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Create & Inspire: Kia Kahawa

Create & Inspire: Kia Kahawa

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute ist Kia Kahawa n der Reihe

Kia Kahawa, Autorin, Komponistin & Teetrinkerin

Kurzvita:

Hi, ich bin Kia, und ich lege mich nicht fest. Ich schreibe Belletristik, Sachbücher, Werbetexte und Musiknoten. Ist das kurz genug? Ich freue mich auf das Interview mit dir 🙂

Beschreibe dich in drei Worten.
Show, don’t tell.

Woran arbeitest du gerade?
Puh, an allem! Ich baue gerade mit zwei Partnern ein Unternehmen auf, beende mein erstes Verlags-Manuskript und schreibe Online-Content für ein etwas umfangreicheres Blogprojekt.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Ein kreatives Leben ist für mich eines, in welchem man als allererstes Probleme als Herausforderungen ansieht. Kreatives Leben beinhaltet für mich, auf diese anders einzugehen als es gewohnt ist und dabei neue Gedanken zu entfalten. Ich habe beispielsweise das Konzept eines Bettes für mich persönlich umgeworfen und besitze nun keins mehr. Dort, wo ich abseits der Norm lebe, fühle ich mich trotzdem – oder gerade deswegen? – wohl.  Kreatives Leben hat für mich auch mit Zeiten der Langeweile zu tun. Man braucht gedankenfreie Zeiten, die ich beispielsweise immer im Schwimmbad habe. Durch die Langeweile im Kopf sprießen neue Ideen, aber ohne Druck zu machen. Es ist also eine Balance aus Neuentdecken und Wohlfühlen.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Ich arbeite täglich im Flow. Das habe ich damals, als ich intensiv mein Musikstudium vorbereitet habe, gelernt, ohne es zu merken. Mein persönlicher Schlüssel zum Flow sind Zeitblöcke. Ich arbeite an einem Projekt nicht jeden Tag eine Stunde, sondern an einem Tag gleich fünf Stunden am Stück. So bin ich viel produktiver und fühle mich danach fast so neugeboren wie nach dem Yoga.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… dann … ähm … ist es Januar und ich mache meine Steuererklärung?! Nein, selbst dabei bin ich kreativ. Ich habe keine Antwort auf diese Frage!

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Meine Kreativität ist ein innerer Motor, den ich nicht abstellen kann. Mein Zweck der Existenz ist es, zu erschaffen und zu schreiben. Man hat mir mal einen Gottkomplex nachgesagt, und ja, wahrscheinlich habe ich einen. Mit meiner kreativen Tätigkeit will ich eigentlich nichts ausdrücken. Das kommt von selbst und ist dann einfach da. Dann entdecke ich im Nachhinein selbst, was ich im Einzelfall damit ausdrücken wollte und lerne mich selbst Stück für Stück besser kennen. Deshalb ist Kreativität ein unverzichtbarer Bestandteil meines Seins.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Wieder eine ausgezeichnete Frage. Ich würde sagen, die Person sollte zuerst das Wort „Fantasie“ aus seinem Wortschatz streichen. Wer wie viel Fantasie hat, ist im Bezug auf Kreativität völlig egal, denn Fantasie ist ein begrenzender Begriff. Ich habe nicht zwei Liter mehr Fantasie als jemand, der in der Buchhaltung arbeitet. Jeder hat etwas Träumerisches innewohnen und kann das dann an die Oberfläche holen, wenn er oder sie sich keinen Druck macht. Ich kenne niemanden, der sich hinsetzt und auf Knopfdruck kreativ ist. Aber du fragst nach einem Rat, den jemand in der Situation auch umsetzen könnte … dann wäre es Bewegung. Kopf aus, Sport an. Jeden Tag an die frische Luft gehen und sich bewegen, das ist die Zündung für Kreativität!

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

  • Zukunft oder Vergangenheit? – Gegenwart
  • Erkenntnis oder Mysterium? – Mysterium
  • Stille oder Trubel? – Stille
  • Morgen oder Abend? – Morgen
  • Utopie oder Dystopie? – Utopie
  • Zeit oder Geld? – Zeit
  • Chaos oder Ordnung? – Ordnung
  • Routine oder Abenteuer? – Routabenteuer. Regelmäßig (Routine) aus der Komfortzone raus (Abenteuer).
  • Luxus oder Minimalismus? – Minimalismus! Aber sowas von!
  • Fiktion oder Realität? – Beides

Hier findet ihr Kia:

Hier ist Platz für Links zu deiner Webseite und/oder deinen Social-Media-Kanälen.

Website: http://www.kiakahawa.de/
Blog: http://www.kiakahawa.de/blog/
Twitter: @KiaKahawa
Bald startendes Blog-Projekt (zugehöriger Twitter-Account): @sdtautoren

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Kia! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

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Verfasst von - September 16, 2017 in Create & Inspire

 

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Create & Inspire: Matthias Ernst

Create & Inspire: Matthias Ernst

In meiner neuen Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Den Auftakt macht:

Matthias Ernst, Krimiautor und Psychologe

Kurzvita:

Ich schreibe seit meiner Jugend Krimis und historische Romane. Meine bislang dreibändige Reihe um die Kommissarin Inge Vill erscheint seit 2015 bei Midnight by Ullstein.

Beschreibe dich in drei Worten.
Geschichten schreibender Schwabe

Woran arbeitest du gerade?
An einem in England spielenden Psychothriller um einen verschwurbelten Psychologen, seine Harry-Potter-verrückte Tochter und eine erfrischend derbe Boulevardjournalistin.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Mir hat immer ein Zitat aus Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ sehr viel bedeutet: „Nur wer noch Chaos in sich trägt, kann einen tanzenden Stern gebären.“ Ich habe das Gefühl, ziemlich viel von diesem wilden Chaos in mir zu haben und Kreativität zu leben, bedeutet für mich, diesem Chaos seine bestmögliche Form zu geben.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Als großer Fan von Mihály Csíkszentmihályi kann ich stolz vermelden, dass ich mich schon mehrfach beim Schreiben in einem Flow wiedergefunden habe. Es war ein spannendes, erfüllendes, gleichzeitig aber auch ein wenig beängstigendes Erlebnis. Ich hatte das Gefühl, dass alle inneren Schranken gefallen sind und die Worte einfach aus mir herausgeströmt sind. Interessanterweise musste ich diese – leider recht wenig umfangreichen – Stellen später kaum überarbeiten. Wie ich in diese Zustände kam, kann ich im Nachhinein nicht mehr so richtig nachvollziehen. Aber Übermüdung hat eine Rolle dabei gespielt.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
faul und träge

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Als alter Lateiner gefällt mir das Motto des Horaz sehr gut: „prodesse et delectare“,  „nützen und erfreuen“. Ich möchte meinen Lesern zum einen einen ästhetischen Genuss geben, zum anderen aber auch das Nachdenken über soziale, politische oder auch philosophische Probleme anregen, ohne dabei belehrend oder langweilig zu wirken.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Ich arbeite da immer gerne mit der Wunderfrage: „Stell dir vor, dass dir eine Fee den Wunsch erfüllt, dass dein Leben perfekt ist. Wie würde ein ganz normaler Tag in diesem perfekten Leben aussehen.  Antworte so detailreich wie möglich. Ich habe noch niemanden erlebt, der darauf nicht ausführlich antworten konnte.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

  • Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft
  • Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis
  • Stille oder Trubel? – Stille
  • Morgen oder Abend? – Abend
  • Utopie oder Dystopie? – Utopie
  • Zeit oder Geld? – Geld
  • Chaos oder Ordnung? – Chaos
  • Routine oder Abenteuer? – Abenteuer
  • Luxus oder Minimalismus? – Luxus
  • Fiktion oder Realität? – Fiktion

Hier findet ihr Matthias:

Twitter: @MErnstAutor
Facebook: https://www.facebook.com/mernstautor
Website: www.matthias-ernst-autor.de

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, lieber Matthias! 🙂

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*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 
4 Kommentare

Verfasst von - September 9, 2017 in Create & Inspire

 

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30 Tage über das Schreiben bloggen – Tag 22

Frage 22 von 30

Erzähl von einer Szene zwischen deinen Figuren, die du nie geschrieben oder jemandem erzählst hast. Sie muss nicht ernst gemeint sein.

Ich habe zu meiner Geschichte Eisblumen viele Interviews mit den Figuren geführt. Darunter war auch eines, das ich gleich mit mehreren Protagonisten gemacht habe und das eher einer Szene, denn einem Interview gleicht, weil die Figuren interagieren.

Hier ein Auszug daraus:

Charaktere „Eisblumen“:

Leyna Paddington

Ernesto Vidal

Watson

Ezra McBride


Wie alt bist du?

Leyna: Ich bin 21. Das allerdings schon 24 Jahre lang…

Ernesto: Ach, da bist du doch noch ein Küken. Ich bin ja mittlerweile dreihundertirgendwas und…

Alle: *schauen ihn skeptisch an*

Ernesto: Na gut, wir sind ja hier unter uns…

Leyna: *unterbricht ihn mit einem bösen Seitenblick zu Ezra* Jedenfalls fast unter uns…

Ezra: *setzt an etwas zu sagen*

Ernesto: … Ich bin jedenfalls Jahrgang 1947, aber erst 34 Jahre alt, wenn du verstehst, was ich meine. Und er… *deutet auf Watson, der unkoordiniert im Raum herumläuft und die Wände abklopft* … er müsste mittlerweile so um die 200 Jahre alt sein. Sieht man ihm gar nicht an, merkt man nur an seiner… naja… *wedelt mit der flachen Hand vor seinem Gesicht herum*

Ezra: Ich bin 1751 geboren, sehe aber aus wie 25.

Leyna: Du siehst aus wie ein Idiot.

 

Wie groß bist du?

Leyna: Ziemlich genau 1,70m.

Ernesto: Du bist nicht nur ein Küken, du bist auch noch ein Zwerg. Ich bin 1,87m. Hey Watson *winkt wild umher* Watson, wie groß bist du?

Watson: Ich vermute mal, so 1,80m.

Ernesto: Sag ich ja, alles Zwerge hier.

Ezra: Ich bin 1,88m.

Ernesto: *schaut böse zu Ezra* Erst über dreihundert Jahre alt sein und dann um einen Zentimeter größer… Das haben wir gern, der ist mir direkt sympathisch…


Hast du irgendwelche schlechten Angewohnheiten?

Leyna: Fragen Sie lieber den da! *deutet auf Ezra* Der hat haufenweise davon! Aber ich… Na ja, gilt es als schlechte Angewohnheit, sich nachts gerne auf Friedhöfen herumzutreiben?

Ernesto: Mal abgesehen davon, wegen meines geringen Alters zu lügen? Ja, ich glaube, ich kann ziemlich aufbrausend sein, das liegt wohl an meinem argentinischen Temperament…

Alle: *schauen ihn skeptisch an*

Ernesto: *verdreht die Augen* Na gut, an meinem englischen Temperament…

Watson: Schlechte Angewohnheiten? Nicht, dass ich wüsste… *geht zum Fenster und blickt hinaus*

Ernesto: Spionieren und herumschnüffeln gehören auch zu den schlechten Eigenschaften, Watson!

Ezra: Ich bin ein ziemlich guter Lügner und eigentlich auch recht stolz darauf. Lügen wird ja immer als schlechte Eigenschaft abgetan, kann aber manchmal ganz schön nützlich sein.

Leyna: *macht ein undefinierbares Geräusch* Kein Kommentar!


Bist du noch Jungfrau?

Leyna: *lacht* Meine Güte, was du alles wissen willst… Muss ich darauf eine Antwort geben? Na gut, nein, ich bin keine Jungfrau mehr.

Ernesto: Um Gottes Willen, das wäre ja auch ganz schön furchtbar. Dreihun… äh… 62 Jahre alt und immer noch Jungfrau… Unvorstellbar! *leiser* Bei Watson weiß das allerdings niemand so genau. Ich glaube auch, er weiß es selbst nicht mehr.

Watson: Wie bitte?

Ernesto: Nichts, nichts.

Ezra: Um beim Thema zu bleiben: Nein, ich bin keine Jungfrau mehr *wirft einen sarkastischen Blick zu Ernesto* Schon seit über 300 Jahren nicht mehr…

Ernesto: *mit zusammengebissenen Zähnen* Und er wird mir immer sympathischer…


Bist du verheiratet, oder Single?

Leyna: Ich bin momentan Single *lächelt* Aber vielleicht bald in festen Händen.

Ernesto: Ich bin nicht verheiratet, aber auch kein richtiger Single. Meine Freundin Roxanne und ich führen eher eine offene Beziehung.

Watson: Ich war zweimal verheiratet, einmal mit Mary, aber leider ist sie sehr rasch gestorben und dann noch einmal, aber an den Namen kann ich mich gerade nicht erinnern. Und nein, ich bin keine Jungfrau mehr!

Ezra: Ich bin Single.

 

Hast du jemals einen Menschen getötet?

Leyna: Ich habe bisher nicht einmal eine Fliege getötet, wie sollte ich da einen Mernschen umbringen? Ich finde, jedes Leben ist schützenswert. Ich könnte nie jemanden töten! *blickt zu Ezra* Obwohl ich manchmal das dringende Bedürfnis danach verspüre!

Ernesto: Nein, der Krieg war ja gerade vorbei, als ich geboren wurde. Aber mein Vater hat wohl einige Menschenleben auf dem Gewissen. Er ist auch Zeit seines Lebens nicht mehr froh geworden.

Watson: Ja, ich glaube schon… Oder nein, gar nicht, das war ein Hund. Ja, das war als Holmes und ich den Hund von Baskerville gesucht haben. Den haben wir erschossen. Das war kein Mensch.

Ezra: Kann schon sein, so genau habe ich da nicht nachgeguckt. Ich musste schnell weg.

Gibt es irgendwas Seltsames über dich zu erzählen?

Leyna: Das mit den Friedhöfen hatte ich schon erwähnt, oder?

Ernesto: Ich bin ein Vampir. Ist das nicht seltsam genug?

Watson: Ja, Sherlock Holmes ist mir abhanden gekommen und ich kann ihn einfach nicht finden. Ich weiß nicht mehr, wie viele Jahre er nun schon fort ist.

Ezra: Ernesto hat es auf den Punkt gebracht: Ich bin ein Vampir.

 

Lieblingsfilm?

Leyna: Oh, da gibt es so viele. Ich mag vor allem Musicals wie Moulin Rouge oder Das Phantom der Oper.

Ernesto: Ich habe keinen Fernseher, ich höre lieber klassische Musik. Und einen Lieblingsfilmhabe ich eigentlich auch nicht.

Watson: Ich mag Der Name der Rose. Der ist so schön kniffelig. Außerdem heißt eine der Hauptfiguren fast wie ich.

Ernesto: *zu Watson* Du kennst Der Name der Rose? Stimmt, der Film ist gut… Mein Lieblingsfilm ist auch Der Name der Rose!

Ezra: Mmh…, bloß nichts blutiges, da kriege ich immer nur Hunger. Mamma Mia, der war schön. So viel Sonne.

Alle: *starren ihn ungläubig an*

Leyna: Mamma Mia?

Ezra: Ja, der mit Meryl Streep. Die war doch wohl voll cool drauf. Die hätte ich am Ende auch geheiratet.

Alle: *schütteln erstaunt die Köpfe*

Leyna: Mamma Mia! Unglaublich…

 

 

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30 Tage über das Schreiben bloggen – Tag 9

Frage 9 von 30

Wie kommst du an die Ideen für deine Figuren? Beschreibe den Erschaffungsprozess!

Meine Protagonisten finde ich oft durch Filme oder Serien, die ich schaue. Ich sehe eine Figur, einen Schauspieler oder eine Schauspielerin und irgendetwas an ihrem Äußeren, ihrer Mimik und Gestik fasziniert mich so sehr, dass ich eine Geschichte über eine Figur erzählen möchte, die so aussieht. Das war z.B. bei der Krimi-Serie »The Mentalist« so. Patrick Jane bzw. Simon Baker war das Vorbild für meinen Detective Remy Lafayette. Die Schauspielerin Ashley Greene, die in den Twilight-Filmen Edwards Schwester Alice verkörpert, stand Pate für die Hauptfigur einer Vampirgeschichte, schon erwähnter »Eisblumen«. Interessant finde ich, dass ich zumeist in dem Genre schreibe, aus dem ich das Aussehen bzw. den Schauspieler entlehne.

Bei vielen meiner Figuren ist es aber auch so, dass ich die Figur bereits habe, mir das passende Äußere aber noch fehlt. Dann mache ich es umgekehrt und suche in Filmdatenbanken nach dem passenden Gesicht. Meine Figuren werden wie beim Film gecastet.

Habe ich die Frage nach dem Aussehen geklärt, fülle ich einen Charakterbogen aus. Ein Steckbrief, der den Charakter genau beschreibt, wie und wo er lebt und mit wem, was seine Wünsche und Hoffnungen sind, sein Job, seine Hobbies, Freunde, Exfreunde(innen). Also alles, was ich wissen muss, um ihm ein Leben zu geben. Danach geht’s meistens an die Biografie. Wo ist er aufgewachsen, wie war seine Kindheit, welche Schule hat er besucht, was hat er erlebt usw.

Im nächsten Schritt lasse ich ihn dann selbst zu Wort kommen. Ich führe Interviews, lasse ihn von sich erzählen. Meistens muss ich einige Punkte in Steckbrief und Biografie ändern, weil sie nicht mehr zu dem passen, was der Charakter mir erzählt hat… Es kam auch schon vor, dass ich einen Charakter fertiggestellt hatte und mir plötzlich sein Aussehen nicht mehr passte. Dann musste ich ihn neu besetzen. Oder dass mir ein Name  nicht mehr zusagte. Der wird dann natürlich nochmal geändert.

Es sind viele Dinge, die bei der Erschaffung einer neuen Figur zusammen kommen. Meine Anregungen dafür finde ich überall. Auf der Straße, in Büchern, in Filmen und Serien oder auch im Internet. Das kann eine Äußerung sein, die eine Figur in dem Roman macht, den ich gerade lese. Oder eine Statusmeldung bei Facebook. Oder ein kurzer Artikel in einer Zeitung.

Es gibt unendlich viele Möglichkeiten eine Figur dreidimensional und ambivalent zu gestalten und es macht Spaß, möglichst viele davon auszuschöpfen.

 

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