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Archiv der Kategorie: Begegnungen

Die DNA-Reise

Eines der für mich emotionalsten und wichtigsten Videos, die ich bisher im Netz gesehen habe. Anschauen lohnt sich. Sehr.

 
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Verfasst von - Februar 2, 2017 in Begegnungen

 

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Schöne Scheiße: Diagnose Brustkrebs – 2 Jahre danach

Obwohl mein Gedächtnis in den meisten Belangen durchlässig ist wie ein Sieb, erinnere ich mich an diesen Tag vor zwei Jahren, als wäre es erst gestern gewesen. Ich erinnere mich an die Sorglosigkeit, mit der ich in die Befundbesprechung gegangen bin („Was soll das schon sein? Brustkrebs – Quatsch!“), an die Betroffenheit der Ärztin und an meinen Schock, als das Unerwartete eintrat. Ich erinnere mich an das Gefühlschaos, in das mich die Diagnose stürzte und an all die Schreckenswörter, die fielen – OP, Chemotherapie, Bestrahlung, Antihormontherapie …). Das konnte doch nicht plötzlich ein Teil meines Lebens sein?

Heute, auf den Tag genau zwei Jahre später, denke ich nur noch selten an dieses Gespräch und an das, was folgte. Meine tägliche Tablette nehme ich ganz selbstverständlich, die Narben der OP sehe ich kaum noch.

Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, wie verhältnismäßig leicht ich durch die Behandlung kam. Eine Chemotherapie blieb mir erspart, zwei Tage nach der OP war ich wieder auf den Beinen und die tägliche Bestrahlung über einen Zeitraum von 6 Wochen war eher lästig als schlimm. Die Antihormontherapie ist nicht toll, aber welche Tabletteneinnahme ist das schon?

Ich weiß, dass ich verdammtes Glück hatte (mit der Art des Tumors und der frühzeitigen Erkennung) und immer noch habe, denn bisher – toi, toi, toi – kam nichts zurück. Ich weiß aber auch, das andere nicht so viel Glück haben. Viele Frauen, die ich durch die Krankheit kennengelernt habe, haben den Kampf verloren oder kämpfen ihn noch immer.

Nach der Diagnose ist in der Tat plötzlich jeder Tag ein Kampf, nicht immer nur gegen den Krebs, sondern auch gegen die Wut, die Traurigkeit, den Gedanken „Warum ich?“. Ich war zum Glück nie der Typ Mensch, der mit seinem Schicksal hadert, ich kann Dinge – egal, wie ätzend sie sein mögen – ganz gut annehmen und das tun, was getan werden muss. Trotzdem ist schwer, sich die Lebensfreude zu bewahren und die Angst über das „Was, wenn…“ nicht  die Oberhand gewinnen zu lassen. Das gelingt wohl jedem Betroffenen mal besser, mal schlechter.

Nach der Diagnose ist aber auch jeder Tag ein Geschenk. Zwangsweise muss man sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen und begreift plötzlich, dass es die kleinen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen. Und ich habe begriffen, dass ich allein für mein Leben verantwortlich bin. Ich habe mich selbstständig gemacht, mein erstes Buch endlich(!) veröffentlicht und reise genauso viel wie vor der Diagnose.

Was mir persönlich nach wie vor schwerfällt, ist Entspannung. Früher war das leichter, ich habe ein Buch aufgeschlagen, bin für einige Stunden in eine andere Welt abgetaucht und wenn ich wieder ins reale Leben zurückkehrte, fühlte ich mich erholt. Heute ist das nicht mehr so einfach, was aber vor allem daran liegt, dass ich schon beruflich viele Stunden am Tag lese und Texte bearbeite. Lesen macht mir immer noch viel Freude, aber der erholsame Effekt ist kaum mehr vorhanden – Berufskrankheit. Autoren und insbesondere Lektoren lesen anders.

Ich weiß aber, wie wichtig Entspannung ist, um seine Energiereserven wieder aufzutanken. Das wird wohl mein Neujahrvorsatz für 2017: bewusst entspannen (lernen).

Ich wünsche allen Betroffenen die Kraft, durchzuhalten. Und allen Angehörigen und Freunden die Geduld, mit uns umzugehen. Denn was eine solche Diagnose immer mit sich bringt: Wir funktionieren nicht mehr wie zuvor. Es ist nicht möglich, mit einer solchen Erkrankung konfrontiert zu werden und sich nicht zu verändern. Aber Veränderung beinhaltet auch immer eine Chance: auf einen liebevolleren Umgang mit sich selbst und anderen, auf die Verwirklichung der eigenen Träume und Wünsche und manchmal auch auf einen Start in ein neues Leben.

Alles Liebe
eure Nina

 
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Verfasst von - Oktober 28, 2016 in Begegnungen, Schreiben

 

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Ein Monat ohne dich.

Ein Monat ohne dich.

Vor einem Monat bist du gegangen, für immer. So plötzlich, so unglaublich, von einem auf den anderen Moment warst du nicht mehr da.

Fassungslos bleiben wir zurück, angefüllt mit unvollendeten Plänen und wunderbaren Erinnerungen.

Der erste Monat ohne einen Anruf von dir, ohne eine Nachricht, ohne ein lustiges Bild, schnell aufs Handy geschickt. Wenn das Telefon klingelt, glaube ich, hoffe ich, deine Nummer zu sehen, bis mir alles wieder einfällt, bis ich verstehe, dass es nie wieder deinen Namen anzeigen wird.

Alltägliche Nachrichtenverläufe, die plötzlich unfassbar wichtig werden, obwohl doch nichts Wichtiges drinsteht, jedenfalls nichts, das jemand anderem etwas bedeuten würde.

Tränen, vergossen über deinen Abschied, Lachen über all die kleinen Erinnerungen, die plötzlich an die Oberfläche drängen. Dankbarkeit für gemeinsam verbrachte Stunden – auch und vor allem für die letzten.

Danke.
Für alles.

 
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Verfasst von - Februar 27, 2016 in Begegnungen, Schreiben

 

Was? Es war Buchmesse?

Was? Es war Buchmesse?

Ja. Es war Buchmesse. Ich war sogar da, fünf volle Tage lang. Aber die Zeit ist so schnell vergangen. Ich kann gar nicht glauben, dass ich jetzt schon wieder am heimischen Schreibtisch sitze und meinen Messebericht tippe.

Zum ersten Mal war ich in diesem Jahr länger als einen Tag auf der Messe und ich werde es nie wieder anders machen. Zwar habe ich auch in den vielen Stunden, die ich mich dieses Mal auf dem Gelände aufgehalten habe, viel zu wenig gesehen, dafür hatte ich grandiose Gespräche mit den tollsten Kollegen. Es war schön mit euch – mein persönliches Messehighlight!

Self-Publishing auf der #fbm15

Sehr gut gefallen hat mir in diesem Jahr auch die Self-Publishing Area. Die Lage in der hinteren Ecke von Halle 3.0 ist optimal, Platz für ein kleines Café und WiFi gab es auch – perfekt! Die Vorträge fand ich immer sehr interessant, auch wenn man vieles von dem Ausgeführten schon weiß, wenn man sich seit Jahren mit diesen Themen beschäftigt. Trotzdem ist es nützlich, das alles noch einmal gebündelt zu hören. Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall wieder dort sein.

Es ist schön, dass das Self-Publishing mittlerweile aus der Hobbyautoren-Ecke herausfindet und auch in seiner Professionalität wahrgenommen wird. Gerade jetzt passiert sehr viel in der Branche: Vereine werden gegründet, Autoren schließen sich zu Communities zusammen, tauschen sich aus, helfen sich gegenseitig. Langsam entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das dem „Haifischbecken Self-Publishing“ entgegensteht. Ich finde es grandios, was da gerade im Entstehen ist und bin sehr froh, ein Teil davon sein zu dürfen.

Ihr merkt schon, ich habe aus den fünf Tagen gar nicht so viel zu erzählen, aber dafür umso mehr mitgenommen: Das Wissen um ein stabiles Netzwerk, auf das man sich verlassen kann, tolle Leute, die meine Leidenschaft teilen und diese ebenso ernsthaft betreiben.

Eigentlich hatte ich vor, am Samstag zum 30. BuCon nach Dreieich zu fahren, leider hat das nicht geklappt. Von meiner Unterkunft aus hätte ich insgesamt vier Stunden in Bus & Bahn gesessen und hätte abends Schwierigkeiten gehabt, zurück nach Hause zu kommen. Und da ich am Freitag bereits einen 16-Stunden-Tag hinter mir hatte, wollte ich es lieber ruhig angehen lassen. Nächstes Jahr bin ich aber hoffentlich dabei – dann auch mit eigenem Roman.

Geschenke, Geschenke, Geschenke

Ich habe mich in diesem Jahr ordentlich zusammengerissen, was das Mitnehmen von Leseproben, Katalogen, Lesezeichen u.ä. angeht. Ein kleines Tütchen habe ich allerdings zusammengesammelt, allerdings nicht für mich, sondern für euch. Ich möchte gerne ein kleines Messepaket verlosen an jemanden, der gerne zur Buchmesse gefahren wäre, aber leider nicht konnte.

Darin befinden sich u.a. Postkarten (u.a. von Harry Potter), diverse Leseproben (v.a. Fantasy, Krimi, historische Romane), Lesezeichen sowie die ein oder andere Überraschung. Wer das kleine Päckchen haben mag, der kann mir gerne eine eMail schicken: ninahasse@gmx.de. Bitte sagt mir doch, was ihr auf der Buchmesse besonders gerne gesehen hättet und schickt mir eure Adresse mit! Bei mehreren Mails entscheidet das Losverfahren. Einsendeschluss ist am kommenden SONNTAG, 25.10.2015 um 23:59 Uhr, Auslosung am Montag, 26.10.2015.

Und auch für die Autoren unter euch habe ich etwas mitgebracht: Ich verschenke drei Exemplare von „Der Selfpublisher“, dem neuen Magazin für selbstveröffentlichende Autoren, das pünktlich zur Buchmesse zum ersten Mal in einer Startauflage von 10.000 Exemplaren erschienen ist. Hier gilt: First come, first serve. Die ersten drei Autoren, die mir ihre Adresse per Mail zukommen lassen, erhalten ein Exemplar der Zeitschrift. Es lohnt sich!

Messeeindrücke

Und nun das, worauf ihr alle gewartet habt – FOTOS! Ungeschönt und ohne Filter. Jede Falte, jeden Augenring, jeden müden Blick haben wir uns hart erarbeitet.

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Am

 
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Verfasst von - Oktober 19, 2015 in Begegnungen

 

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Wir sind hier in Frankfurt.

Wir sind hier...Noch 57 Tage bis zur Frankfurter Buchmesse *yeah*. Ich liege mit meinen Vorbereitungen gut in der Zeit. Denn dieses Jahr werde ich zum ersten Mal als Fachbesucher teilnehmen und volle fünf Tage Messewahnsinn erleben dürfen.

Unterkunft ist organisiert, Bustickets gebucht, Akkreditierung habe ich erhalten, neue Visitenkarten bestellt. Und nun? Muss nur noch der Roman fertig werden 😉

Wer von euch ist ebenfalls auf der #FBM15? Ich freue mich, euch dort zu treffen!

Liebe Grüße
eure Nina

 
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Verfasst von - August 17, 2015 in Begegnungen

 

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Ich habe es so satt …

In den letzten Tagen und Wochen habe ich mich mal wieder aufgeregt – und ich rege mich immer noch auf. Ich bin auch nicht sicher, ob mein Blog der richtige Ort ist, um meinem Ärger Luft zu machen, denn zu einem gewissen Grad tue ich ja hier genau das, was ich im Folgenden anprangern werde. Dennoch fühle ich mich bemüßigt, diesen Artikel zu schreiben. Ich werde später erläutern, warum.

Sicherlich ist die Meinungsfreiheit eine tolle Sache. Sie bedeutet aber nicht, dass jeder ungefiltert jeden Hirnfurz von sich geben muss. Wird Widerstand laut, kommt meistens so etwas wie „Ist halt meine Meinung.“ Ja, schön. Aber die ist halt kacke – das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

Egal, ob es um die Ehe für alle geht („Die Ehe ist eine heilige Verbindung zwischen Mann und Frau, Homosexuelle können schließlich keine Kinder bekommen“), die mittlerweile rezeptfreie „Pille danach“ („Jetzt können die jungen Dinger rumvögeln wie sie wollen, der Umgang mit Verhütungsmitteln wird immer sorgloser“) oder um – ganz großes Thema momentan – Asylanten. Hier fällt es mir schwer, aus den ganzen blödsinnigen Kommentaren auszuwählen, die ich dazu lesen musste. „Und was ist mit den deutschen … (hier wahlweise einsetzen: Kindern, Rentnern, Familien, Hartz-4-Empfängern/Obdachlosen, etc. pp.)? Erstmal sollen DIE sich um ihr eigenes/ihre eigenen Volk/Land/Probleme/Leute kümmern, bevor Milliarden UNSERER Steuergelder an diese Schmarotzer verschwendet werden, die ja sowieso alles in den Arsch geschoben bekommen (5-Sterne Hotel, neuestes Smartphone, 3000€ Begrüßungsgeld – ja ne, ist klar).“

Ekelhaft.

Wer sind überhaupt DIE, die sich um UNSER Land kümmern sollen? Die Parteien, die Politiker, die, die das Sagen haben in diesem Land? Verdammt, tut doch selber etwas, damit es den Leuten hier besser geht! Engagiert euch ehrenamtlich, in der Suppenküche, bei den Tafeln oder meinetwegen auch im Tierschutz. Bietet Nachbarschaftshilfe an. Was auch immer.

Aber adressiert eure Beschwerden nicht an diejenigen, die erstens überhaupt nichts dafür und zweitens nichts ausrichten können.

Denn was genau unterscheidet uns von jenen, die (aus welchen Gründen auch immer) hierher kommen? Lediglich unsere verdammte privilegierte Herkunft. Das ist alles. Mit welchem Recht nehmen wir uns heraus, im Luxus zu leben und andere ins Elend zurückschicken zu wollen? Was haben WIR dafür geleistet, hier geboren zu sein? Gar nichts. Reines Glück, mehr nicht. Ein toller Grund, sich selbst auf die Schulter zu klopfen, nicht wahr? „Besser“ zu sein als andere, ohne eine eigene Leistung erbringen zu müssen, ist schon was Feines, was?

Manche Leute scheinen echt die eigenen Felle davonschwimmen zu sehen, während sie abends in ihrer muckelig warmen Wohnung auf dem Kuschelsofa sitzen, sich mit Tiefkühlpizza vollstopfen und sich vom 50 Zoll Flatscreen berieseln lassen. Ich weiß, ich überspitze, aber ganz im Ernst? Uns geht es doch gut. Und glaubt mir, ich muss auch jeden Cent eher drei- als zweimal umdrehen und bin froh, wenn am Ende des Monats überhaupt noch ein paar Euro auf dem Konto sind. Aber dafür sind doch nicht andere Leute verantwortlich, denen es noch schlechter geht.

Was in Dresden, Freital, in zahlreichen anderen deutschen Städten und im Netz derzeit abgeht, ist unter aller Sau. Das ist nicht das Deutschland, in dem ich leben möchte. Und genau deshalb habe ich mich dazu entschlossen, diesen Blogpost zu schreiben. Weil ich nicht stillschweigend akzeptieren werde, wozu da aufgerufen wird.

Wenn mein bald 80-jähriger Opa über die Nachrichten nur noch bedrückt den Kopf schüttelt und sagt: „Es passiert schon wieder. Die Leute haben nichts gelernt“, dann ist das für mich ein Alarmsignal. Die meisten von den Stammtischparolendreschern haben in ihrem Leben Gott sei Dank nicht das Elend eines Krieges erleben müssen – ich ebenso wenig. Aber meine Vorstellungskraft reicht aus, um zu wissen, dass man seine Heimat nicht „einfach mal so“ verlässt und eine gefährliche Reise in ein Land auf sich nimmt, dessen Sprache man nicht spricht, weil es hier ja so schön sein soll.

Ich habe es so satt, jeden Tag diese Hetze zu lesen, ich kann es gar nicht sagen. Egal, ob es dabei gegen Andersgläubige, Ausländer, Homosexuelle, Freigeister, Hartz-4-Empfänger, Frauen, Männer oder Veganer geht. Lasst die Leute doch einfach in Ruhe ihr Leben leben. Es zwingt euch niemand, es ihnen gleich zu tun! Und niemand nimmt euch irgendetwas weg! Was geht es euch verdammt noch mal an, wenn eine 16-jährige sich in der Apotheke die „Pille danach“ besorgt? Was geht es euch an, wenn euer Nachbar einen Mann liebt und diesen heiraten möchte? Was gehen euch die Gründe an, aus denen Menschen in dieses Land kommen? Was?

Ich habe diese Menschen satt, die ihre Unzufriedenheit, Arroganz und unendliche Dummheit in die Welt hinausposaunen müssen. Herrgott, wir alle sind menschlich – sollten es jedenfalls sein.

Kehrt vor eurer eigenen Haustür und wenn ihr nichts Nettes zu sagen habt, verschont alle übrigen mit euren ätzenden Tiraden.

Es reicht nämlich. Wirklich.

Und wer meint, mich nun als „Gutmensch“ betiteln zu müssen: DANKE für das Kompliment.

 
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Verfasst von - Juli 28, 2015 in Begegnungen

 

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Neuigkeiten aus Nuun: Autor Benjamin Spang stellt seinen Roman „Blut gegen Blut“ und seine Crowdfundingkampagne vor!

Neuigkeiten aus Nuun: Autor Benjamin Spang stellt seinen Roman „Blut gegen Blut“ und seine Crowdfundingkampagne vor!

Heute habe ich die große Ehre, den saarländischen Autor Benjamin Spang vorzustellen. Wer mein Blog schon länger liest, dem dürfte dieser Name bekannt vorkommen, denn im Rahmen meiner Blogreihe „Faszination Dampfkraft“ durfte ich bereits zwei Beiträge veröffentlichen, einmal einen Gastbeitrag von Benjamin und eine Rezension zu seinem Buch Kurzgeschichten aus Nuun.

Mittlerweile gibt es Neuigkeiten aus Nuun, denn Benjamins Roman Blut gegen Blut ist fertig. Fertig? Naja, fast, denn zur Fertigstellung braucht der verlagsunabhängige Autor Unterstützung. Deshalb hat er eine Crowdfundin-Kampagne ins Leben gerufen, um seinen Roman lektorieren und korrigieren zu lassen und in ein ansprechendes Gewand kleiden zu können. Doch genug der Vorrede, lassen wir Benjamin doch am besten selbst zu Wort kommen:

Verlagsunabhängiger Autor aus dem Saarland: Benjamin Spang (c) Foto: Mark Lissmann

Verlagsunabhängiger Autor aus dem Saarland: Benjamin Spang
(c) Foto: Mark Lissmann

Lieber Benjamin, herzlich willkommen auf meinem Blog! Du bist Autor und Erfinder des Doppelmond-Universums. Würdest du dich und deine Arbeit kurz vorstellen?

Ich bin verlagsunabhängiger Autor, wohne im Saarland und habe schon im Jahre 2005 damit begonnen, ein eigenes Fantasyuniversum zu erschaffen. Eigentlich war es für ein Computerspielprojekt gedacht, das aber leider nicht umgesetzt wurde. Meine Arbeit wollte ich nicht in der Schublade einstauben lassen, und so habe ich begonnen, mit der Welt und den Charakteren Kurzgeschichten zu schreiben.

In meiner Fantasywelt scheint keine Sonne, stattdessen gibt es zwei Monde am Himmel. Drei Völker sind im Krieg: Vampire, Werwölfe und Menschen. Jede Partei hat ihre eigene Lebensweise, eine eigene Kultur und eigene Armeen. In meinen Kurzgeschichten stehen meistens ein oder auch mehrere Charaktere im Vordergrund, deren Schicksal ich erzähle. Über die großen Schlachten habe ich bisher nicht berichtet, das werde ich aber nachholen, sobald die Zeit reif dafür ist.

Du schreibst häufig aus einer weiblichen Perspektive, was für einen Mann ja eher ungewöhnlich ist. Wie bist du darauf gekommen, dich eher weiblichen Protagonisten zuzuwenden?

Ich glaube, das kommt von der Wurzel, aus der meine Doppelmond-Welt entsprungen ist: Der erste Underworld Film. Kate Beckinsale als Vampirin Selene. Der Film hat mich damals so beeindruckt, dass ich eine Welt mit Vampiren und Werwölfen erschaffen wollte. Vielleicht kommt es auch daher, dass ich starke, taffe Frauen einfach faszinierender finde als männliche Protagonisten. Lustigerweise habe ich nie vor einer Kurzgeschichte gesagt: „Jetzt schreibe ich eine Geschichte mit einem weiblichen Hauptcharakter!“ Es entstand immer aus dem Plot heraus, aus dem, was ich erzählen wollte. Mit der Zeit sind dann ja auch männliche Charaktere wie Krokk, Markus und Samuel dazugekommen. 🙂

"Blut gegen Blut"

„Blut gegen Blut“

Deine Leser kennen dich durch deine Doppelmond-Kurzgeschichten und dürfen sich nun auf deinen ersten Roman freuen. Inwieweit hat sich die Arbeit am Roman von der an deinen Kurzgeschichten unterschieden?

Als ich angefangen habe mit den Kurzgeschichten, konnte ich es mir gar nicht vorstellen, auch einen Roman zu schreiben. Ich wusste, dass das hart wird. Dann hat mich der Ehrgeiz gepackt, ich habe einige Bücher über das Thema gelesen und dann angefangen, den Plot auszuarbeiten.

Kurzgeschichten waren eher ein langer Sprint. Ein Roman ist dagegen ein Marathon. Zwei Jahre habe ich an „Blut gegen Blut“ gearbeitet. Du selbst musstest zwischendurch als Testleserin herhalten. Da hatte das Manuskript 60.000 Wörter. Mit dem Feedback der Testleser ging die Arbeit weiter und der Roman ist auf 100.000 Wörter angewachsen. Es hat wirklich lange gedauert, aber ich denke am Ende hat es sich gelohnt. Naja, fertig ist er noch nicht: Das Lektorat steht noch aus.

Wo findest du Material für deine Geschichten? Und wie entscheidest du, was sich eher als Kurzgeschichte und was als Roman verarbeiten lässt?

Ich habe irgendwann damit angefangen, aktiv Ideen für Doppelmond-Geschichten zu finden und diese zu notieren. Das sind immer 2 bis 3 Sätze, alle gesammelt in einem kleinen Notizbuch und dafür gedacht, als Kurzgeschichte zu erscheinen.

Wenn es um einen Roman geht, fasse ich erst den Entschluss, solch ein größeres Werk zu verfassen und mache mich dann auf die Ideensuche. Andersrum funktioniert das bei mir nicht.

Aktuell habe ich noch eine Reihe von Kurzromanen in Planung, die ebenfalls in meiner Doppelmond-Welt spielen werden. Ob es überhaupt eine Reihe wird, entscheidet aber die Menge an Stoff, die ich erst noch ausarbeiten muss.

Betreibst du viel Recherche für deine Geschichten oder überlässt du das meiste deiner Fantasie?

Recherche ist wichtig, auch in einer Fantasywelt. Zum Beispiel habe ich für den Roman viel über das Schweißen lernen müssen. Solche Dinge kann man sich als Autor nicht einfach ausdenken, das muss glaubhaft geschrieben sein.

Youtube-Videos, Wikipedia-Artikel und einige Websites habe ich dafür unter die Lupe genommen.

Da meine Protagonistin neben ihren Fähigkeiten als Schweißerin auch noch auf einem Bauernhof lebt, musste ich mir auch aneignen, was auf einem Bauernhof überhaupt passiert.

Ebenso die ernsten Themen in meinem Buch. Alkoholismus eines Familienangehörigen oder selbstverletzendes Verhalten: Mit so etwas beschäftigt man sich normalerweise ja nicht. Das Wissen musste ich mir erst aneignen.

452 Schreibstunden im Jahr 2014

452 Schreibstunden im Jahr 2014

Neben deiner schriftstellerischen Tätigkeit hast du noch einen Vollzeitjob. Wie schaffst du es, das alles unter einen Hut zu bringen?

Ich habe mich irgendwann einfach dazu entschieden, das alles unter einen Hut zu kriegen und dafür aufgehört, andere Dinge zu tun. Viele jammern immer, sie hätten nicht genug Zeit, sitzen dann aber z. B. Abends vor dem Fernseher und gucken Dschungelcamp.
Ich hatte irgendwann auch gar kein Interesse mehr, stundenlang vorm TV oder der XBOX zu hängen und habe damit begonnen, zu schreiben und zu planen. Ich habe aufgehört, morgens bis 7 Uhr zu schlafen und damit begonnen, schon um 5 Uhr an meinem Manuskript zu arbeiten.
Das benötigt immer wieder Disziplin und auch eine gewisse Eingewöhnungsphase.

In wenigen Worten: Worum geht es in deinem bald erscheinenden Roman?

Amalie Reichenlicht ist eine junge Frau, die in einer Werkstatt arbeitet. Sie erledigt Schweißerarbeiten, repariert Lastkraftwagen und klettert auf Zeppeline, um diese zu säubern. Eines Tages gibt es eine dramatische Veränderung ihrer Familienverhältnisse. Der verzweifelte Versuch, ihre Mutter vor einem großen Fehler zu bewahren, zwingt sie zu einer abenteuerlichen Reise, auf der sie feststellen muss, dass die dunklen Völker Jagd auf sie machen. Was wollen sie ausgerechnet von ihr? Und auch die Doppelmond-Agentin, auf deren Zeppelin sie mitreisen darf, scheint eigene Ziele zu verfolgen.

Derzeit kann man dich und dein Projekt auf der Crowdfundingplattform Startnext finden und unterstützen. Du willst dadurch u.a. ein Lektorat für deinen Roman finanzieren. Wie bist du auf die Idee gekommen, diese noch relativ neue Möglichkeit der Finanzierung zu nutzen?

Ich weiß noch, dass irgendwann Sandra Baumgärtner, eine Autorin, die gar nicht so weit weg von mir wohnt, ihr Kinderbuch „Vampi“ über Startnext finanzieren wollte. Ich habe mir das angeschaut, fand die Idee klasse und habe das Projekt auch unterstützt. Im Zuge dessen kam mir die Idee, das auch für meinen Roman zu probieren. Ich habe angefangen zu recherchieren und gesehen, wie andere Romanautoren das geschafft haben.

Im September letzten Jahres habe ich dann mit der Planung und Vorbereitung der Kampagne begonnen.

Stadtbibliothek_Saarbruecken

In der Stadtbibliothek Saarbrücken

Eine eigene Crowdfundigkampagne erfordert nicht nur viel marketingtechnisches Wissen, sondern auch eine Menge Zeit und Arbeit. Mit deiner jetzigen Erfahrung: Würdest du weitere Crowdfundingprojekte starten? Und würdest du anderen Autoren dazu raten, es ebenfalls zu versuchen?

Das kann ich pauschal so nicht sagen, da nicht jeder Autor gleich tickt. Verlagsunabhängige Autoren, sogenannte Selfpublisher, wie ich einer bin, unterscheiden sich auch sehr in der Auffassung ihrer Arbeit. Manche stecken mehr Zeit, Energie und Geld in ihre Schreibprojekte als andere. Wenn du als Autor liebst, was du tust und ein qualitativ hochwertiges Projekt verkaufen möchtest: Versuch es! Investiere die Zeit in Recherche, Planung, usw. und finde heraus, ob es dir gelingen könnte.

Würde ich weitere Crowdfunding-Projekte starten? Ja, definitiv.

Bevor ich Crowdfunding in Erwägung ziehe, würde ich jedoch prüfen, ob die Voraussetzungen dafür gut sind. Ich würde z. B. kein Crowdfunding wagen, wenn ich nicht ein gutes Netzwerk im Rücken hätte. Das ist ganz wichtig: Menschen, die dich und deine Mission unterstützen und weitertragen.

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Inhalt der „Limited Editon“, die auf startnext erworben werden kann

Letzte Frage: Was möchtest du potentiellen Unterstützern deiner Kampagne und zukünftigen Lesern mit auf den Weg geben? Warum sollten sie ausgerechnet dein Projekt unterstützen?

Ja, warum gerade mich unterstützen? Auf diese Frage bin ich vorbereitet! 🙂

Weil ich das alles schon mein halbes Leben lang mache. Das ist nicht nur so gesagt, ich bin jetzt dreißig Jahre alt und mit fünfzehn habe ich tatsächlich damit begonnen, kontinuierlich eigene Projekte auf die Welt loszulassen, sei es ein eigenes Computerspiel oder eben eigene Texte. Und ich bin immer mit dem Herzen dabei.

Jetzt versuche ich meinen Debütroman mit Hilfe dieser tollen Möglichkeit „Crowdfunding“ auf die Welt loszulassen. Die letzten zwei Jahre habe ich an dem Text gearbeitet und ihr da draußen könnt mir helfen, diese zwei Jahre zu einem Happy End zu führen!

Dafür biete ich tolle Extras wie z.B. eine Making-Of-DVD, auf der man, ähnlich wie bei Filmen, hinter die Kulissen des Romans blicken kann.

Schaut doch einfach mal vorbei, liebe Leser. Vielleicht habt auch ihr Lust, mich zu unterstützen! 🙂

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Vielen Dank für das Interview, lieber Benjamin, und ganz viel Erfolg bei deiner Crowdfundingkampagne!

Wenn ihr nun neugierig geworden seid, dann schaut euch Benjamins Homepage oder seinen wunderbaren Blog an, folgt ihm auf Facebook oder Twitter und unterstützt ihn auf startnext!

 
Ein Kommentar

Verfasst von - März 18, 2015 in Begegnungen

 

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