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Create & Inspire: Magret Kindermann

30 Dez
Create & Inspire: Magret Kindermann

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Magret Kindermann, Autorin

Kurzvita
Ich bin Autorin, vor allem interessiere ich mich für Menschen und ihre alltäglichen Abgründe. Dabei stehe ich auf skurrile Details und Schweres, das in Leichtes verpackt ist.

Magret Kindermann_FotoBeschreibe dich in drei Worten.
Loyal, herzlich, kommunikativ. Das sind zumindest laut meines Persönlichkeitstests einige meiner positiven Eigenschaften. Meine negativen behalte ich mal für mich.

Woran arbeitest du gerade?
Die Novelle, an der ich gerade arbeite, ist eine Fortsetzung der „Tulpologie“. Darin gibt es einen Satz, der diesen zweiten Teil inspiriert hat, und zwar, dass meine Hauptperson Marlene zu einem früheren Liebhaber gesagt hatte, sie sollen sich immer nur treffen, wenn sie wirklich Lust darauf hätten. So wären ihre Treffen immer hundert Prozent. Um diese Beziehung geht es nun. Im Grunde geht es darum, sich seine eigenen Regeln für Liebesbeziehungen zu erschaffen, Freiheit vs. sich gehören.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Für mich bedeutet es, dass es für mich Priorität ist, mich kreativ ausleben zu können. Das ist mir wichtig. Aber ich finde, es ist auch schon ein kreatives Leben, wenn sich jemand nur eine kreative Ecke in seiner Zeit baut, etwa nach der Arbeit. Aber mir reicht das nicht.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Oh ja! Das ist eine irre Erfahrung. Die längste Phase war mehrere Tage lang. Ich vergaß, zu essen, war bis tief nachts wach, bis ich zitternd in den Schlaf fiel. Trotzdem wachte ich um 6 Uhr wieder auf, mit dem ersten Gedanken: „Ich will weitermachen!“ Ich weiß nicht, wie ich das erreicht habe. Wahrscheinlich weil ich ganz versunken bin und eben nicht nur wenige Stunden hatte, sondern mehrere Tage. Kleinere Momente des Flows kenne ich natürlich auch.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… passiert mit mir nichts Gutes. Ich werde aggressiv und versinke in gefühlter Bedeutungslosigkeit. Schreiben ist mein Ventil, wie andere Menschen joggen oder feiern gehen. Zwei Jahre lang habe ich mal nicht geschrieben, weil es mein Beruf nicht zugelassen hat. Als ich dann wieder anfing, fühlte ich mich wie erleuchtet.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Natürlich variiert das von Geschichte zu Geschichte. Grundsätzlich will ich erst einmal unterhalten. Den Leser sich selbst näherbringen, Sensibilität schaffen. Dazu reagieren meine Figuren oft anders, als man es erwarten könnte, also hoffe ich, dass sie den Horizont erweitern.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Ich vermute, dass diese Leute die Vorstellung mögen, etwas eigenes zu erschaffen. Man muss ja nicht immer gleich wie van Gough malen, sondern kann sich etwas suchen, das nach mehr Anleitung funktioniert. Etwa einen Tisch restaurieren, häkeln, Kleidung umnähen. Und wer weiß, vielleicht wecken diese Tätigkeiten ja ungeahnte Fantasie und das mit van Gogh wird doch noch was!

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft. (Immer in Laufrichtung blicken.)
Erkenntnis oder Mysterium? – Beides.
Stille oder Trubel? – Stille. Die kann auch ganz schön laut sein.
Morgen oder Abend? – Morgen. Ich liebe es, den Tag noch vor mir zu haben und ihn gemütlich einzuleiten, am besten sonntags mit einem langen Frühstück (am liebsten mit jemanden, der Frühstücke ebenso schätzt wie ich).
Utopie oder Dystopie? – Weder noch.
Zeit oder Geld? – Zeit. (Diese Antwort kam aus vollem Herzen.)
Chaos oder Ordnung? – Ordnung. Eine gute Organisation befriedigt mich.
Routine oder Abenteuer? – Da möchte ich mich nicht entscheiden müssen. Beides ist mir zu wichtig.
Luxus oder Minimalismus? – Minimalismus. Aber das passt meiner Meinung nach hervorragend mit Luxus zusammen.
Fiktion oder Realität? – Beides.

Hier findet ihr Margret:

Webseite: https://themagret.com/
Twitter: https://twitter.com/magretkind
Instagram: https://www.instagram.com/magretkindermann/

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Magret! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

 

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Verfasst von - Dezember 30, 2017 in Create & Inspire

 

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