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Ersticktes Matt im Kindle Storyteller Deal

ebookMit „Ersticktes Matt“ habe ich am Kindle Storyteller Award teilgenommen und vor einigen Wochen hatte Amazon angefragt, ob ich mit dem E-Book an einem Kindle Deal teilnehmen möchte. Ich habe lange überlegt und mit mir gerungen, weil ich grundsätzlich gegen Preisaktionen bin. Vor einigen Monaten habe ich den oben verlinkten Blogartikel geschrieben, hinter dem ich nach wie vor stehe.

Nun gehörte „Ersticktes Matt“ (laut Amazon) zu den 50 beliebtesten E-Books, die am Storyteller Award teilgenommen haben – das ist natürlich schon mal ein Kompliment. Und prominent auf der Startseite beworben zu werden, ist ein Argument, ein solches Angebot nicht auszuschlagen – und das auch noch pünktlich zur Buchmesse.

Ich bin absolut für Ehrlichkeit und kein Fan davon, Dinge unter den Tisch fallen zu lassen. Ja, ich habe zugestimmt und nun gibt es „Ersticktes Matt“ bis zum 3.11.2016 im Kindle Deal für 1,99€. Und ja, damit habe ich gegen Punkt 1 meiner fünf Gründe gegen Preisaktionen verstoßen. Ich habe beim Schreiben dieses Artikels die Kindle Deals überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt und nicht eine Sekunde habe ich daran geglaubt, dass mir mal einer angeboten werden könnte. Abgesehen von einem pushenden Effekt für das Buch (ich vermute, dass das stimmt, ich habe da keine Erfahrungswerte), interessiert mich v.a. was ein solcher Deal tatsächlich bringt, ob es sich dabei um ein Marketinginstrument handelt, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Um das herauszufinden, muss ich aber mitmachen. Ich werde daher meinen oben genannten Blogartikel editieren (gekennzeichnet) und aktualisieren. Auch ich bin lernfähig und bereit, meine Meinung zu revidieren, wenn sich die Gegebenheiten ändern.

Da dieser Blog zumeist von anderen Autoren gelesen wird, möchte ich die günstige Gelegenheit nutzen, euch an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Ist ein Kindle Deal empfehlenswert? Bringt er etwas – auch wenn man in einem Nischengenre schreibt? Ich bin selbst überaus gespannt und freue mich schon darauf, euch davon zu berichten.

 
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Verfasst von - Oktober 25, 2016 in Autorenleben, Schreiben

 

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Textkritik an der Shortlist des Kindle Storyteller Awards – Ein Kommentar

Wahrscheinlich werde ich mich mit diesem Beitrag unbeliebt machen – aber ich möchte ihn trotzdem schreiben. Es geht um den Kindle Storyteller Self Publishing Award (was ein Name …) bzw. die Shortlist bzw. die Textkritik eines gewissen Malte Bremer an dieser. Literaturcafé veröffentlichte diese recht harsche Kritik an den fünf Shortlist-Titeln am 28. September 2015.

Ich hatte den Artikel kurz nach Erscheinen gelesen, ihn bald darauf aber schon wieder vergessen – wenn da nicht die empörten Kommentare zahlreicher Selfpublisher gewesen wären, die mich nochmal dazu bewegten, Bremers Text genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch Annika Bühnemanns sehr gelungener Beitrag zum Thema („Kritik an der Kritik der Textkritik„) ließ mich aufhorchen. Scheinbar hatte die Branche diesem Artiekl mehr Bedeutung zugemessen als ich.

Bis zu einem gewissen Grad kann ich die Empörung verstehen: Bremer nutzt ein Vokabular, mit dem man das eigene Werk ungern assoziiert wissen möchte: Kitsch, Klischee, Dummfug, albern, geschludert, Schrott. Kaum ein nettes Wort hat er für die Werke der Autoren übrig. Natürlich blutet einem da das Herz – vor allem, wenn man selber schreibt.

Dennoch finde ich es wichtig, einen Blick auf die Kritikpunkte zu werfen, denn die sind  ganz und gar nicht uninteressant:

  • Rechtschreib- und Grammatikfehler
    • Fehler passieren, das ist menschlich. In einem Produkt, das man zum Verkauf anbietet, ist es für den Kunden natürlich sehr ärgerlich und wirkt einfach schludrig. Ich weiß, wie schwer es ist, tatsächlich alle Fehler aus einem Manuskript zu entfernen, ich arbeite täglich damit und übersehe sicherlich auch das ein oder andere. Und auch in Verlagsbüchern habe ich schon mehr Fehler gefunden, als mir lieb ist.
      Wie gesagt, Fehler passieren. Wenn aber gleich auf den ersten Seiten mehrere Rechtschreib-, Grammatik- oder Kommafehler auftauchen, dann ist das für mich ein Grund das Buch nicht weiterzulesen. Dass besonders Self-Publisher davon betroffen sind, erklärt sich von selbst: Viele verzichten aus Kostengründen auf Lektorat und Korrektorat. Dass sich die Fehler dort häufen ist nicht weiter verwunderlich. Man sollte dennoch nicht alle über einen Kamm scheren, wie Bremer es hier leider tut.
  • Formatierung
    • Auf die Formatierung hat man bei der Erstellung eines eBooks leider nur begrenzt Einfluss, da die unterschiedlichen Lesegeräte sie unterschiedlich darstellen. Hurenkinder und Schusterjungen lassen sich kaum noch vermeiden.
      Dennoch ist mir eine angenehm zu lesende Formatierung ebenfalls sehr wichtig. Gut gesetzte Absätze, kein(!) Flattersatz und auch keine falschen Einzüge. Den falschen Einzug am Kapitelanfang habe ich selbst schon gesetzt, ist ja auch einfacher, als hinterher nochmal alle Kapitel- bzw. Szenenanfänge zu kontrollieren und den Tabulator wieder zurückzusetzen. Ich habe mich sehr darüber geärgert, als ich erfahren habe, dass das nicht korrekt ist – daher wird mir das nicht noch einmal passieren.
  • Prolog
    • Bei Prologen halte ich es mit Stephan Waldscheidt: Wenn möglich weglassen. Ich lege ein Buch rigoros weg, das mit einem Prolog beginnt, in dem eine mysteriöse Person irgendwelche mysteriösen Dinge tut, die vielleicht irgendwann später im Roman von Bedeutung sein könnten. Das ist mir ein zu durchschaubarer Trick der Spannungserzeugung und besonders ärgerlich, wenn man danach erst einmal drei Seiten öde Protagonistenbiographie lesen darf.
      Sicherlich sind Prologe Geschmachssache, ich mag sie nicht. Überhaupt nicht. So geht es Herrn Bremer wohl auch.
  • Sorgfalt in der Wortwahl: Adjektive, Adverben, Pleonasmen, Passivkonstruktionen
    • Die deutsche Sprache ist wundervoll und bietet so viele Möglichkeiten. Warum sich mit dem Einfachsten zufrieden geben? Adjektive und Adverbien lassen vor dem inneren Auge des Lesers nicht die gleichen (kraftvollen) Bilder entstehen wie passende Substantive oder Verben. Warum schreiben „der große Mann“, wenn man auch „der Hüne“, „der Koloss“, „der Riese“, „der Gigant“ etc. nutzen kann? Warum sich mit „er ging langsam“ abfinden, wenn man seinem Protagonisten durch „er schlenderte“, „trödelte“, „flanierte“, „bummelte“ etc. Lebendigkeit verleihen kann?
    • Pleonasmen: „heißes Feuer“, „nasses Wasser“, „schwarze Nacht“, „rote Glut“, „schwarze Kohle“ – diese Adjektive sind in Verbindung mit ihren Substantiven vollkommen nutzlos, sie transportieren nichts Neues, nichts Aufregendes, beschreiben nicht einmal näher. Wasser ist immer nass, Feuer immer heiß, die Nacht immer schwarz.  Dass man sich über solch sprachliche Nachlässigkeiten ärgert, kann ich nachvollziehen. (In der Rohfassung mögen dies wunderbare Platzhalter für treffendere Ausdrücke sein, aber bitte nicht mehr im fertigen Roman. Ein stilistisches Lektorat schafft hier Abhilfe.)
    • Passivkonstruktionen
      möglichst vermeiden, da sie umständlich und sehr hölzern klingen. Durch die aktive Form lassen sich die Sätze nicht nur leichter verstehen, sie werden dadurch auch kürzer, prägnanter: „Der Rasen wird vom Vater gemäht“ (passiv) vs. „Der Vater mäht den Rasen“ (aktiv). Die Wahl fällt hier nicht schwer.

Malte Bremer spricht in seiner Textkritik viele Punkte an, die mir persönlich beim Lesen eines Buches ebenfalls wichtig sind. Ob der Ton, den er gewählt hat, angebracht ist? Darüber lässt sich streiten und sicherlich auch über den ein oder anderen Punkt, der sicherlich Geschmackssache ist.

Ich fand die Textkritik unterhaltsam – es wurde aber auch keines meiner Bücher zerpflückt. Natürlich muss man als Autor da erstmal schlucken. Wer aber mit seinen Texten an die Öffentlichkeit geht, muss mit schlechter und unfreundlicher Kritik rechnen. Im Gegensatz zu manchen Kundenrenzensionen bei amazon war Bremers Sprachwahl noch geradezu nett.

Wer als Autor Erfolg haben will, muss sich meiner Meinung nach ein dickes Fell zulegen und angebrachte Kritik auch annehmen können – und nicht mit einem „Der ist ja bloß neidisch“ schulterzuckend abtun. Denn nur so kann man lernen, sich verbessern. Und das sollte doch unser aller Ziel sein, egal ob Verlagsautor oder Self-Publisher, oder?

Wie seht ihr das? Welche Punkte der Textkritik fandet ihr angebracht, welche völlig daneben?

 
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Verfasst von - September 30, 2015 in Schreiben

 

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