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Create & Inspire: Lydia Jablonsky

09 Jun
Create & Inspire: Lydia Jablonsky

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Lydia Jablonsky, Autorin

Kurzvita: Ich bin 39, dreifache, liebende Mutter und leidenschaftlicher Bücherwurm. Lesen und Schreiben ist wie Atmen – nicht wegzudenken.

Beschreibe dich in drei Worten.
Leidenschaftlich. Durchgeknallt. Liebenswert.

Woran arbeitest du gerade?
Ich beende meinen NaNo vom letzten Jahr, eine Geschichte rund um einen Rockstar, der sich in einen Fan verliebt. Leider ist er verheiratet und sie will so gar nichts von ihm wissen. Außerdem wird er gestalkt und entführt und sie befindet sich auch in Lebensgefahr, weil ihre Kollegin an ihrem Stuhl sägt.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Kreatives Leben heißt für mich, dass ich immer und überall Plotbunnies sehe. Ich stehe an der roten Ampel und die Frau im Auto neben mir fährt einen altersschwachen Opel, sieht aber aus, als hätte sie Millionen auf dem Konto. Gleichzeitig raucht sie eine E-Zigarette. Daraus entstehen Charaktere, die ich so ausmale, dass ich oft genug die Grünphase verpasse.
Kreativität ist überall. Ob ich lese, schreibe, male oder Kartoffeln schäle. Immer und überall habe ich Ideen. Ich habe immer einen Block und einen Stift bei mir. Und mindestens ein Buch.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Den ersten „Flow“ hatte ich mit 15. Damals mussten wir ein Projekt unserer Wahl ausarbeiten. Wir hatten das ganze Halbjahr Zeit. Ich habe mir meine Lieblingsband ausgesucht und innerhalb von 3 Wochen einen dicken A4 Ordner mit Fakten, selbstgeschriebener FanFiction und Fotos erstellt. Gab dann auch eine glatte Eins.
Um in den sogenannten Flow zu kommen, muss ich mit Leidenschaft dabei sein. Wenn mich etwas langweilt, kann ich mich zwar durchkämpfen, aber ich komme nicht in den Flow und bin nur allzu leicht ablenkbar. Wenn ich jedoch einmal im Flow bin, dann bin ich so vertieft, dass ich teilweise nicht einmal ansprechbar bin. Oft genug hat mein Mann neben mir gestanden und ich habe nach einer Weile hochgesehen und verwirrt gefragt, wie lange er da schon steht. Antwort: Willst du sagen, du hast mir in den letzten 10 Minuten nicht zugehört? Ich: Du hast was gesagt?
Am leichtesten komme ich beim Lesen in den Flow. Und das ist auch lebenswichtig für mich, denn nur so kann ich abschalten und mir die Ruhepausen holen, die ich dringend brauche. Beim Schreiben geht das aber ebensogut.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… hänge ich entweder im Alltag mit meinen 3 Kids fest oder in einer depressiven Phase, die bei mir leider regelmässig vorkommen.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Mein Antrieb ist der Gedanke, etwas zu Schreiben, das ich selbst gern lesen würde. Der Gedanke, jemandem eine Freude zu machen, weil er sich mit meinem Text ein wenig Ruhe und Freude vom Alltag holen kann, der bedeutet mir alles. Ich wäre gerne reich, klar. Wer nicht? Aber hauptsächlich schreibe ich, um Vergnügen zu bereiten. Mir selbst und Anderen.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Ich verstehe die Frage nicht … Sind noch Muggel unter uns?
Im Ernst, jemand, der gern kreativ sein möchte, der soll es einfach versuchen. Es gibt nur dann zu wenig Fantasie, wenn man total verknöchert und eigentlich schon tot ist. Und seit wann wollen solche Leute kreativ sein?

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Weder noch. Gegenwart. Das hier und jetzt zählt.
Erkenntnis oder Mysterium? – Erst Mysterium, dann Erkenntnis.
Stille oder Trubel? – Ich mag keinen Trubel.
Morgen oder Abend? – Morgens bin ich ein Zombie.
Utopie oder Dystopie? – Lässt mehr Raum zu Träumen.
Zeit oder Geld? – Damit kann man sich Zeit erkaufen.
Chaos oder Ordnung? – Ich bin ein Ordnungsfanatiker.
Routine oder Abenteuer? – Ein gesunder Mix aus beidem.
Luxus oder Minimalismus? – Gerne Luxus. Minimalismus ist aber die Realität.
Fiktion oder Realität? – Realität ist mir zu anstrengend.

Hier findet ihr Lydia:

Twitter: @LydiaJablonski

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Lydia! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

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