RSS

Schlagwort-Archive: Ana Dantés

Create & Inspire: Ana Dantés / Ana Reinhardt

Create & Inspire: Ana Dantés / Ana Reinhardt

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Ana Dantés/Ana Reinhardt, Autorin

Kurzvita: Ich schreibe tatsächlich seit ich es gelernt habe (vorher habe ich kleine Bilderbücher zusammengeschustert), zwischenzeitlich auch als Rezensentin online und für eine Tageszeitung. Meine eigentliche, manchmal tragische, Liebe ist und bleibt aber das Erzählen von Geschichten. Früher Kurzgeschichten, heute Langstrecke.

Beschreibe dich in drei Worten.
Genau. Schwarzhumorig. Universal-nerdig.

Woran arbeitest du gerade?
An einem recht umfangreichen Roman der im 15. und 16. Jahrhundert in Siebenbürgen spielt (Keine Vampire! Das heißt „Strigoii“ und ist etwas völlig anderes als unser westlicher Vampirbegriff. – No glitter, please.) Wahrscheinlich werden es mehrere Bände. Die Mythen- und Sagenwelt dieser Region ist unglaublich reich. Wahrscheinlich könnte man sein Leben lang über nichts anderes schreiben.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Kreativität kann grundsätzlich alles sein. Ob man nun schreibt, singt, gerne kocht oder sich mit Nadel und Faden austobt. Für mich persönlich bedeutet es, die Freiheit zu haben, in meinen Quellen und Notizen zu schwelgen und daraus etwas zu schaffen, das wirklich erzählenswert ist und Menschen erreicht. Etwas in ihnen auslöst – aber natürlich auch mir etwas gibt, denn Schreiben ist für mich ein Bedürfnis. Ich kann nicht ohne.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Ich denke nicht, dass man das planen oder es darauf anlegen kann. Jede Form von Kreativität muss – wenn auch viel Handwerk dabei ist – eine freie Bewegung haben. Wenn ich es drauf anlege, es zum Selbstzweck wird, kann nur Quark dabei herauskommen. Und: Ja, es kam schon vor, dass der Flow mich erwischt hat. Hinterher war ich immer ziemlich durch und müde, aber zufrieden.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… wartet draußen vor der Tür, da wo der Postmann herkommt, die reale Welt. Haushalt, Erwachsensein und all dieser Unsinn.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Es klingt scheußlich banal aber; Ich schreibe, weil es mir Freude macht. Weil ich es recht gut kann (wie unbestätigte Quellen meinen), und ich einfach so viele Bilder und Ideen im Kopf habe, dass ich sie nach draußen bringen muss. Schreiben ist etwas, das ich brauche, und das mir Platz für vieles Schlechte, vieles Gute, Verschrobene, Merkwürdige und Erinnernswerte bietet. Einen hochtrabenden weltverändernden Anspruch kann ich nicht vorweisen, aber wenn meine Figuren und Geschichten es trotzdem schaffen, etwas im Leser zu berühren, ein Stück weit in ihm haften zu bleiben, habe ich meine Mission erfüllt.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Ich würde ihm dieses allseits beliebte gif/Meme mit Shia LaBeouf zeigen. „Just DO IT!“ Jeder hat seine Form von Kreativität und Fantasie. Man muss manchmal erstmal stöbern und probieren. Das machen auch die Leute, die ihr Talent schon gefunden haben. Mach das, was dir Freude macht und schau, wohin es geht. Und vor allem: Mach es so, wie es für dich richtig ist, nicht so, wie es dir diktiert wird.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Man kann beides schwer trennen. Das eine entwickelt das andere.
Erkenntnis oder Mysterium? – Durch das Mysterium zur Erkenntnis finden – es aber nie völlig auflösen.
Stille oder Trubel? – Stille!
Morgen oder Abend? – Abend. Morgens bin ich kein Mensch.
Utopie oder Dystopie? – Jeder strebt nach Utopie, aber die Dystopie, wenn auch nicht immer drastisch, ist näher an der Realität.
Zeit oder Geld? – Zeit.
Chaos oder Ordnung? – Bei der Arbeit bevorzuge ich Ordnung, aber das Chaos spült oft sehr schöne Fundstücke an.
Routine oder Abenteuer? – Routine mit Schuss.
Luxus oder Minimalismus? – Luxus kann vieles sein. Auch minimalistisches.
Fiktion oder Realität? – „Non-fictional persons suck.“ – Nee, nee… 😉 Ich denke, als Autor muss man in der Realität verwurzelt sein, um gute Fiktion schreiben zu können.

Hier findet ihr Ana:

Mein Gezwitscher, Schreibnähkästchen-Internes und mehr: twitter.com/Scabbedcrow

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Ana! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

Advertisements
 
3 Kommentare

Verfasst von - April 28, 2018 in Create & Inspire

 

Schlagwörter: , , , , , ,