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Muss ein Autor liefern?

Muss ein Autor liefern?

VON DER VERPFLICHTUNG GEGENÜBER LESERN

Wer kennt das nicht? Sehnsüchtig wird auf den nächsten Band einer Reihe oder auf das nächste Buch aus der Feder des Lieblingsautors gewartet – meistens kann es gar nicht schnell genug gehen. Da kann man schon mal ungehalten werden, wenn der Autor andere Dinge vorzieht oder – Himmel hilf! – für eine Weile gar nicht schreibt. Nicht wahr?

Zwei Dinge haben mich dazu bewogen, mir Gedanken darüber zu machen, ob wir Autoren eine Verpflichtung gegenüber unseren Lesern haben, ob wir angefangene Buchreihen gezwungenermaßen abschließen oder spätestens alle ein bis zwei Jahre ein neues Buch „raushauen“ müssen: einmal der vor ein paar Tagen erschienene und äußerst lesenswerte Artikel Warum Kreativität Zeit braucht und was Leser und Autoren daraus lernen können von Sonea von Delvon im Schreibmeer, zum anderen der neue Roman von Walter Moes: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr.

Wer diesen Blog schon länger liest, weiß, dass ich leidenschaftlicher Moers-Leser bin. Als ich gestern in der Buchhandlung über den neuen Roman stolperte (eigentlich sollte er erst am 28.8. erscheinen), habe ich ihn gleich mitgenommen und wie einen kostbaren Schatz nach Hause getragen. Natürlich habe ich in den letzten Wochen und Monaten Moers‘ Updates auf seiner Facebookseite verfolgt und mich über die neue Veröffentlichung gefreut, die Veröffentlichung des letzten Zamonien-Romans liegt immerhin schon sechs Jahre zurück. Umso trauriger haben mich einige Kommentare von Lesern gestimmt. Anstatt sich über das neue Buch zu freuen, wird der Autor mit Fragen bombardiert, wann denn nun ENDLICH der dritte Teil der Träumenden Bücher erscheint. Ein Blick auf die Zamonien-Homepage hätte ergeben, dass der Abschluss der Trilogie auf unbestimmte Zeit verschoben ist, Amazon gibt als Lieferdatum Oktober 2024 an.

Ich kann verstehen, dass man als Fan enttäuscht ist, wenn ein Buch angekündigt und dann (mehrfach) verschoben wird. Ja, das ist ärgerlich. Ich möchte Das Schloss der träumenden Bücher auch gerne lesen – natürlich. (Wobei ich auch ganz ehrlich sage, dass ich keine Fortsetzung des ersten Romans gebraucht hätte. Für mich war er so einfach perfekt.) Was ich jedoch nicht verstehen kann, ist, dass man seinem angeblichen Lieblingsautor gegenüber fordernd oder gar ausfällig wird und schreibt, er würde seine treuen Leser abzocken (v. a. in Bezug auf Das Labyrinth der träumenden Bücher. Dieser zweite Teil war – nun ja – als Story nicht wirklich gelungen, auch wenn ich ihn allein aufgrund des tollen Schreibstils gerne gelesen habe). Herrje. Moers hat mehrere geniale Bücher geschrieben und dann regt man sich auf, weil eines dabei ist, das eben nicht so gelungen ist, „droht an“ nie wieder eines seiner Bücher zu lesen oder fragt unter jedem Post, wann denn endlich DAS Buch kommt, auf das man schon so lange wartet?

Diese Erwartungshaltung, die sich da abzeichnet, gefällt mir nicht. Ich kenne eben nicht nur die Leser-, sondern auch die Autorenseite. Klar ist es blöd, wenn ein langersehntes Buch nicht oder erst sehr viel später erscheint. Klar ist aber auch: Kreative Arbeit braucht Zeit. Manchmal hält man eine Geschichte für eine gute Idee, plant und schreibt über mehrere Monate (oder gar Jahre), nur um festzustellen, dass es einem irgendwann keine Freude mehr macht, diese Geschichte zu erzählen. Weil die Idee vielleicht doch nicht so toll war. Oder weil man sich selbst in dieser Zeit so stark weiterentwickelt hat, dass es einfach nicht mehr passt. Natürlich ist das schade, für den Autor vielleicht noch mehr als für den Leser, denn er hat viel Zeit mit der Arbeit an dieser Idee verbracht. Zeit, die ihm wahrscheinlich zunächst einmal verschwendet vorkommt. (Natürlich ist sie das nicht, denn bloß weil ein Manuskript nicht veröffentlicht wird, heißt das ja nicht, dass man in dieser Zeit nichts gelernt/sich nicht weiterentwickelt hätte – aber das ist ein anderes Thema.)

Gerade wenn man an mehreren Projekten gleichzeitig arbeitet, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich eines in den Vordergrund drängt und andere hintenanstehen müssen. Auch ein Vollzeitautor hat nur ein begrenztes Zeitkontingent zur Verfügung. Kein Autor ist eine Maschine, die Tag und Nacht durcharbeitet, um den Leser zufriedenzustellen.

So geht es ja nicht nur Moers. Zahlreiche Autoren scheinen sich regelmäßig vor ihren Lesern dafür rechtfertigen zu müssen, dass sie gerade eben NICHT am Manuskript sitzen, sondern etwas anderes machen. Ein weiteres berühmtes Beispiel dürfte George R. R. Martin sein, der mit seinem Lied von Eis und Feuer eine riesige Leserschaft und Fangemeinde hat, die ebenfalls nun schon lange auf einen weiteren der Reihe warten müssen. Selbst die britische Tageszeitung The Guardian titelt: „Let’s just say it: George RR Martin needs to get on with The Winds of Winter“, die Unterzeile lautet „The Game of Thrones author is working on four HBO spin-offs. All very well, but don’t loyal readers deserve to see how the original story ends?“ Der Artikel wird im Verlauf zum Glück ein wenig versöhnlicher. Sicherlich ist es den Lesern gegönnt zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht, aber verdienen sie es? Verdienen, wirklich? Womit wird dieser Anspruch gerechtfertigt? Weil sie die anderen Bücher gelesen haben? Wie kann sich aus einer Aktivität, die man selbst wählt und die man genießt, eine solche Anspruchshaltung einer anderen Person gegenüber entwickeln?

Als Neil Gaiman von einem Leser gefragt wurde, ob Martin nicht eine Verantwortung seinen Lesern gegenüber hätte, antwortete er: „George R. R. Martin is not your bitch“ – was ich sehr erfrischend fand. Er macht in seinem Blogbeitrag deutlich, dass es keinen Vertrag zwischen Autor und Leser gebe, dass ein Leser (nur weil er zehn oder zwanzig Euro in ein Buch investiere) keine Ansprüche auf eine Fortsetzung oder auch nur ein weiteres Buch dieses Autors stellen könne, und nennt eine „simple and unanswerable truth: George R. R. Martin is not working for you“.

Zuallererst arbeitet ein Autor für sich selbst. Natürlich sind die Leser wichtig, doch in erster Linie verbringt man sehr, sehr, sehr viel Zeit allein am Schreibtisch. Sich dann (womöglich neben dem Brotjob und in seiner Freizeit) mit etwas zu beschäftigen, was man selbst gar nicht machen möchte – das kann es nicht sein. Das mag nun nicht sehr wirtschaftlich klingen, denn die meisten Autoren möchten – natürlich – für ihre Arbeit entlohnt werden. Aber wie Gaiman schon sagt: Man wird für die geleistete Arbeit entlohnt und nicht für die noch zu leistende.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich meine nicht die Leser, die ab und an mal freundlich nachfragen, wie die Arbeit am nächsten Roman läuft und wann mit Erscheinen gerechnet werden kann. Das sind wirklich schöne Momente, in denen man seine Arbeit wertgeschätzt sieht, weil jemand das vorige Buch mochte und nun gerne ein weiteres lesen möchte. Es sind eher diejenigen Leser, die – wie Sonea in ihrem Artikel fürs Schreibmeer erläutert – belehrende und (mit Verlaub) unverschämte Kommentare schreiben wie: „Wie, du zockst an der Konsole? In der Zeit hättest du besser schreiben können.“ – „Ja, hätte ich. Habe ich aber nicht, weil … tut mir leid, aber das geht dich einfach nichts an. Du bestimmst nicht darüber, wie ich meine Zeit verbringe.“

Denn solche Kommentare verursachen v. a. eins: ein schlechtes Gewissen. In seinem (sehr empfehlenswerten!) Buch „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ bezeichnet Frank Berzbach das schlechte Gewissen als „Aggressionen, die wir gegen uns selbst richten“. Als jemand, der kreativ arbeitet, hat man oft sowieso schon ein schlechtes Gewissen. Wieder zu wenig geschafft, wieder nicht das Wortziel erreicht, das man sich vorgenommen hatte, wieder zu viel Zeit im Internet verplempert … Wenn dann noch Druck von außen aufgebaut wird, auf eine Tätigkeit, die eigentlich Freude bringen soll, dann ist das nicht nur hinderlich, sondern kann dazu führen, dass man vollends die Lust daran verliert, eine Blockade entwickelt – was für beide Seiten, Leser wie Autor, höchst frustrierend wäre.

Natürlich dürfen wir als Leser einer Veröffentlichung entgegenfiebern, aber wir sollten auch akzeptieren, dass manche Dinge einfach viel Zeit brauchen. Das ist kein Prozess, der irgendwie beschleunigt werden kann. Die Arbeit an einem Buch dauert eben so lange, wie sie dauert.

Wie seht ihr das – als Autor und auch als Leser? Auf welches Buch wartet ihr schon lange – oder auf welches habt ihr lange gewartet?

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Beitragsbild:

Brad Neathery

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26 Kommentare

Verfasst von - August 25, 2017 in Autorenleben

 

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Meine 10 Macken als Autor

Meine 10 Macken als Autor

Die liebe Tinka Beere hat gefragt und ich antworte. Meine zehn Macken, die ich als Autor entwicket habe:

  1. Ich bin immer mit einem Teil meiner Gedanken bei meiner Geschichte. Feierabend kenne ich nicht. Egal, wo ich bin oder was ich tue, es gibt immer Details, Situationen, Gesprächsfetzen, die ich mir merke, um sie später auf die ein oder andere Weise zu verarbeiten. Anstrengend, ich weiß 😉

  2. Ich habe immer ein Notizbuch dabei, um mir oben genannte Dinge zu notieren. Und etwas zum Lesen, meistens meinen Kindle, da er in jede Handtasche passt.

  3. „Ich muss mal eben was nachgucken“ – 2 Stunden später recherchiere ich immer noch

  4. Rechtschreib- & Grammatikfehler anderer (ungefragt) verbessern – wohl meine schlechteste Angewohnheit.

  5. Ich lese anders, v.a. seit ich selbst lektoriere. Die aktuelle Lektüre nehme ich gerne im Hinblick auf Stil, Plot, Spannungsbogen, Figuren etc. auseinander. Lesen zur Entspannung kommt nur noch selten vor.

  6. Manchmal reserviere ich ganze Tage nur fürs Schreiben. Meistens klappt es dann aber doch nicht. Ich bin produktiver, wenn ich nur ein schmales Zeitfenster habe.

  7. Kaffee & Kuchen vor dem Laptop genießen. Klingt ungesellig. Ist es wohl auch.

  8. Überall liegen Stifte & Zettel herum, um schnell eine Idee zu notieren.

  9. Ich bin ständig auf der Suche nach Bildern & Songs, die zum aktuellen Projekt passen.

  10. Meine Lieblingsausrede beim Bücherkauf: „Das BRAUCHE ich, das ist Recherche.“

Welche Macken begleiten euren Autorenalltag?

 
15 Kommentare

Verfasst von - Oktober 23, 2015 in Autorenleben

 

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Neuigkeiten aus Nuun: Autor Benjamin Spang stellt seinen Roman „Blut gegen Blut“ und seine Crowdfundingkampagne vor!

Neuigkeiten aus Nuun: Autor Benjamin Spang stellt seinen Roman „Blut gegen Blut“ und seine Crowdfundingkampagne vor!

Heute habe ich die große Ehre, den saarländischen Autor Benjamin Spang vorzustellen. Wer mein Blog schon länger liest, dem dürfte dieser Name bekannt vorkommen, denn im Rahmen meiner Blogreihe „Faszination Dampfkraft“ durfte ich bereits zwei Beiträge veröffentlichen, einmal einen Gastbeitrag von Benjamin und eine Rezension zu seinem Buch Kurzgeschichten aus Nuun.

Mittlerweile gibt es Neuigkeiten aus Nuun, denn Benjamins Roman Blut gegen Blut ist fertig. Fertig? Naja, fast, denn zur Fertigstellung braucht der verlagsunabhängige Autor Unterstützung. Deshalb hat er eine Crowdfundin-Kampagne ins Leben gerufen, um seinen Roman lektorieren und korrigieren zu lassen und in ein ansprechendes Gewand kleiden zu können. Doch genug der Vorrede, lassen wir Benjamin doch am besten selbst zu Wort kommen:

Verlagsunabhängiger Autor aus dem Saarland: Benjamin Spang (c) Foto: Mark Lissmann

Verlagsunabhängiger Autor aus dem Saarland: Benjamin Spang
(c) Foto: Mark Lissmann

Lieber Benjamin, herzlich willkommen auf meinem Blog! Du bist Autor und Erfinder des Doppelmond-Universums. Würdest du dich und deine Arbeit kurz vorstellen?

Ich bin verlagsunabhängiger Autor, wohne im Saarland und habe schon im Jahre 2005 damit begonnen, ein eigenes Fantasyuniversum zu erschaffen. Eigentlich war es für ein Computerspielprojekt gedacht, das aber leider nicht umgesetzt wurde. Meine Arbeit wollte ich nicht in der Schublade einstauben lassen, und so habe ich begonnen, mit der Welt und den Charakteren Kurzgeschichten zu schreiben.

In meiner Fantasywelt scheint keine Sonne, stattdessen gibt es zwei Monde am Himmel. Drei Völker sind im Krieg: Vampire, Werwölfe und Menschen. Jede Partei hat ihre eigene Lebensweise, eine eigene Kultur und eigene Armeen. In meinen Kurzgeschichten stehen meistens ein oder auch mehrere Charaktere im Vordergrund, deren Schicksal ich erzähle. Über die großen Schlachten habe ich bisher nicht berichtet, das werde ich aber nachholen, sobald die Zeit reif dafür ist.

Du schreibst häufig aus einer weiblichen Perspektive, was für einen Mann ja eher ungewöhnlich ist. Wie bist du darauf gekommen, dich eher weiblichen Protagonisten zuzuwenden?

Ich glaube, das kommt von der Wurzel, aus der meine Doppelmond-Welt entsprungen ist: Der erste Underworld Film. Kate Beckinsale als Vampirin Selene. Der Film hat mich damals so beeindruckt, dass ich eine Welt mit Vampiren und Werwölfen erschaffen wollte. Vielleicht kommt es auch daher, dass ich starke, taffe Frauen einfach faszinierender finde als männliche Protagonisten. Lustigerweise habe ich nie vor einer Kurzgeschichte gesagt: „Jetzt schreibe ich eine Geschichte mit einem weiblichen Hauptcharakter!“ Es entstand immer aus dem Plot heraus, aus dem, was ich erzählen wollte. Mit der Zeit sind dann ja auch männliche Charaktere wie Krokk, Markus und Samuel dazugekommen. 🙂

"Blut gegen Blut"

„Blut gegen Blut“

Deine Leser kennen dich durch deine Doppelmond-Kurzgeschichten und dürfen sich nun auf deinen ersten Roman freuen. Inwieweit hat sich die Arbeit am Roman von der an deinen Kurzgeschichten unterschieden?

Als ich angefangen habe mit den Kurzgeschichten, konnte ich es mir gar nicht vorstellen, auch einen Roman zu schreiben. Ich wusste, dass das hart wird. Dann hat mich der Ehrgeiz gepackt, ich habe einige Bücher über das Thema gelesen und dann angefangen, den Plot auszuarbeiten.

Kurzgeschichten waren eher ein langer Sprint. Ein Roman ist dagegen ein Marathon. Zwei Jahre habe ich an „Blut gegen Blut“ gearbeitet. Du selbst musstest zwischendurch als Testleserin herhalten. Da hatte das Manuskript 60.000 Wörter. Mit dem Feedback der Testleser ging die Arbeit weiter und der Roman ist auf 100.000 Wörter angewachsen. Es hat wirklich lange gedauert, aber ich denke am Ende hat es sich gelohnt. Naja, fertig ist er noch nicht: Das Lektorat steht noch aus.

Wo findest du Material für deine Geschichten? Und wie entscheidest du, was sich eher als Kurzgeschichte und was als Roman verarbeiten lässt?

Ich habe irgendwann damit angefangen, aktiv Ideen für Doppelmond-Geschichten zu finden und diese zu notieren. Das sind immer 2 bis 3 Sätze, alle gesammelt in einem kleinen Notizbuch und dafür gedacht, als Kurzgeschichte zu erscheinen.

Wenn es um einen Roman geht, fasse ich erst den Entschluss, solch ein größeres Werk zu verfassen und mache mich dann auf die Ideensuche. Andersrum funktioniert das bei mir nicht.

Aktuell habe ich noch eine Reihe von Kurzromanen in Planung, die ebenfalls in meiner Doppelmond-Welt spielen werden. Ob es überhaupt eine Reihe wird, entscheidet aber die Menge an Stoff, die ich erst noch ausarbeiten muss.

Betreibst du viel Recherche für deine Geschichten oder überlässt du das meiste deiner Fantasie?

Recherche ist wichtig, auch in einer Fantasywelt. Zum Beispiel habe ich für den Roman viel über das Schweißen lernen müssen. Solche Dinge kann man sich als Autor nicht einfach ausdenken, das muss glaubhaft geschrieben sein.

Youtube-Videos, Wikipedia-Artikel und einige Websites habe ich dafür unter die Lupe genommen.

Da meine Protagonistin neben ihren Fähigkeiten als Schweißerin auch noch auf einem Bauernhof lebt, musste ich mir auch aneignen, was auf einem Bauernhof überhaupt passiert.

Ebenso die ernsten Themen in meinem Buch. Alkoholismus eines Familienangehörigen oder selbstverletzendes Verhalten: Mit so etwas beschäftigt man sich normalerweise ja nicht. Das Wissen musste ich mir erst aneignen.

452 Schreibstunden im Jahr 2014

452 Schreibstunden im Jahr 2014

Neben deiner schriftstellerischen Tätigkeit hast du noch einen Vollzeitjob. Wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich habe mich irgendwann einfach dazu entschieden, das alles unter einen Hut zu kriegen und dafür aufgehört, andere Dinge zu tun. Viele jammern immer, sie hätten nicht genug Zeit, sitzen dann aber z. B. Abends vor dem Fernseher und gucken Dschungelcamp.
Ich hatte irgendwann auch gar kein Interesse mehr, stundenlang vorm TV oder der XBOX zu hängen und habe damit begonnen, zu schreiben und zu planen. Ich habe aufgehört, morgens bis 7 Uhr zu schlafen und damit begonnen, schon um 5 Uhr an meinem Manuskript zu arbeiten.
Das benötigt immer wieder Disziplin und auch eine gewisse Eingewöhnungsphase.

In wenigen Worten: Worum geht es in deinem bald erscheinenden Roman?

Amalie Reichenlicht ist eine junge Frau, die in einer Werkstatt arbeitet. Sie erledigt Schweißerarbeiten, repariert Lastkraftwagen und klettert auf Zeppeline, um diese zu säubern. Eines Tages gibt es eine dramatische Veränderung ihrer Familienverhältnisse. Der verzweifelte Versuch, ihre Mutter vor einem großen Fehler zu bewahren, zwingt sie zu einer abenteuerlichen Reise, auf der sie feststellen muss, dass die dunklen Völker Jagd auf sie machen. Was wollen sie ausgerechnet von ihr? Und auch die Doppelmond-Agentin, auf deren Zeppelin sie mitreisen darf, scheint eigene Ziele zu verfolgen.

Derzeit kann man dich und dein Projekt auf der Crowdfundingplattform Startnext finden und unterstützen. Du willst dadurch u.a. ein Lektorat für deinen Roman finanzieren. Wie bist du auf die Idee gekommen, diese noch relativ neue Möglichkeit der Finanzierung zu nutzen?

Ich weiß noch, dass irgendwann Sandra Baumgärtner, eine Autorin, die gar nicht so weit weg von mir wohnt, ihr Kinderbuch „Vampi“ über Startnext finanzieren wollte. Ich habe mir das angeschaut, fand die Idee klasse und habe das Projekt auch unterstützt. Im Zuge dessen kam mir die Idee, das auch für meinen Roman zu probieren. Ich habe angefangen zu recherchieren und gesehen, wie andere Romanautoren das geschafft haben.

Im September letzten Jahres habe ich dann mit der Planung und Vorbereitung der Kampagne begonnen.

Stadtbibliothek_Saarbruecken

In der Stadtbibliothek Saarbrücken

Eine eigene Crowdfundigkampagne erfordert nicht nur viel marketingtechnisches Wissen, sondern auch eine Menge Zeit und Arbeit. Mit deiner jetzigen Erfahrung: Würdest du weitere Crowdfundingprojekte starten? Und würdest du anderen Autoren dazu raten, es ebenfalls zu versuchen?

Das kann ich pauschal so nicht sagen, da nicht jeder Autor gleich tickt. Verlagsunabhängige Autoren, sogenannte Selfpublisher, wie ich einer bin, unterscheiden sich auch sehr in der Auffassung ihrer Arbeit. Manche stecken mehr Zeit, Energie und Geld in ihre Schreibprojekte als andere. Wenn du als Autor liebst, was du tust und ein qualitativ hochwertiges Projekt verkaufen möchtest: Versuch es! Investiere die Zeit in Recherche, Planung, usw. und finde heraus, ob es dir gelingen könnte.

Würde ich weitere Crowdfunding-Projekte starten? Ja, definitiv.

Bevor ich Crowdfunding in Erwägung ziehe, würde ich jedoch prüfen, ob die Voraussetzungen dafür gut sind. Ich würde z. B. kein Crowdfunding wagen, wenn ich nicht ein gutes Netzwerk im Rücken hätte. Das ist ganz wichtig: Menschen, die dich und deine Mission unterstützen und weitertragen.

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Inhalt der „Limited Editon“, die auf startnext erworben werden kann

Letzte Frage: Was möchtest du potentiellen Unterstützern deiner Kampagne und zukünftigen Lesern mit auf den Weg geben? Warum sollten sie ausgerechnet dein Projekt unterstützen?

Ja, warum gerade mich unterstützen? Auf diese Frage bin ich vorbereitet! 🙂

Weil ich das alles schon mein halbes Leben lang mache. Das ist nicht nur so gesagt, ich bin jetzt dreißig Jahre alt und mit fünfzehn habe ich tatsächlich damit begonnen, kontinuierlich eigene Projekte auf die Welt loszulassen, sei es ein eigenes Computerspiel oder eben eigene Texte. Und ich bin immer mit dem Herzen dabei.

Jetzt versuche ich meinen Debütroman mit Hilfe dieser tollen Möglichkeit „Crowdfunding“ auf die Welt loszulassen. Die letzten zwei Jahre habe ich an dem Text gearbeitet und ihr da draußen könnt mir helfen, diese zwei Jahre zu einem Happy End zu führen!

Dafür biete ich tolle Extras wie z.B. eine Making-Of-DVD, auf der man, ähnlich wie bei Filmen, hinter die Kulissen des Romans blicken kann.

Schaut doch einfach mal vorbei, liebe Leser. Vielleicht habt auch ihr Lust, mich zu unterstützen! 🙂

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Vielen Dank für das Interview, lieber Benjamin, und ganz viel Erfolg bei deiner Crowdfundingkampagne!

Wenn ihr nun neugierig geworden seid, dann schaut euch Benjamins Homepage oder seinen wunderbaren Blog an, folgt ihm auf Facebook oder Twitter und unterstützt ihn auf startnext!

 
Ein Kommentar

Verfasst von - März 18, 2015 in Begegnungen

 

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