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Create & Inspire: Esther Wagner

Create & Inspire: Esther Wagner

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Esther Wagner, Künstlerin & Autorin

Kurzvita: Ich mache hauptberuflich Internet beim Radio. In meiner Freizeit zeichne, male und schreibe ich Geschichten – quer durch die fantastischen Genres.

Beschreibe dich in drei Worten.
Künstlerin, Autorin, Nerd.

Woran arbeitest du gerade?
Ich schreibe gerade die Rohfassung eines Romans mit dem Arbeitstitel „Schwertmädchen“ und arbeite an einem Bilderbuch.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
In einem kreativen Leben ist immer Platz für Ideen und deren Umsetzung. Kreative leben ihre Freude am Gestalten aus, in allen Lebensbereichen. Das heißt nicht, dass sie unbedingt einen künstlerisch-gestalterischen Job haben müssen. Kreativität kann Hobby sein oder sich in banalen Alltagsdingen verstecken.
Für mich ist Kreativität ist ein unverzichtbarer Teil meines Lebens. Sie spielt sowohl in meinem Job als Online-Redakteurin, als auch in meiner Freizeit eine große Rolle. Selbst während meines langen „Kreatiefs“ hat es mir nie an Ideen gemangelt. Nur mit der Umsetzung reiner Spaßprojekte hatte ich Probleme. „Das mache ich, wenn ich mal wieder richtig Zeit habe“ ist Gift für die Kreativität. Fünf Minuten reichen für eine kleine Zeichnung oder drei Sätze am Romanprojekt.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Ja, schon oft. Beim Zeichnen und Malen erreiche ich ziemlich schnell den Flow, beim Schreiben fällt es mir aktuell noch schwer. Ich hoffe, dass ich bald wieder richtig reinkomme. Ich habe leider kein Patentrezept dafür. Wichtig ist, den Kopf frei zu bekommen, sich ganz auf das Projekt zu konzentrieren. Und Mut, sich einfach treiben zu lassen, notfalls alle Pläne, Plotstrukturen und Skizzen über den Haufen zu werfen.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… kümmere ich mich um meinen kleinen Löwenjungen, verbringe Zeit mit dem Herzmann, Familie und Freunden und versuche, meinen zahlreichen Leidenschaften zu frönen: Kochen, essen, lesen, Japan, grüner Tee, Filme und Serien, Metal, Tango Argentino… und Twitter ^^

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Ich möchte Geschichten erzählen, Freude bereiten und zum Nachdenken anregen. Und manchmal ploppen einfach Ideen in meinem Kopf auf, die raus wollen ^^

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Ich glaube daran, dass jeder Mensch kreatives Potenzial in sich trägt. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, es zu nutzen. Nicht jeder muss Geschichten erfinden. Schlagzeug spielen, kochen, programmieren, Autos reparieren, … das alles sind Wege, die Kreativität – Schöpfungskraft – zu nutzen, die in uns steckt.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft
Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis
Stille oder Trubel? – Trubel
Morgen oder Abend? – Abend
Utopie oder Dystopie? – Dystopie
Zeit oder Geld? – Zeit
Chaos oder Ordnung? – Chaos
Routine oder Abenteuer? – Abenteuer
Luxus oder Minimalismus? – Minimalismus ist Luxus. Nur noch die Dinge besitzen, die man wirklich braucht bzw. mag. Ich arbeite daran (und scheitere regelmäßig ^^)
Fiktion oder Realität? – Beides.

Hier findet ihr Esther:

Blog: https://fantastronautin.de
Twitter: https://twitter.com/la_kirana
Instagram: https://www.instagram.com/la_kirana/
Facebook: https://www.facebook.com/estherwagner13/
Galerie: https://kirana.de

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Esther! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

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Rezension: Das Sketchnote Handbuch

IMG_20140528_184510Rezension

Mike Rohde: Das Sketchnote Handbuch. Der illustrierte Leitfaden zum Erstellen visueller Notizen.

5 von 5 Sternen

224 Seiten; 24,99€

Dieses Buch ist eine Offenbarung. Klingt übertrieben? Ist es nicht. Nun mag man sich fragen: ›Visuelle Notizen? Was ist denn das für ein Schmarrn. Wörter tun’s doch auch. Visuelle Notizen brauche ich nicht.‹ Doch, glaubt mir, ihr braucht sie. Ihr wisst es nur noch nicht. Ich erkläre euch auch noch, warum, aber zunächst möchte ich ein paar Fakten schaffen.

Die Bezeichnung ›Sketchnotes‹ ist eine Erfindung von Mike Rohe und setzt sich aus den Wörtern Sketch (zu Deutsch: Skizze) und Note (Notiz) zusammen. Skizzierte Notizen also. Wer saß nicht schon mal in einer Vorlesung, einem Vortrag, einem Meeting und schaffte es partout nicht, all die wichtigen Dinge mitzuschreiben, die der Vortragende da so von sich gibt. Und wer hat nicht schon einmal versucht, eine komplette Powerpoint-Präsentation abzuschreiben? Und selbst, wenn man Schnellschreiber ist: Wer hat danach nochmals einen einzigen Blick auf die vollgeschriebenen Zeilen geworfen?

Hier setzt das Sketchnotes-Prinzip an. Ihr lernt, visuelle Notizen anzufertigen, kleine Skizzen, die euch an den Vortrag und das Gesagte erinnern. Ganz ohne Stress. Und das Beste daran: Es macht unwahrscheinlich viel Spaß. So wird selbst das langweiligste Referat zur Freude. So was geht? Ja. Ihr lernt es mit diesem Handbuch.

Das Buch ist in sieben Kapitel eingeteilt:

1. Was sind Sketchnotes?

2. Warum Sketchnotes?

3. Zuhören!

4. Der Sketchnotes-Prozess

5. Sketchnote-Typen

6. Ansätze, Hierarchien & Personalisierung von Sketchnotes

7. Sketchnote-Fähigkeiten & -Techniken

Auf zweihundert Seiten erläutert Rohde seine Techniken und gibt Einblick in die Arbeit zahlreicher anderer Sketchnoter. Was sich hier nun dröge nach Lerntechnik anhört, ist mehr als unterhaltsam. Denn das ganze Buch ist eine einzige Sketchnote. Bilder werden mit Notizen und Typographie verbunden, so dass ihr euch nicht mühsam alles beibringen müsst, sondern einmaliges Lesen und Betrachten des Buches alles Notwendige vermittelt. Das heißt nicht, dass es danach überflüssig geworden ist. Ich bin sicher, ihr werdet es oft und gern wieder zur Hand nehmen, denn allein die Aufmachung mit den vielen Zeichnungen und Anregungen ist ein echtes Highlight.

Ihr könnt nicht zeichnen? Kein Problem – das müsst ihr auch nicht. Jeder, der in der Lage ist, einen Stift richtig rum zu halten, ist auch in der Lage eine Sketchnote anzufertigen. Sketchnotes sind nicht gleichzusetzen mit Kunst, sondern lediglich Bilder, die ihr mit dem Gehörten verknüpft. Wenn alle anderen in dem von euch gezeichneten Hund einen Elefanten erkennen: Sei’s drum. Ihr wisst, dass es ein Hund ist. Und dieser Hund wird euch an viele Dinge erinnern, die ihr bei dem Vortrag gehört habt.

Ihr lernt durch das Aufzeichnen mehr, als durch das stumpfe Mit- bzw. Abschreiben von Wörtern. Warum ist das so? Der Schlüsselbegriff ist aktives Zuhören. Indem ihr euch während des Vortrags Gedanken darüber macht, wie ihr gewisse Dinge darstellen wollt, welche Darstellungen Sinn ergeben und wie ihr sie am besten anordnet, erstellt euer Gehirn durch die Kopplung von verbalen und visuellen Konzepten eine visuelle Landkarte, anhand derer es sich an zahlreiche Details erinnern kann.

Erst war ich skeptisch, ob ich so etwas wie Sketchnotes brauche, denn ich bin nur sehr selten bei Vorträgen und meine Studienzeit liegt schon ein paar Jahre zurück. Wenn ich doch nur damals schon von Sketchnotes gewusst hätte! Sie hätten mir viele Dinge erleichtert und in unleserlicher Handschrift vollgekritzelte Collegeblöcke erspart!

Ich arbeite als Lektorin und Autorin zumeist allein am Schreibtisch und nutze Sketchnotes mittlerweile in vielfältiger Art und Weise. Ich plane meine Geschichten damit, nutze sie zum Brainstormen und verdeutliche mit ihnen schreibwissenschaftliche Konzepte sowie die Basics des Storytelling (z. B, die Heldenreise, Three-Act-Structure etc.) und Kreativitätstechniken. Sketchnotes funktionieren also nicht nur beim Zuhören, sondern immer dann, wenn man viel Stoff gut strukturiert darstellen will.

Meine Empfehlung an euch: Lest dieses Buch und macht euch mit Sketchnotes vertraut – ich bin sicher, ihr werdet sie bald genauso sehr lieben wie ich.

 
6 Kommentare

Verfasst von - Juli 2, 2014 in Rezensionen

 

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30 Tage über das Schreiben bloggen – Tag 26

Frage 26 von 30

Nun zur Kunst! Zeichnest du deine Figuren? Zeichnen andere sie? Nimm eine deiner eigenen Figuren und zeig uns dein Lieblingsbild von ihr!

Früher habe ich meine Figuren gezeichnet, von jeder einzelnen habe ich mindestens ein Bild angefertigt und dabei viele Zeichenstile ausprobiert – von den typischen Disneyfiguren über schnelle Bleistiftskizzierungen bis hin zum Mangastil.

Hier rechts könnt ihr eine Zeichnung von meiner »Hexe« Miriam Canves sehen, die ich für meine Mystery-Geschichte Lilith gezeichnet habe. Ich weiß nicht, ob das unbedingt mein Lieblingsbild ist, aber es ist auf jeden Fall eines der besseren. (Ja, ich weiß, Talent sieht anders aus…)

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, meine Charaktere zu casten. Ich zeichne sie nicht mehr, sondern überlege mir, welche Schauspieler ich mir für meine Figuren wünschen würde, wenn eine Geschichte verfilmt würde. Das ist natürlich nicht mehr so kreativ wie selbst zeichnen, aber es spart eine Menge Zeit und Arbeit, zumal man sich die Schauspieler in diversen Rollen auch in Bewegung ansehen kann und so vielleicht zusätzliche Anregungen für die eigenen Figuren bezüglich Körperhaltung, Gestik, Mimik etc. bekommt.

Manchmal finde ich es jedoch auch schade, dass ich die Figuren nicht mehr selbst zeichne – wobei ich das sowieso lieber meiner künstlerisch talentierten Schwester überlassen würde… Ich sitze ewig an einem einzelnen Bild und habe immer das Gefühl meine Zeit damit zu vergeuden. Daher werde ich wohl bei meiner Casting-Methode bleiben.

 

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