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Create & Inspire: BenStage

Create & Inspire: BenStage

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

BenStage, Autor & Blogger

Kurzvita
Ich bin wie Berlin: Verdammt zu werden und niemals zu sein.

Beschreibe dich in drei Worten.
Ambitioniert, leidenschaftlich, loyal.

Woran arbeitest du gerade?
Verschiedenes, leider – was wohl der Grund ist das nie etwas fertig wird. Von satirisch gefärbten Streitschriften bis zum epischen Sci-Fi-Fantasy Werk. Ich kann mich einfach auf nichts alleine konzentrieren und arbeite lose an zig Dingen.

ben_twitterWas verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Dass ich die Freiheit habe meine Ideen auszuleben, mich auszuprobieren, mich treiben lassen kann. Ideen ständig andere Ideen hervorrufen. Das ich Welten erschaffe und zerstöre, die verschiedenen Farbe meiner Seele in Worte kleide.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Ja, doch in einem vom Alltag geprägten Leben passiert das leider viel zu selten, was mich sehr deprimiert. Wenn es passiert, ist das einfach nur berauschend, man fühlt sich wahnsinnig lebendig und wie elektrisiert. Wenn Synapsen buchstäblich glühen kommt das fast einem Orgasmus gleich.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… fühle ich mich klein, unbedeutend, nutzlos und grau.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Alan Shore aus Boston Legal hat mal gesagt „Worte sind meine Freunde“. Das ist bei mir ähnlich. Ich habe nicht viele Freunde, hatte ich nie. Aber Worte waren immer für mich da. Ich bin nicht direkt schüchtern, aber auch niemand der sich im realen Leben anderen einfach so öffnen kann / will, oder ungefragt mitteilt. Ich will Menschen nicht zur Last fallen. Dennoch brauche ich ein Ventil. Muss teilen was mich innerlich zerfrisst. In irgendeiner Form. Ich muss das Chaos, den Schmerz, die Ideen, die Fragen in meinem Kopf irgendwie ordnen. In Geschichten oder Texten kann ich mich mitteilen. Mir selbst Dinge erklären, die ich nicht verstehe. Ich bin mir der Vergänglichkeit meines Selbst und der Endlichkeit des Lebens sehr bewusst. Ich möchte gerne etwas hinterlassen. Etwas das nach meinem Tod noch eine Weile bestand hat. Der Gedanke etwas zu erschaffen woran man sich eine Weile erinnern mag, tröstet mich. Ich glaube nicht das ich dies mit etwas anderen als der Schreiberei erreichen könnte. Es ist meine einzige Chance etwas von Bedeutung zu tun.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Kreativität, Fantasie kann man meiner Meinung nach nicht lernen, wenn auch trainieren. Schreiben und andere Kunstformen sind vor allem ein Handwerk – das kann man lernen. Doch kann man sich nicht einfach vornehmen, kreativ zu sein. Ich denke aber, dass es extrem viel mit Disziplin zu tun hat. Sich immer wieder selbst zu fordern und es zu versuchen. Sich auf eine Sache zu konzentrieren und diesem einen Ding so die Chance einer Möglichkeit geben. Ich glaube nicht daran das jeder Mensch per se kreativ ist oder sein kann. Ich glaube aber sehr wohl daran das jeder Mensch in mindestens einer Sache sehr gut werden kann. Und die meisten Menschen wissen nicht, ahnen nicht mal was das sein könnte. Ich würde dieser Person raten es auszuprobieren, immer wieder und keine Angst vorm Scheitern zu haben. Das gehört dazu.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Ich bin neugierig darauf was sein könnte.
Erkenntnis oder Mysterium? – Ich bin neugierig und möchte Dinge verstehen, dennoch finde ich es schön wenn ich mich Dinge fragen, suchen kann.
Stille oder Trubel? – Ich mag Chaos und halte es für kreativ-stiftend, aber ich glaube es braucht Stille um wahrlich schöpferisch tätig zu sein.
Morgen oder Abend? – Ich habe das Gefühl abends/nachts besser arbeiten zu können, das mag aber eine Lüge sein. Ich versuche das gerade zu ändern.
Utopie oder Dystopie? – Die, die mich kennen mögen das nicht glauben, aber ich mag Dystopien nicht besonders und liebe Utopien, weil ich auf meine eigene, verquere Weise doch ein Optimist bin.
Zeit oder Geld? – Geld kann einem ja auch Zeit schenken, aber eben nicht wirklich daher muss das wertvoller sein.
Chaos oder Ordnung? – Siehe Nummer 3.
Routine oder Abenteuer? – Ich habe viel zu viel Routine in meinem Leben und es deprimiert mich. Ich brauche mehr Abenteuer, etwas wofür es sich zu leben lohnt.
Luxus oder Minimalismus? – Zeit haben ist ja Luxus, ich glaube aber das im Wenigen wahre Erfüllung liegt. Ein Zustand den ich noch nicht gemeistert habe
Fiktion oder Realität? – Weil mich die Realität oft deprimiert/langweilt

Hier findet ihr Ben:

Webseite: http://benstage.com/
Twitter: https://twitter.com/WithoutUmlaut
Facebook: https://www.facebook.com/BenStage-1919353664741536/

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, lieber Ben! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

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Verfasst von - Februar 10, 2018 in Create & Inspire

 

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Create & Inspire: Heidi Hensges

Create & Inspire: Heidi Hensges

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Heidi Hensges, Autorin

Kurzvita
Nach drei Berufsausbildungen und vielen Jahren als Mädchen für fast alles habe ich dem nachgegeben, was seit Ewigkeiten in mir brannte: einen Roman zu schreiben. Das wurde mit Mitte 50 auch mal Zeit.

HHensges_PortraitPresse_SW

Photo by: Mario Risse, Marios Photoworld, Erkelenz

Beschreibe dich in drei Worten.
Vielseitig, experimentierfreudig, leidensfähig.

Woran arbeitest du gerade?
An der Beantwortung deiner Frage. Scherz beiseite 😊 An meinem zweiten Roman. Es wird wieder um Liebe, Beziehungen, Menschen und das ganze verrückte Leben gehen, das ja immer seine eigenen Pläne hat.

Was verstehst du unter kreativem Leben? Und was bedeutet es für dich?
Offen sein für alles Mögliche. Loslassen können. Versinken. Sich selbst, Situationen, Menschen und Details gut beobachten, sich ausprobieren und hin und wieder neu erfinden. Gedanken und Ideen schriftlich festhalten, mögen sie anfangs auch noch so abwegig erscheinen. Mutig sein, Impulsen nachgehen. Schreiben aus Leidenschaft, nicht weil man es muss. All das bedeutet mir so viel wie geliebte Menschen, gutes Essen und Sonnenschein im Frühling.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Ja, sicher, und das war großartig und produktiv. Ein Flow dauert bei mir unterschiedlich lange, da gibt es ja kein pauschales Zeitmaß, wann ein Flow ein Flow ist. Das Gefühl ist entscheidend. Meistens passiert das in oder nach Situationen, in denen ich äußerst entspannt bin und gar nicht ans Schreiben denke. Beim Häkeln, beim Kochen, beim Abwaschen, beim Fernsehen, beim Hundespaziergang, bei der Gartenarbeit. Oft auch in ungewohnter Umgebung. Da geschieht dann manchmal ein gedanklicher Flow, der nicht mehr aufzuhalten ist. Auch im Gespräch mit anderen kann das geschehen, da ist dann auf einmal ein Impuls, der alles auslöst. Da ich immer irgendwo Zettel und Kladden herumliegen oder in der Handtasche bei mir habe, schreibe ich die Ideen so schnell wie möglich handschriftlich auf. Dabei kann es sich um einen Plot handeln, um Szenen, ganze Kapitel oder Kurzgeschichten. Ein konkretes Beispiel für einen „Plot-Flow“: Als ich einige Seiten einer ursprünglichen Romanidee einer erfahrenen Selfpublisher-Kollegin schickte, antwortete sie mir schonungslos per Mail und wir telefonierten anschließend. Noch während des Telefonats hat es „Klick“ gemacht und der erste, grobe Plot zu meinem Debütroman „Ein Herz aus Marmelade“ war innerhalb einer halben Stunde niedergeschrieben. Ich habe daraufhin ganz von vorne angefangen, und es war gut so.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin, …
… dann fühle ich mich elend und tue am besten etwas, das den Kopf freimacht. Backen zum Beispiel. Ich liebe Kuchen, und Teigrühren hat für mich fast etwas Meditatives. Dann klappt es auch wieder mit der Kreativität. Meistens jedenfalls. Erzwingen lässt sich Kreativität sowieso nicht, da ist Ablenkung die beste Methode.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Mir geht es beim Schreiben weniger um Selbstverwirklichung, sondern darum, dass sich meine LeserInnen wohlfühlen. Ein Roman oder eine Geschichte muss nachvollziehbar sein und ein gutes Gefühl hinterlassen, wobei ich auch schon Bedrückendes und Gruseliges geschrieben habe. Aber auch da war das Feedback positiv, oft sogar so berührend, dass mir selbst die Tränen gekommen sind. Überhaupt gibt es für AutorInnen wohl kaum etwas Schöneres als begeisterte Rückmeldungen, in welcher Hinsicht auch immer. Das ist es, was mich antreibt, und ich möchte es in meinem Leben nicht mehr missen.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Nun, zuerst einmal würde ich gar keinen Rat geben, sondern aufmerksam zuhören und Fragen stellen. Warum ist der Wunsch nach Kreativität überhaupt da? Kam das plötzlich, oder gibt es schon etwas, was die Person länger umtreibt, vielleicht bereits seit Jahren? Wo liegen ihre Stärken, wo die Schwächen? Erst dann würde ich schauen, welchen individuellen Rat ich geben kann. Die Menschen sind ja zum Glück verschieden. In Schreibwerkstätten sind mir schon einige begegnet, die sich überhaupt nicht vorstellen können, etwas Fiktives zu schreiben. Dann ist das so und es gilt, daraus das Beste zu machen. Jeder muss sich wohlfühlen mit dem, was er tut. Nicht immer braucht es dafür zwingend viel Fantasie, sondern vielleicht eher das Herausarbeiten und Verfeinern der Stärken.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit – Beides. Und Gegenwart 😊
Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis.
Stille oder Trubel? – Stille.
Morgen oder Abend? – Abend.
Utopie oder Dystopie? – Schwierig. Utopie.
Zeit oder Geld? – Zeit.
Chaos oder Ordnung? – Ähem. Bei mir ist Chaos fast Programm, was nicht heißt, dass ich das toll finde. Ordnung kriege ich schlecht gebacken.
Routine oder Abenteuer? – Abenteuer. Routine da, wo sie nötig ist.
Luxus oder Minimalismus? – Minimalismus mit ein bisschen Luxus.
Fiktion oder Realität? – Realität.

Hier findet ihr …

… meine Website (es ist immer noch eine Baustelle, bitte nicht stolpern): www.heidihensges.de
… meinen Twitter-Account: www.twitter.com/heidizeugs

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Heidi! 🙂

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*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 
 

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Create & Inspire: Stefan Schirmer

Create & Inspire: Stefan Schirmer

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Stefan Schirmer, Autor

Kurzvita
Reisefreudiger Bürohengst; trabt den Weg zum ersten Buch.

Profilbild BBA-Homepage Stefan SchirmerBeschreibe dich in drei Worten.
Humorvoll. Reiselustig. Tolerant.

Woran arbeitest du gerade?
Hauptsächlich an meinem ersten Buch, in dem ich über (m)eine Reise durch Indien und Nepal erzähle und versuche, Lesern diese beiden besonderen Länder auf authentische, aber unterhaltsame Art näherzubringen. Nebenbei sammle ich aber auch schon Ideen für Kurzgeschichten, aus denen vielleicht irgendwann ein zweites Buch wird.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
In meinem „Brotjob“ ist nicht viel Platz für Kreativität, deshalb muss ich sie in der Freizeit ausleben. Meist bezieht sie sich bei mir auf Sprache und Texte; ich habe da oft spontane Einfälle. Ich mag Wortwitz sehr und schaffe gerne Bilder durch Worte.
Bilder durch Farbe und Töne bilden kann ich nur so mittelmäßig. Ich bewundere Menschen, die sich auf diese künstlerische Art vollendet ausdrücken und vielleicht sogar ihr ganzes Leben dem kreativen Schaffen widmen können.
Aber wer weiß: vielleicht kaufe ich mir doch irgendwann mal ein Saxophon oder erwecke die in der Ecke stehende Gitarre zum Leben.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Den Flow habe ich sowohl körperlich als auch geistig schon erlebt.
Bis vor ein paar Jahren bin ich lange Strecken gelaufen. Da kam ich manchmal in einen nahezu meditativen Zustand, an dem der Körper wie ein Dieselmotor lief. Die Schritte gleichmäßig, der Atem gleichmäßig. Der ganze Mensch ein einziges Wohlbehagen. Und das Gefühl, genau so ewig weiterlaufen zu wollen und zu können.
Beim Schreiben habe ich den Flow manchmal in der Form, dass Sätze quasi aus mir herausquellen, dass Worte automatisch an die richtigen Stellen fallen. Da kann ich den Text kaum so schnell niederschreiben, wie er im Kopf gebildet wird.
In beiden Fällen habe ich es nicht darauf angelegt. Der Flow war plötzlich da.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… sitze ich möglicherweise gerade im Büro.
Spaß beiseite: Kreativität ist nicht lebensnotwendig, aber ein Teil von mir. Deshalb wird es keine langen Phasen ohne Kreativität geben.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Ich möchte Menschen unterhalten und ein Stück weit bewegen; sie neugierig machen oder zum Lächeln bringen.
Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Probier dich aus. Für kreative Tätigkeiten gibt es eine weite Spanne. Vom Schnitzen bis zum Musizieren, vom Stricken bis zum Schreiben, vom Malen bis zum Töpfern. Belege vielleicht einen Kurs und lass dich durch gemeinschaftliches Erleben inspirieren. Auch das Internet ist voller Inspiration.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft
Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis
Stille oder Trubel? – Stille
Morgen oder Abend? – Abend
Utopie oder Dystopie? – Utopie
Zeit oder Geld? – Zeit
Chaos oder Ordnung? – Ordnung
Routine oder Abenteuer? – Abenteuer
Luxus oder Minimalismus? – Luxus (eigentlich weder noch, sondern irgendwas dazwischen)
Fiktion oder Realität? – Realität

Hier findet ihr Stefan:

Derzeit noch auf https://about.me/stefanschirmer, eine Homepage folgt.
Twitter: @StefanSchirmer

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, lieber Stefan! 🙂

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*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 
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Verfasst von - Dezember 28, 2017 in Create & Inspire

 

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Create & Inspire: Torsten Heinz

Create & Inspire: Torsten Heinz

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Torsten Heinz, Autor

Kurzvita

Autor, Diplom-Geograf, Marketingexperte, Zwillingsvater, Musiksuchti, Volleyballer, Schlagzeugschüler, Weinliebhaber, Stier und groß! Seit Juni 2017 eigener Blog sahneplatten.de und ab Oktober 2017 selbstständiger Texter und Redakteur.

Heinz-Torsten-Portrait_frontal_kompBeschreibe dich in drei Worten.
Aufmerksam, witzig und atemberaubend…;)

Woran arbeitest du gerade?
Permanent an meinem Blog sahneplatten.de sowie an meiner Zertifizierung zum Online-Redakteur (Abschluss im Oktober).

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich? Kreativität bedeutet für mich die Freiheit, mir meinen eigenen Kopf machen zu können und dies mit der Welt zu teilen.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Irgendwie schon, ja, ich würde das aber nicht mit einem bestimmten Moment in Verbindung bringen. Wenn mir etwas am Herzen liegt, bin ich schnell im „Flow“.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… bin ich aufmerksam und beobachte.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken? Herzblut, Wortwitz, Emotion

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Nimm dir Zeit und Raum, um zu beobachten und für dich Worte zu finden.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

 – Vergangenheit (Was macht uns zu dem was wir sind? Zukunft kann motivieren aber auch ängstigen)
Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis (ich möchte stets verstehen)
Stille oder Trubel? – Beides zu seiner Zeit
Morgen oder Abend? – Abend (eher Eule als Nachtigall))
Utopie oder Dystopie? – Utopie (ermöglicht Träume. Dystopie ist mir oft zu „schwarz“)
Zeit oder Geld? – Zeit (definitiv. Geld gibt allerdings Sicherheit)
Chaos oder Ordnung? – Ordnung (meine Frau schenkt mir Chaos, ich ihr Ordnung)
Routine oder Abenteuer? – Routine (gibt mir Sicherheit)
Luxus oder Minimalismus? – Luxus (vielleicht etwas übertrieben, aber ich mag es zu genießen und zu gönnen)
Fiktion oder Realität? – Fiktion für den Kopf, Realität für die Augen

Hier findet ihr Torsten und sahneplatten.de :

Website: sahneplatten.de
Facebook:
https://www.facebook.com/profile.php?id=100017197239236&ref=bookmarks
Twitter:
https://twitter.com/torsten_heinz
Instagram:
https://www.instagram.com/sahneplatten/
about.me: https://about.me/torstenheinz

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, lieber Torsten! 🙂

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*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 
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Verfasst von - November 25, 2017 in Create & Inspire

 

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Muss ein Autor liefern?

Muss ein Autor liefern?

VON DER VERPFLICHTUNG GEGENÜBER LESERN

Wer kennt das nicht? Sehnsüchtig wird auf den nächsten Band einer Reihe oder auf das nächste Buch aus der Feder des Lieblingsautors gewartet – meistens kann es gar nicht schnell genug gehen. Da kann man schon mal ungehalten werden, wenn der Autor andere Dinge vorzieht oder – Himmel hilf! – für eine Weile gar nicht schreibt. Nicht wahr?

Zwei Dinge haben mich dazu bewogen, mir Gedanken darüber zu machen, ob wir Autoren eine Verpflichtung gegenüber unseren Lesern haben, ob wir angefangene Buchreihen gezwungenermaßen abschließen oder spätestens alle ein bis zwei Jahre ein neues Buch „raushauen“ müssen: einmal der vor ein paar Tagen erschienene und äußerst lesenswerte Artikel Warum Kreativität Zeit braucht und was Leser und Autoren daraus lernen können von Sonea von Delvon im Schreibmeer, zum anderen der neue Roman von Walter Moes: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr.

Wer diesen Blog schon länger liest, weiß, dass ich leidenschaftlicher Moers-Leser bin. Als ich gestern in der Buchhandlung über den neuen Roman stolperte (eigentlich sollte er erst am 28.8. erscheinen), habe ich ihn gleich mitgenommen und wie einen kostbaren Schatz nach Hause getragen. Natürlich habe ich in den letzten Wochen und Monaten Moers‘ Updates auf seiner Facebookseite verfolgt und mich über die neue Veröffentlichung gefreut, die Veröffentlichung des letzten Zamonien-Romans liegt immerhin schon sechs Jahre zurück. Umso trauriger haben mich einige Kommentare von Lesern gestimmt. Anstatt sich über das neue Buch zu freuen, wird der Autor mit Fragen bombardiert, wann denn nun ENDLICH der dritte Teil der Träumenden Bücher erscheint. Ein Blick auf die Zamonien-Homepage hätte ergeben, dass der Abschluss der Trilogie auf unbestimmte Zeit verschoben ist, Amazon gibt als Lieferdatum Oktober 2024 an.

Ich kann verstehen, dass man als Fan enttäuscht ist, wenn ein Buch angekündigt und dann (mehrfach) verschoben wird. Ja, das ist ärgerlich. Ich möchte Das Schloss der träumenden Bücher auch gerne lesen – natürlich. (Wobei ich auch ganz ehrlich sage, dass ich keine Fortsetzung des ersten Romans gebraucht hätte. Für mich war er so einfach perfekt.) Was ich jedoch nicht verstehen kann, ist, dass man seinem angeblichen Lieblingsautor gegenüber fordernd oder gar ausfällig wird und schreibt, er würde seine treuen Leser abzocken (v. a. in Bezug auf Das Labyrinth der träumenden Bücher. Dieser zweite Teil war – nun ja – als Story nicht wirklich gelungen, auch wenn ich ihn allein aufgrund des tollen Schreibstils gerne gelesen habe). Herrje. Moers hat mehrere geniale Bücher geschrieben und dann regt man sich auf, weil eines dabei ist, das eben nicht so gelungen ist, „droht an“ nie wieder eines seiner Bücher zu lesen oder fragt unter jedem Post, wann denn endlich DAS Buch kommt, auf das man schon so lange wartet?

Diese Erwartungshaltung, die sich da abzeichnet, gefällt mir nicht. Ich kenne eben nicht nur die Leser-, sondern auch die Autorenseite. Klar ist es blöd, wenn ein langersehntes Buch nicht oder erst sehr viel später erscheint. Klar ist aber auch: Kreative Arbeit braucht Zeit. Manchmal hält man eine Geschichte für eine gute Idee, plant und schreibt über mehrere Monate (oder gar Jahre), nur um festzustellen, dass es einem irgendwann keine Freude mehr macht, diese Geschichte zu erzählen. Weil die Idee vielleicht doch nicht so toll war. Oder weil man sich selbst in dieser Zeit so stark weiterentwickelt hat, dass es einfach nicht mehr passt. Natürlich ist das schade, für den Autor vielleicht noch mehr als für den Leser, denn er hat viel Zeit mit der Arbeit an dieser Idee verbracht. Zeit, die ihm wahrscheinlich zunächst einmal verschwendet vorkommt. (Natürlich ist sie das nicht, denn bloß weil ein Manuskript nicht veröffentlicht wird, heißt das ja nicht, dass man in dieser Zeit nichts gelernt/sich nicht weiterentwickelt hätte – aber das ist ein anderes Thema.)

Gerade wenn man an mehreren Projekten gleichzeitig arbeitet, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich eines in den Vordergrund drängt und andere hintenanstehen müssen. Auch ein Vollzeitautor hat nur ein begrenztes Zeitkontingent zur Verfügung. Kein Autor ist eine Maschine, die Tag und Nacht durcharbeitet, um den Leser zufriedenzustellen.

So geht es ja nicht nur Moers. Zahlreiche Autoren scheinen sich regelmäßig vor ihren Lesern dafür rechtfertigen zu müssen, dass sie gerade eben NICHT am Manuskript sitzen, sondern etwas anderes machen. Ein weiteres berühmtes Beispiel dürfte George R. R. Martin sein, der mit seinem Lied von Eis und Feuer eine riesige Leserschaft und Fangemeinde hat, die ebenfalls nun schon lange auf einen weiteren der Reihe warten müssen. Selbst die britische Tageszeitung The Guardian titelt: „Let’s just say it: George RR Martin needs to get on with The Winds of Winter“, die Unterzeile lautet „The Game of Thrones author is working on four HBO spin-offs. All very well, but don’t loyal readers deserve to see how the original story ends?“ Der Artikel wird im Verlauf zum Glück ein wenig versöhnlicher. Sicherlich ist es den Lesern gegönnt zu erfahren, wie die Geschichte ausgeht, aber verdienen sie es? Verdienen, wirklich? Womit wird dieser Anspruch gerechtfertigt? Weil sie die anderen Bücher gelesen haben? Wie kann sich aus einer Aktivität, die man selbst wählt und die man genießt, eine solche Anspruchshaltung einer anderen Person gegenüber entwickeln?

Als Neil Gaiman von einem Leser gefragt wurde, ob Martin nicht eine Verantwortung seinen Lesern gegenüber hätte, antwortete er: „George R. R. Martin is not your bitch“ – was ich sehr erfrischend fand. Er macht in seinem Blogbeitrag deutlich, dass es keinen Vertrag zwischen Autor und Leser gebe, dass ein Leser (nur weil er zehn oder zwanzig Euro in ein Buch investiere) keine Ansprüche auf eine Fortsetzung oder auch nur ein weiteres Buch dieses Autors stellen könne, und nennt eine „simple and unanswerable truth: George R. R. Martin is not working for you“.

Zuallererst arbeitet ein Autor für sich selbst. Natürlich sind die Leser wichtig, doch in erster Linie verbringt man sehr, sehr, sehr viel Zeit allein am Schreibtisch. Sich dann (womöglich neben dem Brotjob und in seiner Freizeit) mit etwas zu beschäftigen, was man selbst gar nicht machen möchte – das kann es nicht sein. Das mag nun nicht sehr wirtschaftlich klingen, denn die meisten Autoren möchten – natürlich – für ihre Arbeit entlohnt werden. Aber wie Gaiman schon sagt: Man wird für die geleistete Arbeit entlohnt und nicht für die noch zu leistende.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich meine nicht die Leser, die ab und an mal freundlich nachfragen, wie die Arbeit am nächsten Roman läuft und wann mit Erscheinen gerechnet werden kann. Das sind wirklich schöne Momente, in denen man seine Arbeit wertgeschätzt sieht, weil jemand das vorige Buch mochte und nun gerne ein weiteres lesen möchte. Es sind eher diejenigen Leser, die – wie Sonea in ihrem Artikel fürs Schreibmeer erläutert – belehrende und (mit Verlaub) unverschämte Kommentare schreiben wie: „Wie, du zockst an der Konsole? In der Zeit hättest du besser schreiben können.“ – „Ja, hätte ich. Habe ich aber nicht, weil … tut mir leid, aber das geht dich einfach nichts an. Du bestimmst nicht darüber, wie ich meine Zeit verbringe.“

Denn solche Kommentare verursachen v. a. eins: ein schlechtes Gewissen. In seinem (sehr empfehlenswerten!) Buch „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ bezeichnet Frank Berzbach das schlechte Gewissen als „Aggressionen, die wir gegen uns selbst richten“. Als jemand, der kreativ arbeitet, hat man oft sowieso schon ein schlechtes Gewissen. Wieder zu wenig geschafft, wieder nicht das Wortziel erreicht, das man sich vorgenommen hatte, wieder zu viel Zeit im Internet verplempert … Wenn dann noch Druck von außen aufgebaut wird, auf eine Tätigkeit, die eigentlich Freude bringen soll, dann ist das nicht nur hinderlich, sondern kann dazu führen, dass man vollends die Lust daran verliert, eine Blockade entwickelt – was für beide Seiten, Leser wie Autor, höchst frustrierend wäre.

Natürlich dürfen wir als Leser einer Veröffentlichung entgegenfiebern, aber wir sollten auch akzeptieren, dass manche Dinge einfach viel Zeit brauchen. Das ist kein Prozess, der irgendwie beschleunigt werden kann. Die Arbeit an einem Buch dauert eben so lange, wie sie dauert.

Wie seht ihr das – als Autor und auch als Leser? Auf welches Buch wartet ihr schon lange – oder auf welches habt ihr lange gewartet?

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Beitragsbild:

Brad Neathery

 
26 Kommentare

Verfasst von - August 25, 2017 in Autorenleben

 

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Meine 10 Macken als Autor

Meine 10 Macken als Autor

Die liebe Tinka Beere hat gefragt und ich antworte. Meine zehn Macken, die ich als Autor entwicket habe:

  1. Ich bin immer mit einem Teil meiner Gedanken bei meiner Geschichte. Feierabend kenne ich nicht. Egal, wo ich bin oder was ich tue, es gibt immer Details, Situationen, Gesprächsfetzen, die ich mir merke, um sie später auf die ein oder andere Weise zu verarbeiten. Anstrengend, ich weiß 😉

  2. Ich habe immer ein Notizbuch dabei, um mir oben genannte Dinge zu notieren. Und etwas zum Lesen, meistens meinen Kindle, da er in jede Handtasche passt.

  3. „Ich muss mal eben was nachgucken“ – 2 Stunden später recherchiere ich immer noch

  4. Rechtschreib- & Grammatikfehler anderer (ungefragt) verbessern – wohl meine schlechteste Angewohnheit.

  5. Ich lese anders, v.a. seit ich selbst lektoriere. Die aktuelle Lektüre nehme ich gerne im Hinblick auf Stil, Plot, Spannungsbogen, Figuren etc. auseinander. Lesen zur Entspannung kommt nur noch selten vor.

  6. Manchmal reserviere ich ganze Tage nur fürs Schreiben. Meistens klappt es dann aber doch nicht. Ich bin produktiver, wenn ich nur ein schmales Zeitfenster habe.

  7. Kaffee & Kuchen vor dem Laptop genießen. Klingt ungesellig. Ist es wohl auch.

  8. Überall liegen Stifte & Zettel herum, um schnell eine Idee zu notieren.

  9. Ich bin ständig auf der Suche nach Bildern & Songs, die zum aktuellen Projekt passen.

  10. Meine Lieblingsausrede beim Bücherkauf: „Das BRAUCHE ich, das ist Recherche.“

Welche Macken begleiten euren Autorenalltag?

 
15 Kommentare

Verfasst von - Oktober 23, 2015 in Autorenleben

 

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Neuigkeiten aus Nuun: Autor Benjamin Spang stellt seinen Roman „Blut gegen Blut“ und seine Crowdfundingkampagne vor!

Neuigkeiten aus Nuun: Autor Benjamin Spang stellt seinen Roman „Blut gegen Blut“ und seine Crowdfundingkampagne vor!

Heute habe ich die große Ehre, den saarländischen Autor Benjamin Spang vorzustellen. Wer mein Blog schon länger liest, dem dürfte dieser Name bekannt vorkommen, denn im Rahmen meiner Blogreihe „Faszination Dampfkraft“ durfte ich bereits zwei Beiträge veröffentlichen, einmal einen Gastbeitrag von Benjamin und eine Rezension zu seinem Buch Kurzgeschichten aus Nuun.

Mittlerweile gibt es Neuigkeiten aus Nuun, denn Benjamins Roman Blut gegen Blut ist fertig. Fertig? Naja, fast, denn zur Fertigstellung braucht der verlagsunabhängige Autor Unterstützung. Deshalb hat er eine Crowdfundin-Kampagne ins Leben gerufen, um seinen Roman lektorieren und korrigieren zu lassen und in ein ansprechendes Gewand kleiden zu können. Doch genug der Vorrede, lassen wir Benjamin doch am besten selbst zu Wort kommen:

Verlagsunabhängiger Autor aus dem Saarland: Benjamin Spang (c) Foto: Mark Lissmann

Verlagsunabhängiger Autor aus dem Saarland: Benjamin Spang
(c) Foto: Mark Lissmann

Lieber Benjamin, herzlich willkommen auf meinem Blog! Du bist Autor und Erfinder des Doppelmond-Universums. Würdest du dich und deine Arbeit kurz vorstellen?

Ich bin verlagsunabhängiger Autor, wohne im Saarland und habe schon im Jahre 2005 damit begonnen, ein eigenes Fantasyuniversum zu erschaffen. Eigentlich war es für ein Computerspielprojekt gedacht, das aber leider nicht umgesetzt wurde. Meine Arbeit wollte ich nicht in der Schublade einstauben lassen, und so habe ich begonnen, mit der Welt und den Charakteren Kurzgeschichten zu schreiben.

In meiner Fantasywelt scheint keine Sonne, stattdessen gibt es zwei Monde am Himmel. Drei Völker sind im Krieg: Vampire, Werwölfe und Menschen. Jede Partei hat ihre eigene Lebensweise, eine eigene Kultur und eigene Armeen. In meinen Kurzgeschichten stehen meistens ein oder auch mehrere Charaktere im Vordergrund, deren Schicksal ich erzähle. Über die großen Schlachten habe ich bisher nicht berichtet, das werde ich aber nachholen, sobald die Zeit reif dafür ist.

Du schreibst häufig aus einer weiblichen Perspektive, was für einen Mann ja eher ungewöhnlich ist. Wie bist du darauf gekommen, dich eher weiblichen Protagonisten zuzuwenden?

Ich glaube, das kommt von der Wurzel, aus der meine Doppelmond-Welt entsprungen ist: Der erste Underworld Film. Kate Beckinsale als Vampirin Selene. Der Film hat mich damals so beeindruckt, dass ich eine Welt mit Vampiren und Werwölfen erschaffen wollte. Vielleicht kommt es auch daher, dass ich starke, taffe Frauen einfach faszinierender finde als männliche Protagonisten. Lustigerweise habe ich nie vor einer Kurzgeschichte gesagt: „Jetzt schreibe ich eine Geschichte mit einem weiblichen Hauptcharakter!“ Es entstand immer aus dem Plot heraus, aus dem, was ich erzählen wollte. Mit der Zeit sind dann ja auch männliche Charaktere wie Krokk, Markus und Samuel dazugekommen. 🙂

"Blut gegen Blut"

„Blut gegen Blut“

Deine Leser kennen dich durch deine Doppelmond-Kurzgeschichten und dürfen sich nun auf deinen ersten Roman freuen. Inwieweit hat sich die Arbeit am Roman von der an deinen Kurzgeschichten unterschieden?

Als ich angefangen habe mit den Kurzgeschichten, konnte ich es mir gar nicht vorstellen, auch einen Roman zu schreiben. Ich wusste, dass das hart wird. Dann hat mich der Ehrgeiz gepackt, ich habe einige Bücher über das Thema gelesen und dann angefangen, den Plot auszuarbeiten.

Kurzgeschichten waren eher ein langer Sprint. Ein Roman ist dagegen ein Marathon. Zwei Jahre habe ich an „Blut gegen Blut“ gearbeitet. Du selbst musstest zwischendurch als Testleserin herhalten. Da hatte das Manuskript 60.000 Wörter. Mit dem Feedback der Testleser ging die Arbeit weiter und der Roman ist auf 100.000 Wörter angewachsen. Es hat wirklich lange gedauert, aber ich denke am Ende hat es sich gelohnt. Naja, fertig ist er noch nicht: Das Lektorat steht noch aus.

Wo findest du Material für deine Geschichten? Und wie entscheidest du, was sich eher als Kurzgeschichte und was als Roman verarbeiten lässt?

Ich habe irgendwann damit angefangen, aktiv Ideen für Doppelmond-Geschichten zu finden und diese zu notieren. Das sind immer 2 bis 3 Sätze, alle gesammelt in einem kleinen Notizbuch und dafür gedacht, als Kurzgeschichte zu erscheinen.

Wenn es um einen Roman geht, fasse ich erst den Entschluss, solch ein größeres Werk zu verfassen und mache mich dann auf die Ideensuche. Andersrum funktioniert das bei mir nicht.

Aktuell habe ich noch eine Reihe von Kurzromanen in Planung, die ebenfalls in meiner Doppelmond-Welt spielen werden. Ob es überhaupt eine Reihe wird, entscheidet aber die Menge an Stoff, die ich erst noch ausarbeiten muss.

Betreibst du viel Recherche für deine Geschichten oder überlässt du das meiste deiner Fantasie?

Recherche ist wichtig, auch in einer Fantasywelt. Zum Beispiel habe ich für den Roman viel über das Schweißen lernen müssen. Solche Dinge kann man sich als Autor nicht einfach ausdenken, das muss glaubhaft geschrieben sein.

Youtube-Videos, Wikipedia-Artikel und einige Websites habe ich dafür unter die Lupe genommen.

Da meine Protagonistin neben ihren Fähigkeiten als Schweißerin auch noch auf einem Bauernhof lebt, musste ich mir auch aneignen, was auf einem Bauernhof überhaupt passiert.

Ebenso die ernsten Themen in meinem Buch. Alkoholismus eines Familienangehörigen oder selbstverletzendes Verhalten: Mit so etwas beschäftigt man sich normalerweise ja nicht. Das Wissen musste ich mir erst aneignen.

452 Schreibstunden im Jahr 2014

452 Schreibstunden im Jahr 2014

Neben deiner schriftstellerischen Tätigkeit hast du noch einen Vollzeitjob. Wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich habe mich irgendwann einfach dazu entschieden, das alles unter einen Hut zu kriegen und dafür aufgehört, andere Dinge zu tun. Viele jammern immer, sie hätten nicht genug Zeit, sitzen dann aber z. B. Abends vor dem Fernseher und gucken Dschungelcamp.
Ich hatte irgendwann auch gar kein Interesse mehr, stundenlang vorm TV oder der XBOX zu hängen und habe damit begonnen, zu schreiben und zu planen. Ich habe aufgehört, morgens bis 7 Uhr zu schlafen und damit begonnen, schon um 5 Uhr an meinem Manuskript zu arbeiten.
Das benötigt immer wieder Disziplin und auch eine gewisse Eingewöhnungsphase.

In wenigen Worten: Worum geht es in deinem bald erscheinenden Roman?

Amalie Reichenlicht ist eine junge Frau, die in einer Werkstatt arbeitet. Sie erledigt Schweißerarbeiten, repariert Lastkraftwagen und klettert auf Zeppeline, um diese zu säubern. Eines Tages gibt es eine dramatische Veränderung ihrer Familienverhältnisse. Der verzweifelte Versuch, ihre Mutter vor einem großen Fehler zu bewahren, zwingt sie zu einer abenteuerlichen Reise, auf der sie feststellen muss, dass die dunklen Völker Jagd auf sie machen. Was wollen sie ausgerechnet von ihr? Und auch die Doppelmond-Agentin, auf deren Zeppelin sie mitreisen darf, scheint eigene Ziele zu verfolgen.

Derzeit kann man dich und dein Projekt auf der Crowdfundingplattform Startnext finden und unterstützen. Du willst dadurch u.a. ein Lektorat für deinen Roman finanzieren. Wie bist du auf die Idee gekommen, diese noch relativ neue Möglichkeit der Finanzierung zu nutzen?

Ich weiß noch, dass irgendwann Sandra Baumgärtner, eine Autorin, die gar nicht so weit weg von mir wohnt, ihr Kinderbuch „Vampi“ über Startnext finanzieren wollte. Ich habe mir das angeschaut, fand die Idee klasse und habe das Projekt auch unterstützt. Im Zuge dessen kam mir die Idee, das auch für meinen Roman zu probieren. Ich habe angefangen zu recherchieren und gesehen, wie andere Romanautoren das geschafft haben.

Im September letzten Jahres habe ich dann mit der Planung und Vorbereitung der Kampagne begonnen.

Stadtbibliothek_Saarbruecken

In der Stadtbibliothek Saarbrücken

Eine eigene Crowdfundigkampagne erfordert nicht nur viel marketingtechnisches Wissen, sondern auch eine Menge Zeit und Arbeit. Mit deiner jetzigen Erfahrung: Würdest du weitere Crowdfundingprojekte starten? Und würdest du anderen Autoren dazu raten, es ebenfalls zu versuchen?

Das kann ich pauschal so nicht sagen, da nicht jeder Autor gleich tickt. Verlagsunabhängige Autoren, sogenannte Selfpublisher, wie ich einer bin, unterscheiden sich auch sehr in der Auffassung ihrer Arbeit. Manche stecken mehr Zeit, Energie und Geld in ihre Schreibprojekte als andere. Wenn du als Autor liebst, was du tust und ein qualitativ hochwertiges Projekt verkaufen möchtest: Versuch es! Investiere die Zeit in Recherche, Planung, usw. und finde heraus, ob es dir gelingen könnte.

Würde ich weitere Crowdfunding-Projekte starten? Ja, definitiv.

Bevor ich Crowdfunding in Erwägung ziehe, würde ich jedoch prüfen, ob die Voraussetzungen dafür gut sind. Ich würde z. B. kein Crowdfunding wagen, wenn ich nicht ein gutes Netzwerk im Rücken hätte. Das ist ganz wichtig: Menschen, die dich und deine Mission unterstützen und weitertragen.

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Inhalt der „Limited Editon“, die auf startnext erworben werden kann

Letzte Frage: Was möchtest du potentiellen Unterstützern deiner Kampagne und zukünftigen Lesern mit auf den Weg geben? Warum sollten sie ausgerechnet dein Projekt unterstützen?

Ja, warum gerade mich unterstützen? Auf diese Frage bin ich vorbereitet! 🙂

Weil ich das alles schon mein halbes Leben lang mache. Das ist nicht nur so gesagt, ich bin jetzt dreißig Jahre alt und mit fünfzehn habe ich tatsächlich damit begonnen, kontinuierlich eigene Projekte auf die Welt loszulassen, sei es ein eigenes Computerspiel oder eben eigene Texte. Und ich bin immer mit dem Herzen dabei.

Jetzt versuche ich meinen Debütroman mit Hilfe dieser tollen Möglichkeit „Crowdfunding“ auf die Welt loszulassen. Die letzten zwei Jahre habe ich an dem Text gearbeitet und ihr da draußen könnt mir helfen, diese zwei Jahre zu einem Happy End zu führen!

Dafür biete ich tolle Extras wie z.B. eine Making-Of-DVD, auf der man, ähnlich wie bei Filmen, hinter die Kulissen des Romans blicken kann.

Schaut doch einfach mal vorbei, liebe Leser. Vielleicht habt auch ihr Lust, mich zu unterstützen! 🙂

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Vielen Dank für das Interview, lieber Benjamin, und ganz viel Erfolg bei deiner Crowdfundingkampagne!

Wenn ihr nun neugierig geworden seid, dann schaut euch Benjamins Homepage oder seinen wunderbaren Blog an, folgt ihm auf Facebook oder Twitter und unterstützt ihn auf startnext!

 
Ein Kommentar

Verfasst von - März 18, 2015 in Begegnungen

 

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