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Create & Inspire: Heidi Hensges

Create & Inspire: Heidi Hensges

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Heidi Hensges, Autorin

Kurzvita
Nach drei Berufsausbildungen und vielen Jahren als Mädchen für fast alles habe ich dem nachgegeben, was seit Ewigkeiten in mir brannte: einen Roman zu schreiben. Das wurde mit Mitte 50 auch mal Zeit.

HHensges_PortraitPresse_SW

Photo by: Mario Risse, Marios Photoworld, Erkelenz

Beschreibe dich in drei Worten.
Vielseitig, experimentierfreudig, leidensfähig.

Woran arbeitest du gerade?
An der Beantwortung deiner Frage. Scherz beiseite 😊 An meinem zweiten Roman. Es wird wieder um Liebe, Beziehungen, Menschen und das ganze verrückte Leben gehen, das ja immer seine eigenen Pläne hat.

Was verstehst du unter kreativem Leben? Und was bedeutet es für dich?
Offen sein für alles Mögliche. Loslassen können. Versinken. Sich selbst, Situationen, Menschen und Details gut beobachten, sich ausprobieren und hin und wieder neu erfinden. Gedanken und Ideen schriftlich festhalten, mögen sie anfangs auch noch so abwegig erscheinen. Mutig sein, Impulsen nachgehen. Schreiben aus Leidenschaft, nicht weil man es muss. All das bedeutet mir so viel wie geliebte Menschen, gutes Essen und Sonnenschein im Frühling.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Ja, sicher, und das war großartig und produktiv. Ein Flow dauert bei mir unterschiedlich lange, da gibt es ja kein pauschales Zeitmaß, wann ein Flow ein Flow ist. Das Gefühl ist entscheidend. Meistens passiert das in oder nach Situationen, in denen ich äußerst entspannt bin und gar nicht ans Schreiben denke. Beim Häkeln, beim Kochen, beim Abwaschen, beim Fernsehen, beim Hundespaziergang, bei der Gartenarbeit. Oft auch in ungewohnter Umgebung. Da geschieht dann manchmal ein gedanklicher Flow, der nicht mehr aufzuhalten ist. Auch im Gespräch mit anderen kann das geschehen, da ist dann auf einmal ein Impuls, der alles auslöst. Da ich immer irgendwo Zettel und Kladden herumliegen oder in der Handtasche bei mir habe, schreibe ich die Ideen so schnell wie möglich handschriftlich auf. Dabei kann es sich um einen Plot handeln, um Szenen, ganze Kapitel oder Kurzgeschichten. Ein konkretes Beispiel für einen „Plot-Flow“: Als ich einige Seiten einer ursprünglichen Romanidee einer erfahrenen Selfpublisher-Kollegin schickte, antwortete sie mir schonungslos per Mail und wir telefonierten anschließend. Noch während des Telefonats hat es „Klick“ gemacht und der erste, grobe Plot zu meinem Debütroman „Ein Herz aus Marmelade“ war innerhalb einer halben Stunde niedergeschrieben. Ich habe daraufhin ganz von vorne angefangen, und es war gut so.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin, …
… dann fühle ich mich elend und tue am besten etwas, das den Kopf freimacht. Backen zum Beispiel. Ich liebe Kuchen, und Teigrühren hat für mich fast etwas Meditatives. Dann klappt es auch wieder mit der Kreativität. Meistens jedenfalls. Erzwingen lässt sich Kreativität sowieso nicht, da ist Ablenkung die beste Methode.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Mir geht es beim Schreiben weniger um Selbstverwirklichung, sondern darum, dass sich meine LeserInnen wohlfühlen. Ein Roman oder eine Geschichte muss nachvollziehbar sein und ein gutes Gefühl hinterlassen, wobei ich auch schon Bedrückendes und Gruseliges geschrieben habe. Aber auch da war das Feedback positiv, oft sogar so berührend, dass mir selbst die Tränen gekommen sind. Überhaupt gibt es für AutorInnen wohl kaum etwas Schöneres als begeisterte Rückmeldungen, in welcher Hinsicht auch immer. Das ist es, was mich antreibt, und ich möchte es in meinem Leben nicht mehr missen.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Nun, zuerst einmal würde ich gar keinen Rat geben, sondern aufmerksam zuhören und Fragen stellen. Warum ist der Wunsch nach Kreativität überhaupt da? Kam das plötzlich, oder gibt es schon etwas, was die Person länger umtreibt, vielleicht bereits seit Jahren? Wo liegen ihre Stärken, wo die Schwächen? Erst dann würde ich schauen, welchen individuellen Rat ich geben kann. Die Menschen sind ja zum Glück verschieden. In Schreibwerkstätten sind mir schon einige begegnet, die sich überhaupt nicht vorstellen können, etwas Fiktives zu schreiben. Dann ist das so und es gilt, daraus das Beste zu machen. Jeder muss sich wohlfühlen mit dem, was er tut. Nicht immer braucht es dafür zwingend viel Fantasie, sondern vielleicht eher das Herausarbeiten und Verfeinern der Stärken.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit – Beides. Und Gegenwart 😊
Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis.
Stille oder Trubel? – Stille.
Morgen oder Abend? – Abend.
Utopie oder Dystopie? – Schwierig. Utopie.
Zeit oder Geld? – Zeit.
Chaos oder Ordnung? – Ähem. Bei mir ist Chaos fast Programm, was nicht heißt, dass ich das toll finde. Ordnung kriege ich schlecht gebacken.
Routine oder Abenteuer? – Abenteuer. Routine da, wo sie nötig ist.
Luxus oder Minimalismus? – Minimalismus mit ein bisschen Luxus.
Fiktion oder Realität? – Realität.

Hier findet ihr …

… meine Website (es ist immer noch eine Baustelle, bitte nicht stolpern): www.heidihensges.de
… meinen Twitter-Account: www.twitter.com/heidizeugs

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Heidi! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

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Goodbye 2017 – Hello 2018!

Hallo zusammen!

Abgesehen von den Create & Inspire-Interviews war es in den letzten Wochen ja mal wieder ziemlich ruhig hier. Das liegt an der Arbeitsfülle im letzten Quartal, da ist immer besonders viel zu tun. Nun ist Weihnachten schon wieder vorbei und wir durften das neue Jahr begrüßen. Zeit für einen kleinen Rückblick & eine Vorausschau auf 2018.

2017 war für mich ein Jahr, das unfassbar schnell vergangen ist. Im März waren wir im Urlaub in Spanien und Portugal und ich habe dort mit einem Projekt begonnen, das einmal ein Schreibratgeber werden soll, von dem ich noch nicht genau weiß, wann er erscheinen wird, da ich immer nur daran schreibe, wenn ich keine Lust auf die Floodlands habe (Sorry, Remy …).

Natürlich habe ich auch 2017 wieder am #NaNoWriMo teilgenommen, der mich sehr gefordert hat, weil ich so wenig Zeit hatte. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich anderthalb Stunden eher aufgestanden, um zu schreiben (obwohl ich lieber nachts arbeite und ein totaler Morgenmuffel bin), damit ich meinen Soll erfüllen konnte. Es war dann am 30.11. mehr oder minder eine Punktlandung mit knapp über 50.000 Wörtern, aber ich bin zufrieden damit, wie sich Band 2 der Floodlands (Arbeitstitel: Alte Seelen) entwickelt und freue mich darauf, sie nach der erzwungenen Pause im Dezember weiterzuspinnen.

Nicht so erfolgreich lief es leider mit Krähenherz, einer Novelle aus Detective Madeline Vezérs Perspektive. Ich habe mich ein wenig verrannt, die Geschichte ist noch nicht rund und gefällt mir aktuell nicht. Ich kann nicht einmal genau sagen, woran es liegt, generell kommt mir die Story trotz toller Thematik langweilig, einfallslos und öde vor. Jetzt hole ich mir erstmal Input von außen, dann sehen wir weiter, was ich damit mache … Rückschläge gehören zum Autorenleben dazu, aber irgendwann werde ich auch diesen Berg bezwungen haben.

Seit ich lektoriere, lese ich privat leider wesentlich weniger. Ich hatte mir 20 Bücher für 2017 vorgenommen und das Jahr mit 22 Büchern beendet. Das ist ganz okay, auch wenn ich mir wünschte, es wären mehr gewesen. Mein Jahreshighlight war Ready Player One von Ernest Cline, der Flop des Jahres (leider 😭) Orign von Dan Brown.

Generell verschieben sich meine Lesevorlieben immer mehr in Richtung Sachbuch, was ich aber durchaus begrüße. Auch 2018 habe ich mir wieder 20 Bücher vorgenommen, das schaffe ich immerhin, ohne mich unter Druck zu setzen.

Was erwartet mich und euch 2018?

Ich kann noch nicht sagen, ob es dieses Jahr eine Veröffentlichung von mir geben wird – ich arbeite jedenfalls hart dafür, dass das klappt. Ich verspreche jedenfalls, dass ich euch hier und über diverse Social-Media-Kanäle auf dem Laufenden halten werde.

Aktuell bin ich damit beschäftigt, die Kindheitserinnerungen meines Großvater zu tippen – ein Projektauf das ich mich schon sehr lange sehr freue. Apropos tippen: Ein weiteres Ziel von mir für 2018 ist es, das Tippen mit allen 10 Fingern zu lernen. Ich habe bereits mit dem Üben begonnen – und ich kann euch sagen: Es ist verdammt frustrierend. So langsam und mit so vielen Fehlern habe ich schon seit über Jahren nicht mehr getippt. Aber es wäre doch gelacht, wenn ich die olle Tastatur nicht bezwingen würde.

Zu guter Letzt darf ich euch noch verraten, worauf ich mich in diesem Jahr ganz besonders freue: Im Juni gibt es wieder einmal ganz viel New York-Content von mir 😊

Ich wünsche euch von Herzen ein ganz wunderbares Jahr 2018, das ganz viele schöne Momente für euch bereithält! ❤

 
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Verfasst von - Januar 1, 2018 in Autorenleben

 

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Create & Inspire: Magret Kindermann

Create & Inspire: Magret Kindermann

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Magret Kindermann, Autorin

Kurzvita
Ich bin Autorin, vor allem interessiere ich mich für Menschen und ihre alltäglichen Abgründe. Dabei stehe ich auf skurrile Details und Schweres, das in Leichtes verpackt ist.

Magret Kindermann_FotoBeschreibe dich in drei Worten.
Loyal, herzlich, kommunikativ. Das sind zumindest laut meines Persönlichkeitstests einige meiner positiven Eigenschaften. Meine negativen behalte ich mal für mich.

Woran arbeitest du gerade?
Die Novelle, an der ich gerade arbeite, ist eine Fortsetzung der „Tulpologie“. Darin gibt es einen Satz, der diesen zweiten Teil inspiriert hat, und zwar, dass meine Hauptperson Marlene zu einem früheren Liebhaber gesagt hatte, sie sollen sich immer nur treffen, wenn sie wirklich Lust darauf hätten. So wären ihre Treffen immer hundert Prozent. Um diese Beziehung geht es nun. Im Grunde geht es darum, sich seine eigenen Regeln für Liebesbeziehungen zu erschaffen, Freiheit vs. sich gehören.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Für mich bedeutet es, dass es für mich Priorität ist, mich kreativ ausleben zu können. Das ist mir wichtig. Aber ich finde, es ist auch schon ein kreatives Leben, wenn sich jemand nur eine kreative Ecke in seiner Zeit baut, etwa nach der Arbeit. Aber mir reicht das nicht.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Oh ja! Das ist eine irre Erfahrung. Die längste Phase war mehrere Tage lang. Ich vergaß, zu essen, war bis tief nachts wach, bis ich zitternd in den Schlaf fiel. Trotzdem wachte ich um 6 Uhr wieder auf, mit dem ersten Gedanken: „Ich will weitermachen!“ Ich weiß nicht, wie ich das erreicht habe. Wahrscheinlich weil ich ganz versunken bin und eben nicht nur wenige Stunden hatte, sondern mehrere Tage. Kleinere Momente des Flows kenne ich natürlich auch.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… passiert mit mir nichts Gutes. Ich werde aggressiv und versinke in gefühlter Bedeutungslosigkeit. Schreiben ist mein Ventil, wie andere Menschen joggen oder feiern gehen. Zwei Jahre lang habe ich mal nicht geschrieben, weil es mein Beruf nicht zugelassen hat. Als ich dann wieder anfing, fühlte ich mich wie erleuchtet.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Natürlich variiert das von Geschichte zu Geschichte. Grundsätzlich will ich erst einmal unterhalten. Den Leser sich selbst näherbringen, Sensibilität schaffen. Dazu reagieren meine Figuren oft anders, als man es erwarten könnte, also hoffe ich, dass sie den Horizont erweitern.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Ich vermute, dass diese Leute die Vorstellung mögen, etwas eigenes zu erschaffen. Man muss ja nicht immer gleich wie van Gough malen, sondern kann sich etwas suchen, das nach mehr Anleitung funktioniert. Etwa einen Tisch restaurieren, häkeln, Kleidung umnähen. Und wer weiß, vielleicht wecken diese Tätigkeiten ja ungeahnte Fantasie und das mit van Gogh wird doch noch was!

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft. (Immer in Laufrichtung blicken.)
Erkenntnis oder Mysterium? – Beides.
Stille oder Trubel? – Stille. Die kann auch ganz schön laut sein.
Morgen oder Abend? – Morgen. Ich liebe es, den Tag noch vor mir zu haben und ihn gemütlich einzuleiten, am besten sonntags mit einem langen Frühstück (am liebsten mit jemanden, der Frühstücke ebenso schätzt wie ich).
Utopie oder Dystopie? – Weder noch.
Zeit oder Geld? – Zeit. (Diese Antwort kam aus vollem Herzen.)
Chaos oder Ordnung? – Ordnung. Eine gute Organisation befriedigt mich.
Routine oder Abenteuer? – Da möchte ich mich nicht entscheiden müssen. Beides ist mir zu wichtig.
Luxus oder Minimalismus? – Minimalismus. Aber das passt meiner Meinung nach hervorragend mit Luxus zusammen.
Fiktion oder Realität? – Beides.

Hier findet ihr Margret:

Webseite: https://themagret.com/
Twitter: https://twitter.com/magretkind
Instagram: https://www.instagram.com/magretkindermann/

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Magret! 🙂

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*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 

 
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Verfasst von - Dezember 30, 2017 in Create & Inspire

 

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Create & Inspire: Stefan Schirmer

Create & Inspire: Stefan Schirmer

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Stefan Schirmer, Autor

Kurzvita
Reisefreudiger Bürohengst; trabt den Weg zum ersten Buch.

Profilbild BBA-Homepage Stefan SchirmerBeschreibe dich in drei Worten.
Humorvoll. Reiselustig. Tolerant.

Woran arbeitest du gerade?
Hauptsächlich an meinem ersten Buch, in dem ich über (m)eine Reise durch Indien und Nepal erzähle und versuche, Lesern diese beiden besonderen Länder auf authentische, aber unterhaltsame Art näherzubringen. Nebenbei sammle ich aber auch schon Ideen für Kurzgeschichten, aus denen vielleicht irgendwann ein zweites Buch wird.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
In meinem „Brotjob“ ist nicht viel Platz für Kreativität, deshalb muss ich sie in der Freizeit ausleben. Meist bezieht sie sich bei mir auf Sprache und Texte; ich habe da oft spontane Einfälle. Ich mag Wortwitz sehr und schaffe gerne Bilder durch Worte.
Bilder durch Farbe und Töne bilden kann ich nur so mittelmäßig. Ich bewundere Menschen, die sich auf diese künstlerische Art vollendet ausdrücken und vielleicht sogar ihr ganzes Leben dem kreativen Schaffen widmen können.
Aber wer weiß: vielleicht kaufe ich mir doch irgendwann mal ein Saxophon oder erwecke die in der Ecke stehende Gitarre zum Leben.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Den Flow habe ich sowohl körperlich als auch geistig schon erlebt.
Bis vor ein paar Jahren bin ich lange Strecken gelaufen. Da kam ich manchmal in einen nahezu meditativen Zustand, an dem der Körper wie ein Dieselmotor lief. Die Schritte gleichmäßig, der Atem gleichmäßig. Der ganze Mensch ein einziges Wohlbehagen. Und das Gefühl, genau so ewig weiterlaufen zu wollen und zu können.
Beim Schreiben habe ich den Flow manchmal in der Form, dass Sätze quasi aus mir herausquellen, dass Worte automatisch an die richtigen Stellen fallen. Da kann ich den Text kaum so schnell niederschreiben, wie er im Kopf gebildet wird.
In beiden Fällen habe ich es nicht darauf angelegt. Der Flow war plötzlich da.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… sitze ich möglicherweise gerade im Büro.
Spaß beiseite: Kreativität ist nicht lebensnotwendig, aber ein Teil von mir. Deshalb wird es keine langen Phasen ohne Kreativität geben.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Ich möchte Menschen unterhalten und ein Stück weit bewegen; sie neugierig machen oder zum Lächeln bringen.
Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Probier dich aus. Für kreative Tätigkeiten gibt es eine weite Spanne. Vom Schnitzen bis zum Musizieren, vom Stricken bis zum Schreiben, vom Malen bis zum Töpfern. Belege vielleicht einen Kurs und lass dich durch gemeinschaftliches Erleben inspirieren. Auch das Internet ist voller Inspiration.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft
Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis
Stille oder Trubel? – Stille
Morgen oder Abend? – Abend
Utopie oder Dystopie? – Utopie
Zeit oder Geld? – Zeit
Chaos oder Ordnung? – Ordnung
Routine oder Abenteuer? – Abenteuer
Luxus oder Minimalismus? – Luxus (eigentlich weder noch, sondern irgendwas dazwischen)
Fiktion oder Realität? – Realität

Hier findet ihr Stefan:

Derzeit noch auf https://about.me/stefanschirmer, eine Homepage folgt.
Twitter: @StefanSchirmer

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, lieber Stefan! 🙂

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*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 
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Verfasst von - Dezember 28, 2017 in Create & Inspire

 

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Create & Inspire: Elena Laubinger

Create & Inspire: Elena Laubinger

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Elena Laubinger, Autorin & RPGlerin

Kurzvita
Mein Name ist Elena und ich bin sehr schlecht darin, mich selbst zu beschreiben. Deswegen nutze ich gern die Beschreibung meiner Freunde & Bekannten, dass ich ein Allroundtalent bin. Auch wenn ich davon selbst nicht gänzlich überzeugt bin
P.S.: Das Bild zeigt mich in einem selbst genähten Outfit 🙂

Beschreibe dich in drei Worten.
Sarkastisch, neugierig & wahnwitzig.

DSCN1954Woran arbeitest du gerade?
Gerade im Moment beschäftige ich mich mit diesem Interview 😉
Wenn man gerade im Sinne von momentan nimmt, erweitert sich die Liste dann schon. Begrenzt auf das Thema Kreativität/kreatives Schaffen bleibe ich dann besonders beim Schreiben mehrerer (Fantasy-)Geschichten mit einigen Freunden hängen. Und dabei, dass ich meinen Stapel zu lesender Bücher dezimiere. Darüber hinaus arbeite ich momentan wieder verstärkt an meinen zeichnerischen Fähigkeiten – ich beneide echt wirkende „digital Art“-Bilder! Ganz davon abgesehen, dass mein ‚Dinge, die ich noch nähen muss‘-Stapel reduziert werden will. Und ein paar Serien stehen auch noch auf meiner To-Do Liste.
Also viel zu viel gleichzeitig 😀

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Ein kreatives Leben ist ein individuell gestaltetes Leben. Demnach müsste jeder Mensch kreativ leben. Ansonsten würde es Robotermenschen mit einer täglichen Routine geben, die sich durch nichts und wieder nichts aus dem Zeitplan werfen lassen könnten. Ich finde, dass ein kreatives Leben ebenso Momente beinhaltet, in denen man sich einfach Zeit für sich selbst nimmt. Dabei beschäftigt man sich mit seinen eigenen Lieblingsdingen. Auch Schwierigkeiten/Hindernisse/Streit gehören zu einem kreativen Leben dazu. Denn die Versuche, diese Hürden zu überwinden sind Kreativität pur! Genauso wie Träume! Egal ob als Lebensziele oder die Träume beim Schlafen.
Kurzum: Leben ist Kreativität – Kreativität ist Leben

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?

Das passiert mir immer wieder, wenn ich lese. Dabei hängt die Stärke des Flows davon ab, wie gut ich mir die dargestellte Welt/Handlung/… vorstellen kann. Da kann es dann schon mal passieren, dass ich Tag und Nacht durchlese, ohne irgendwen/irgendetwas anderes mitzubekommen. Je schwächer der Flow in dieser Hinsicht ist, desto mehr bekomme ich auch von der Außenwelt mit.
Auch beim Nähen passiert es mir immer wieder, dass ich in einen Flow komme. Das liegt dann meistens daran, dass ich das angefangene Nähteil meist unbedingt fertig bekommen will. Dieser Ehrgeiz schaltet dann alles Unnötige um mich herum aus. Ich weiß, wo und wie ich alles ausmesse und zuschneide, wo und wie ich nähe und der Rest ist vergessen. Das steigert meine Produktivität dann ungemein.
Was alle unterschiedlichen Flows bei mir jedoch gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass ich danach urplötzlich mit diversen körperlichen Gegebenheiten zu kämpfen habe: Hunger, Durst, Harndrang, Müdigkeit. Am Besten alles auf einmal und alles mit einer Intensität, die alles gleichzeitig bewältigt haben möchte.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… müsste ich tot sein. Ernsthaft, ich habe mir über diese Frage gerade lange den Kopf zerbrochen. Aber ich komme immer auf die selbe Antwort. Egal, welches meiner X Hobbies ich durchleuchte, mindestens mein dauerdenkendes Hirn ist immer im Einsatz. Selbst beim Löcher an die Wand starren denke ich nach. Im Schlaf träume ich. Schaue ich eine Serie, versuche ich, die Handlung weiter zu spinnen und Dinge voraus zu sehen. Fahre ich Auto, schimpfe ich. Usw. usf. Meistens geschieht das nicht aktiv, aber die Kreativität ist immer da. Das bringt mich wieder zu Punkt 3 zurück. Leben ist einfach immer Kreativität.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Puh. Das ist eine schwere Frage. Zumal ich mich für das Interview auf keinen meiner X kreativen Bereiche festgelegt habe. Generell schätze ich, dass ich einfach meine Hobbies ausleben und ein relativ entspanntes Leben führen möchte. Entspannt bedeutet hier, dass ich mir z.B. kaum Sorgen um mein zukünftiges Leben machen möchte. Dass ich stolz darauf sein kann, so zu sein, wie ich bin und was ich mache. Dass ich nicht dem Gedanken nachrenne, ich müsste irgendetwas besser können, um irgendjemanden zufrieden stellen zu können.
Natürlich möchte ich das ganze auch nach Außen hin ausdrücken. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Niemand hat es nicht nötig, sich von anderen bestimmen zu lassen.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Meine Theorie zu diesem Thema ist, dass Menschen, die das von sich sagen, Kreativität immer mit überragenden Geschichten, überzeugenden Zeichnungen oder anderen Dingen verbinden, die die Schule in den Kunstunterricht gepresst hat und die sie nie selbst erreichen würden. Dabei muss eine gewisse Fantasie vorhanden sein, da man ja im Voraus wissen sollte, was man zeichnet/schreibt/… Spontane Kreativität ist damit unmöglich und nur noch geplantes Handeln wird zum Ziel.
Ich schätze, ich würde raten, die eigene Definition von „Fantasie“ und „Kreativität“ zu hinterfragen. Denn Fantasie könnte man z.B. auch mit den eigenen Gedanken umschreiben. Kreativität wäre dann irgendeine Art, die Gedanken auszudrücken. Kreativität kann aber auch einfach ein spontaner Ausdruck der eigenen Gefühle sein, wodurch die Fantasie überflüssig wird. So oder so müsste einer solchen Person die spontane Kreativität näher gebracht werden.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Vergangenheit. Ich schreibe meine Geschichten immer im Präteritum.

Erkenntnis oder Mysterium? – Mysterium.
Stille oder Trubel? – Stille.
Morgen oder Abend? – Wenn man morgens lieber ausschläft …
Utopie oder Dystopie? – Utopie. Lieber unerreichbar, als zerstört
Zeit oder Geld? – Zeit.
Chaos oder Ordnung? – Chaos. So ein bisschen Chaos schadet niemandem 😉
Routine oder Abenteuer? – Routine.
Luxus oder Minimalismus? – Minimalismus.
Fiktion oder Realität? – Fiktion.

Hier findet ihr Elena:

Twitter: https://twitter.com/Aerithx3x3
Instagram: https://www.instagram.com/aerithx3x3/
Pinterest: https://www.pinterest.de/aerithblubb/
Schreibblog: https://www.rpg-zauber.de

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Elena! 🙂

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*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 
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Verfasst von - Dezember 18, 2017 in Create & Inspire

 

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Create & Inspire: Nora Bendzko

Create & Inspire: Nora Bendzko

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Nora Bendzko, Autorin, Sängerin & Lektorin

Mein Name ist Nora Bendzko, ich schreibe dunkelfantastische Geschichte und singe Metal, wenn ich neben dem Studium nicht lektoriere. Ich lebe dabei ganz nach dem Motto: Man braucht die Dunkelheit, um stärker leuchten zu können.

Beschreibe dich in drei Worten.
Autoren PorträtLeidenschaftlich, unabhängig, entdeckungsfreudig.

Woran arbeitest du gerade?
Derzeit überarbeite ich zwei große Buchprojekte, die insgesamt über 1.000 Seiten umfassen: Das High-Fantasy-Epos „Die Schönheit des Biests“ und der Cyberpunk-SciFi „Roboter Engel“. Beide möchte ich bei Verlagen einreichen. Danach steht das Schreiben meines vierten Galgenmärchens an, das ich wieder selbst veröffentlichen werde. Außerdem möchte ich nächstes Jahr am Kindle-Storyteller-Award mit einem selbst veröffentlichten Roman teilnehmen. Ich kann schon mal verraten, dass es ein dunkelfantastischer Thriller zu unserer Zeit mit dem Namen „Koma-Träume“ wird. Aber nicht nur schriftstellerisch, auch musikalisch gibt es einiges zu tun. Mit meiner Heavy-Metal-Band Nightmarcher schreibe ich derzeit an neuen Songs für die Wintersaison, während die Progressive-Metal-Band Avem Material für ein ganzes Album geschrieben hat. Nun geht es Richtung Album-Produktion.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Kreativ leben heißt für mich: Ohne Kreativität kann ich nicht. Das merke ich besonders in stressigeren Zeiten, wenn ich z. B. mehr in der Uni zu tun habe. Kommen dann Schreiben und Musik zu kurz, werde ich richtig unglücklich. Dagegen sind Tage, an denen viel geschrieben wurde, ein Glücksschub.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Der Flow ereilt mich sogar immer wieder. Für mich fühlt er sich wie ein Trance-Zustand an. Ich bin total ruhig, irgendwo zwischen totalem Wachsein und Schläfrigkeit, und die Kreativität sprudelt nur so aus mir heraus. Ich überlege dann nicht mehr, das Schreiben setzt sich einfach fort. Diesen Zustand habe ich bisher immer nachts erreicht, wenn schon alles um mich schlief. Er hat auch immer nur geklappt, wenn ich das Gefühl hatte, keinen Zeitdruck zu haben. Wenn ich weiß, ich muss den morgen danach früh aufstehen oder habe nur ein, zwei Stunden und danach einen Termin, bin ich automatisch verkrampfter.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… studiere ich Deutsche Philologie an der Uni Wien und verdinge mich mit Lektoraten. Man sieht mich in Wien auch öfter vor einer Bühne. Ansonsten liebe ich es, mich leserisch weiterzubilden – ob mit Romanen, Zeitungsartikeln, wissenschaftlicher Literatur, Comics, Blogeinträgen –, liebe das Kochen und gut zu essen, verliere mich ab und an in einem spannenden Fantasy-Game.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Ich möchte schöne Dinge erschaffen, sowohl für mich als auch für andere. Mit meinen Geschichten und Songtexten will ich nicht nur unterhalten, sondern auch bewegen. Persönlich glaube ich nicht, dass es nichts zwischen schnöder Unterhaltung und langatmiger „hoher Kunst“ gibt. Ich versuche, etwas dazwischen zu bedienen; etwas, das man aus Spaß an der Freude lesen oder hören kann. Doch wer mehr Interesse entwickelt, genauer hinschaut und zuhört, soll auch Tiefe und etwas zum Nachdenken finden. Dabei habe ich die leise Hoffnung, den einen oder anderen für Dinge zu öffnen, denen er sonst skeptisch gegenübersteht, wie andere Kulturen oder alternative Lebensmodelle. Ich schreibe da für eine offenere Welt mit größeren Horizonten.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Jeder Mensch hat Fantasie. Ich bin überzeugt, dass sie Teil von unserem Menschsein ist. Du glaubst, du hast nicht genug Fantasie, in Wirklichkeit hast du sie nur noch nicht entdeckt! Entsprechend musst du dich auf die Suche machen verlasse deine gewohnte Umgebung, beobachte Menschen und versuche mit welchen in Kontakt zu kommen, mit denen du sonst nichts zu tun hast. Dafür musst du gar nicht weit reisen, es reicht schon, in eine dir unbekannte Ecke deines Dorfes/ deiner Stadt zu gehen. Wenn du dann anfängst, deine neuen Eindrücke aufzuschreiben, wird eins zum anderen kommen – glaub mir!

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft! Jeder neue Tag ist doch ein neues Abenteuer.
Erkenntnis oder Mysterium? – Mysterium! Zumindest liebe ich es, mysteriöse Dinge zu schreiben.
Stille oder Trubel? – Da kann ich mich nicht entscheiden J Ich finde, es muss ausgewogen sein. Trubel den einen Tag, und Stille den anderen, um sich vom Trubel zu erholen.
Morgen oder Abend? – Abend! Das ist einfach meine Tageszeit, ich bin eine eindeutige Nachteule.
Utopie oder Dystopie? – Dystopie! Aber auch nur, weil ich die spannender zum Lesen und Schreiben finde als Utopien.
Zeit oder Geld? – Zeit! Man kann damit Zeit so viel mehr erreichen als mit Geld. Zeit braucht man, um Beziehungen aufzubauen, langwierige Dinge zu unternehmen (und man kann aus ihr auch Geld machen, wenn der Job stimmt und man sich die entsprechende Zeit nimmt). Geld dagegen ist kurzlebig.
Chaos oder Ordnung? – Beides! Ohne mein kreatives Chaos kann ich nicht. Aber ich bin doch froh, dass der Putzfimmel einsetzt, wenn es zu chaotisch wird.
Routine oder Abenteuer? – Abenteuer, eindeutig! Wenn die Tage in zu gleichem Rhythmus dahinlaufen, werde ich immer unruhig.
Luxus oder Minimalismus? – Mittelmaß: Ab und zu gönne ich mir was, wie ein schönes Kleid oder ein gutes Essen, das ist aber auch schon alles. Totaler Luxus würde mich wahrscheinlich überfordern.
Fiktion oder Realität? – Fiktion! Ich bin ja nicht grundlos phantastische Autorin. Ich glaube fest daran, dass wir Menschen ohne Fantasie, ohne Geschichten, die unsere Vorstellungskraft überschreiten, ganz arm dran wären. Die trockene Realität kann sehr deprimierend sein – wie verloren müssten wir sein, könnten wir nicht von neuen Welten träumen? Nur, wer träumt, kann überhaupt auf die Idee kommen, für etwas Besseres zu streiten.

Hier findet ihr Nora:

Homepage: norabendzko.com
Facebook: facebook.com/norabendzkooffiziell
Twitter: twitter.com/NoraBendzko

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Nora! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 
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Verfasst von - Dezember 10, 2017 in Create & Inspire

 

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Create & Inspire: Katherina Ushachov

Create & Inspire: Katherina Ushachov

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Katherina Ushachov, Autorin

Katherina Ushachov sieht sich selbst als Europäerin – wenn man als Einwandererkind nach Deutschland kommt, das Bundesland wechselt und dann nach Österreich auswandert, ist das die einzige sinnvolle Identität. Eigentlich will sie Fantasy schreiben, landet aber zwischendurch andauernd bei dystopischen Stoffen.

Beschreibe dich in drei Worten.
Chaotisch, widerstandsfähig, loyal.

Woran arbeitest du gerade?
Nachdem ich bei meinem Selfpublishing-Debüt nur noch den Knopf fürs Veröffentlichen drücken muss, arbeite ich wieder an meinem neunbändigen Vampirzyklus. Im Social Media nenne ich die Romanreihe #Unparallel.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Ein kreatives Leben bedeutet, all die kreativen Impulse mit Disziplin in produktive Bahnen zu lenken. Dabei wird die gesamte Lebensplanung um die kreative Beschäftigung herumgebogen. Zumindest ist das meine Art, das Kreative zu leben – ich habe meine Studienwahl beispielsweise davon bestimmen lassen, ob sie mir bei der Romanrecherche hilft oder inspirierend auf meine Werke einwirken kann. Auch als Lektorin lerne ich beim Arbeiten mit fremden Büchern und dem Suchen nach fremden Fehlern viel über das eigene Schreiben, das ist mir wichtig. Und die eiserne Disziplin ist nötig, um auch dann weiterzumachen, wenn ich am liebsten alles hinschmeißen würde. Solche Anfälle habe ich besonders gerne dann, wenn ich eigentlich fast fertig wäre. Da muss ich mich dann selbst durchboxen.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Oft. Ich bezeichne den Zustand als „es schreibt mich“ und das sind diese Momente, in denen ich selbst ganz überrascht bin, was meine Finger da für Worte schreibe und wo die jetzt herkommen. Ein bisschen fühle ich mich, als würde ich neben mir stehen und mich beobachten. Und staunen. Schwer zu sagen, wie ich ihn erreiche, er fällt mir meist dann auf, wenn er da ist und dauert oft nicht länger als zehn Minuten (in denen ich aber drei mal so viel schreibe wie sonst in einer Stunde). Herbeizwingen kann ich ihn erstaunlicherweise durch Druck (Wordsprints sind z.B. gut geeignet), aber eben für 10 Minuten. Bei 15 wird es schwierig, länger ist völlig unmöglich. Dann lasse ich meine Charaktere machen und oft lösen sich Probleme von selbst.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… dann habe ich Entzugserscheinungen. In jedem Raum, in dem kein Computer ist, habe ich Schreibzeug deponiert. Nicht kreativ zu sein, kann ich auf Dauer nicht, ohne dass es mich kaputtmacht.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken? Ich bin ein sehr politischer Mensch und je nachdem, was in meinen Fokus gerät, drückt sich das auch im Roman aus. In „MV“ verarbeitete ich den Neonazismus in Osteuropa, in „Zarin Saltan“ geht es am Rande auch Parallelkulturen in Deutschland (da ich selbst in einer aufgewachsen bin, habe ich einiges dazu zu sagen) und in meiner Vampirsaga setze ich mich mit Gleichberechtigung, der Utopie des Matriarchats und männlichen Opfern häuslicher Gewalt auseinander. Außerdem sind meine Charaktere oft (nicht immer) queer. Ich sehe mich selbst also als politische Autorin und, auch wenn das oft ein böses Wort ist, auch als Feministin.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Niemand hat ‚nicht genug Fantasie‘, jeder Mensch ist kreativ. Man muss es nur herauskitzeln. Nicht immer äußert sich Kreativität im Schreiben von Büchern, im Malen von Gemälden oder anderen klassischen Dingen. Vielleicht ist deine kreative Stärke ja das Kochen und Backen. Oder Bastelarbeiten. Oder Außendekorationen. Wenn der Impuls da ist, irgendwas zu machen, aber die Richtung fehlt: Antesten. Irgendwann kommt genau die kreative Betätigung, bei der es funkt.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft
Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis
Stille oder Trubel? – Stille
Morgen oder Abend? – Abend
Utopie oder Dystopie? – Dystopie
Zeit oder Geld? – Geld (hätte ich mehr Geld, hätte ich auch mehr Zeit)
Chaos oder Ordnung? – Chaos
Routine oder Abenteuer? – 50/50. Ich brauche beides, um zu funktionieren.
Luxus oder Minimalismus? – Luxus.
Fiktion oder Realität? – Realität. Ohne sie gäbe es keine Fiktion.

Hier findet ihr Katherina:

Webseite: https://feuerblut.wordpress.com
Twitter: https://twitter.com/evanesca
Facebook: https://www.facebook.com/katherina.ushachov.autorin/

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Katherina! 🙂

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*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 
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Verfasst von - Dezember 3, 2017 in Create & Inspire

 

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