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Create & Inspire: H. P. Innemann

Create & Inspire: H. P. Innemann

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

H. P. Innemann, Autor

Kurzvita

Ich bin Hayo Peter Innemann, ich habe Kulturwissenschaft (Philosophie, Geschichte, Literatur) studiert und ich schreibe. Die Liebe zum Lesen, zum Fantastischen und Unbekannten, sowie zum Rollenspiel, haben mich zum Schreiben gebracht.

Beschreibe dich in drei Worten.
Unkonventionell, schräg, offen.

Woran arbeitest du gerade?
Im Moment arbeite ich an meinem neuen Dark Fantasy-Roman, RENAISSANCE – The book of N’aeia, der für mich – in vielerlei Hinsicht – etwas Neues darstellt: Die erste völlig autarke Welt und die ersten Charaktere, die ich ausschließlich für einen Roman kreiere. Für die ersten Bände meiner „Der Schädel der Schlange“-Reihe, dienten mir die sehr vertrauten Charaktere meiner Rollenspielrunde als Vorlage, die ich viele Jahre lang begleitet habe und noch begleite.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Ein kreatives Leben ist ein Geschenk. Als kreatives Leben verstehe ich, die Möglichkeit, ob beruflich oder privat, seiner kreativen Seite Ausdruck verleihen zu können.
Was es bedeutet, ein kreatives Leben führen zu können, ist einfach ausgedrückt: alles. Gerade in der heutigen Zeit sind Schnelllebigkeit und Burn-out ein immer häufiger auftretendes Phänomen. Nicht zuletzt die Sorge um die eigene Existenz und deren Sicherung, haben das Verhältnis von – psychischem, wie physischem – Stress und Erholung in ein Ungleichgewicht verschoben. Gerade unsere Kreativität ist, durch die Verbindung zum Unterbewusstsein, ein Spiegel dessen, was uns ausmacht, denn sie wird durch Interessen und Vorlieben mitgestaltet. Ganz gleich, ob es ein Bild ist, das gemalt wird, ein Baumhaus, das gebaut wird oder ein Buch, das geschrieben wird – Kreativität bedeutet immer, etwas zu erschaffen. Kreatives Leben bedeutet also immer, einen Ausgleich zum Stress und damit einen enorm wichtigen Ruhepol zu haben.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
*lacht* Der Flow, ja, den kenne ich allerdings; würde man meine Frau fragen, wohl auch etwas zu gut. Ich bin ein von Natur aus gelassener Mensch, mit einer gewissen „Grund-Entspannung“. Wenn ich mich auf etwas konzentriere, bin ich innerhalb von Minuten im Flow. Egal, ob klingelndes Telefon, schreiende Kinder – daher der Verweis auf meine Frau *grinst* – oder volles Wartezimmer; Plotten, editieren, schreiben kann ich überall und immer und zwar so ruhig und entspannt, als säße ich zu Hause auf dem Sofa.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… schlafe ich oder verbringe Zeit mit meiner Frau und den Kindern, obwohl es mir auch da nicht immer ganz gelingt, den Kopf abzuschalten.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Nun, es ist nicht wirklich so, dass ich schreibe, weil ich etwas mitteilen möchte – wobei ich großen Respekt vor denen habe, die es tun – oder zum Nachdenken anregen; ich schreibe einfach für mich. Versteht es bitte nicht falsch, natürlich schreibe ich auch, um andere zu unterhalten, wobei ich darauf, wie gut oder schlecht man sich mit meinen Werken unterhalten fühlt, nur bedingt Einfluss habe. In erster Linie aber, habe ich eine Idee im Kopf, eine Idee, die nicht wieder verschwindet und sich immer deutlicher ins Bewusstsein drängt. Irgendwann muss ich diese Idee dann zu Papier bringen. Es ist also bei weitem nicht so, dass es mir egal wäre, was der Leser von meinen Werken hält – im Gegenteil –, aber, wie gesagt, habe ich nur bedingt Einfluss auf das, was ich schreibe. Darum – und man möge mir verzeihen, dass ich an dieser Stelle etwas von der eigentlichen Frage abkomme – ist ein enger Kontakt zwischen Autor und Leser immer wünschenswert. Denn auch wenn wir an der Geschichte an sich nichts ändern können (wollen), so ist konstruktive, objektive Kritik, in Bezug auf Form, Logik, Plot holes, Stil uvm., doch wichtig für beide Seiten, da sie es dem Autor erlaubt, sich zu entwickeln und schließlich (hoffentlich/vielleicht) besseres Produkt abzuliefern.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Bullshit! – Ja, ernsthaft. Gut, ich würde es anschließend begründen, aber ansonsten – ja, ernsthaft. Jeder Mensch ist kreativ, auf die eine oder andere Art, auch, wenn er es vielleicht nicht weiß. Fantasie ist keine Voraussetzung, um kreativ zu sein; Kreativität kommt aus uns selbst heraus. Wenn man sich also die Frage stellt, warum man nicht auch schreiben, töpfern, malen oder Seepferdchen zureiten (ja, ich weiß, sorry … ) kann, sollte man sich lieber die Farge stellen, warum man ausgerechnet dies können will. Ich meine nicht den Teil, des Erlernens einer Kunstfertigkeit, denn mit Schreibkursen, Zeichenkursen oder Reitunterricht, lassen sich derartige Fertigkeiten durchaus erlernen. Was ich meine, ist die Frage, warum man sich denkt: „Ich will auch ein Buch schreiben / ein Bild malen / etc. können.“ Warum will ich ein Buch schreiben, wenn ich es einfach schreibe, um ein buch geschrieben zu haben? Unsere Kreativität wird sich immer – auf welche Art auch immer – bemerkbar machen und uns in eine Bahn lenken, auch, wenn wir uns vielleicht nicht (gleich) klar sind, dass ein entsprechendes Tätigkeitsfeld als kreative „Arbeit“ aufgefasst werden kann. Wenn ihr eine Idee habt, die euch nicht loslässt, dann folgt ihr. Niemand muss alles können und niemand erwartet es von euch. Seid einfach gut in dem, was euch liegt und hört – auch wenn es sehr – sehr, sehr – kitschig klingt – auf euer Herz. Setzt euch nicht vor eine leere Leinwand und denkt: „Ich würde so gerne malen können, was könnte ich denn malen?“ Wrong way. Ihr habt eine Idee für ein Buch? – schreibt es! Ihr habt eine Eingebung für ein Bild? – malt es! Ihr habt die Vision einer Hausbar? – baut sie! Die handwerklichen Fähigkeiten lassen sich erlernen/trainieren, auch ein Picasso und Stephen King haben klein angefangen. Findet euer Ding und macht es. Zwängt euch nicht in eine Sparte, die euch nicht liegt, nur aus dem Gedanken heraus, dass gerade diese Sparte der Inbegriff der Kreativität sei. Kreativität ist so vielfältig, wie das Leben selbst und ein fester Bestandteil davon.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft, weil sie noch nicht geschrieben ist und weil wir sie noch gestalten können.
Erkenntnis oder Mysterium? – Mysterium. Mysterien beflügeln unseren Geist. Neugierde, die Suche nach dem Neuen, die uns – insgeheim – allen innewohnt.
Stille oder Trubel? Stille. Sie ist, für mich, das bevorzugte Arbeitsumfeld. Handy, Fernseher, Radio – aus.
Morgen oder Abend? Abend. Eine schwierige Entscheidung. Am Morgen bin ich zwar etwas kreativer, auf der anderen Seite aber, schlafe ich gerne – sofern machbar – lange und genieße die Ruhe der Nacht.
Utopie oder Dystopie? Dystopie. Des Schreibens wegen. Es macht Spaß, auch mal böse sein zu dürfen.
Zeit oder Geld? Zeit. Kommt Zeit, kommt Geld …
Chaos oder Ordnung? Chaos. Es bietet mehr Raum für Kreativität – mehr Freiheit.
Routine oder Abenteuer? Abenteuer. Etwas Neues erfahren und erleben.
Luxus oder Minimalismus? Minimalismus. Ich erinnere mich da gerne an die wundervolle „Schriftsteller – Bedürfnispyramide“ , der lieben Kollegin Bordsteinprosa – einen lieben Gruß, an dieser Stelle: schlafen, essen, Sex, Wein, schreiben; passt.
Fiktion oder Realität? Fiktion. Auch hier macht es wieder die Freiheit und das Unbekannte. Für das, was wir uns selbst erdenken können, gibt es eben einfach keine Grenzen.

Hier findet ihr Hayo Peter:

Webseite: https://thelurkingevil.jimdo.com/
Facebook: https://www.facebook.com/HPInnemann
Twitter: @HPInnemann
Instagram: @hpinnemann

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, lieber Hayo Peter! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

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Verfasst von - Februar 24, 2018 in Create & Inspire

 

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