen einzigen meiner Pedoris mehr missen und sicherlich wird noch der ein oder andere dazukommen.

Zum Schluss dieses doch recht lang gewordenen Artikels möchte ich euch noch ein paar Links mitgeben, die euch weiterhelfen, solltet ihr euch ebenfalls für das Führen eines Notizbuchs interessieren:

Und nun gibt’s noch ein paar Bilder und ein paar Fragen zum Schluss: Führt ihr ein Notizbuch oder gar mehrere? Habt ihr eine Lieblingsmarke? Wofür nutzt ihr es?

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16 Kommentare

Verfasst von - Januar 17, 2015 in Autorenleben

 

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Faszination Dampfkraft: Free Printables im Steampunk- und Vintage-Design

Ich bin ein großer Fan von Papier. Listen anferPrintables2tigen, Notizen oder eben Sketchnotes, wie im Beitrag zuvor zu lesen. Aus diesem Grund liebe ich auch meinen Organizer. Nun sind die handelsüblichen Kalendereinlagen nicht so – sagen wir mal – ansehnlich und auch die gängigen Post-its sind eher langweilig oder sehr teuer.

Aus diesem Grund habe ich selbst zum Stift bzw. zur Maus gegriffen und ein paar Notizzettel im Vintage- und Steampunkdesign angefertigt. Diese möchte ich nun auch euch zur Verfügung stellen. Es sind insgesamt zehn Printables in fünf verschiedenen Designs, die ihr euch ausdrucken und für euren Schreibtisch, Kalender, Organizer, Scrapbooking etc. nutzen könnt. Nur das Papier müsst ihr euch selbst aussuchen.

PrintablesPDF: Vintage_Steampunk_Printables_free

Viel Spaß beim Bekritzeln! 😀

 

P.S.: Um die Datei zu öffnen, benötigt ihr den Adobe Acrobat Reader, den es hier kostenlos zum Download gibt.

 

 

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Rezension: Das Sketchnote Handbuch

IMG_20140528_184510Rezension

Mike Rohde: Das Sketchnote Handbuch. Der illustrierte Leitfaden zum Erstellen visueller Notizen.

5 von 5 Sternen

224 Seiten; 24,99€

Dieses Buch ist eine Offenbarung. Klingt übertrieben? Ist es nicht. Nun mag man sich fragen: ›Visuelle Notizen? Was ist denn das für ein Schmarrn. Wörter tun’s doch auch. Visuelle Notizen brauche ich nicht.‹ Doch, glaubt mir, ihr braucht sie. Ihr wisst es nur noch nicht. Ich erkläre euch auch noch, warum, aber zunächst möchte ich ein paar Fakten schaffen.

Die Bezeichnung ›Sketchnotes‹ ist eine Erfindung von Mike Rohe und setzt sich aus den Wörtern Sketch (zu Deutsch: Skizze) und Note (Notiz) zusammen. Skizzierte Notizen also. Wer saß nicht schon mal in einer Vorlesung, einem Vortrag, einem Meeting und schaffte es partout nicht, all die wichtigen Dinge mitzuschreiben, die der Vortragende da so von sich gibt. Und wer hat nicht schon einmal versucht, eine komplette Powerpoint-Präsentation abzuschreiben? Und selbst, wenn man Schnellschreiber ist: Wer hat danach nochmals einen einzigen Blick auf die vollgeschriebenen Zeilen geworfen?

Hier setzt das Sketchnotes-Prinzip an. Ihr lernt, visuelle Notizen anzufertigen, kleine Skizzen, die euch an den Vortrag und das Gesagte erinnern. Ganz ohne Stress. Und das Beste daran: Es macht unwahrscheinlich viel Spaß. So wird selbst das langweiligste Referat zur Freude. So was geht? Ja. Ihr lernt es mit diesem Handbuch.

Das Buch ist in sieben Kapitel eingeteilt:

1. Was sind Sketchnotes?

2. Warum Sketchnotes?

3. Zuhören!

4. Der Sketchnotes-Prozess

5. Sketchnote-Typen

6. Ansätze, Hierarchien & Personalisierung von Sketchnotes

7. Sketchnote-Fähigkeiten & -Techniken

Auf zweihundert Seiten erläutert Rohde seine Techniken und gibt Einblick in die Arbeit zahlreicher anderer Sketchnoter. Was sich hier nun dröge nach Lerntechnik anhört, ist mehr als unterhaltsam. Denn das ganze Buch ist eine einzige Sketchnote. Bilder werden mit Notizen und Typographie verbunden, so dass ihr euch nicht mühsam alles beibringen müsst, sondern einmaliges Lesen und Betrachten des Buches alles Notwendige vermittelt. Das heißt nicht, dass es danach überflüssig geworden ist. Ich bin sicher, ihr werdet es oft und gern wieder zur Hand nehmen, denn allein die Aufmachung mit den vielen Zeichnungen und Anregungen ist ein echtes Highlight.

Ihr könnt nicht zeichnen? Kein Problem – das müsst ihr auch nicht. Jeder, der in der Lage ist, einen Stift richtig rum zu halten, ist auch in der Lage eine Sketchnote anzufertigen. Sketchnotes sind nicht gleichzusetzen mit Kunst, sondern lediglich Bilder, die ihr mit dem Gehörten verknüpft. Wenn alle anderen in dem von euch gezeichneten Hund einen Elefanten erkennen: Sei’s drum. Ihr wisst, dass es ein Hund ist. Und dieser Hund wird euch an viele Dinge erinnern, die ihr bei dem Vortrag gehört habt.

Ihr lernt durch das Aufzeichnen mehr, als durch das stumpfe Mit- bzw. Abschreiben von Wörtern. Warum ist das so? Der Schlüsselbegriff ist aktives Zuhören. Indem ihr euch während des Vortrags Gedanken darüber macht, wie ihr gewisse Dinge darstellen wollt, welche Darstellungen Sinn ergeben und wie ihr sie am besten anordnet, erstellt euer Gehirn durch die Kopplung von verbalen und visuellen Konzepten eine visuelle Landkarte, anhand derer es sich an zahlreiche Details erinnern kann.

Erst war ich skeptisch, ob ich so etwas wie Sketchnotes brauche, denn ich bin nur sehr selten bei Vorträgen und meine Studienzeit liegt schon ein paar Jahre zurück. Wenn ich doch nur damals schon von Sketchnotes gewusst hätte! Sie hätten mir viele Dinge erleichtert und in unleserlicher Handschrift vollgekritzelte Collegeblöcke erspart!

Ich arbeite als Lektorin und Autorin zumeist allein am Schreibtisch und nutze Sketchnotes mittlerweile in vielfältiger Art und Weise. Ich plane meine Geschichten damit, nutze sie zum Brainstormen und verdeutliche mit ihnen schreibwissenschaftliche Konzepte sowie die Basics des Storytelling (z. B, die Heldenreise, Three-Act-Structure etc.) und Kreativitätstechniken. Sketchnotes funktionieren also nicht nur beim Zuhören, sondern immer dann, wenn man viel Stoff gut strukturiert darstellen will.

Meine Empfehlung an euch: Lest dieses Buch und macht euch mit Sketchnotes vertraut – ich bin sicher, ihr werdet sie bald genauso sehr lieben wie ich.

 
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Verfasst von - Juli 2, 2014 in Rezensionen

 

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