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Create & Inspire: Nora Bendzko

10 Dez
Create & Inspire: Nora Bendzko

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Nora Bendzko, Autorin, Sängerin & Lektorin

Mein Name ist Nora Bendzko, ich schreibe dunkelfantastische Geschichte und singe Metal, wenn ich neben dem Studium nicht lektoriere. Ich lebe dabei ganz nach dem Motto: Man braucht die Dunkelheit, um stärker leuchten zu können.

Beschreibe dich in drei Worten.
Autoren PorträtLeidenschaftlich, unabhängig, entdeckungsfreudig.

Woran arbeitest du gerade?
Derzeit überarbeite ich zwei große Buchprojekte, die insgesamt über 1.000 Seiten umfassen: Das High-Fantasy-Epos „Die Schönheit des Biests“ und der Cyberpunk-SciFi „Roboter Engel“. Beide möchte ich bei Verlagen einreichen. Danach steht das Schreiben meines vierten Galgenmärchens an, das ich wieder selbst veröffentlichen werde. Außerdem möchte ich nächstes Jahr am Kindle-Storyteller-Award mit einem selbst veröffentlichten Roman teilnehmen. Ich kann schon mal verraten, dass es ein dunkelfantastischer Thriller zu unserer Zeit mit dem Namen „Koma-Träume“ wird. Aber nicht nur schriftstellerisch, auch musikalisch gibt es einiges zu tun. Mit meiner Heavy-Metal-Band Nightmarcher schreibe ich derzeit an neuen Songs für die Wintersaison, während die Progressive-Metal-Band Avem Material für ein ganzes Album geschrieben hat. Nun geht es Richtung Album-Produktion.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Kreativ leben heißt für mich: Ohne Kreativität kann ich nicht. Das merke ich besonders in stressigeren Zeiten, wenn ich z. B. mehr in der Uni zu tun habe. Kommen dann Schreiben und Musik zu kurz, werde ich richtig unglücklich. Dagegen sind Tage, an denen viel geschrieben wurde, ein Glücksschub.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Der Flow ereilt mich sogar immer wieder. Für mich fühlt er sich wie ein Trance-Zustand an. Ich bin total ruhig, irgendwo zwischen totalem Wachsein und Schläfrigkeit, und die Kreativität sprudelt nur so aus mir heraus. Ich überlege dann nicht mehr, das Schreiben setzt sich einfach fort. Diesen Zustand habe ich bisher immer nachts erreicht, wenn schon alles um mich schlief. Er hat auch immer nur geklappt, wenn ich das Gefühl hatte, keinen Zeitdruck zu haben. Wenn ich weiß, ich muss den morgen danach früh aufstehen oder habe nur ein, zwei Stunden und danach einen Termin, bin ich automatisch verkrampfter.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… studiere ich Deutsche Philologie an der Uni Wien und verdinge mich mit Lektoraten. Man sieht mich in Wien auch öfter vor einer Bühne. Ansonsten liebe ich es, mich leserisch weiterzubilden – ob mit Romanen, Zeitungsartikeln, wissenschaftlicher Literatur, Comics, Blogeinträgen –, liebe das Kochen und gut zu essen, verliere mich ab und an in einem spannenden Fantasy-Game.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Ich möchte schöne Dinge erschaffen, sowohl für mich als auch für andere. Mit meinen Geschichten und Songtexten will ich nicht nur unterhalten, sondern auch bewegen. Persönlich glaube ich nicht, dass es nichts zwischen schnöder Unterhaltung und langatmiger „hoher Kunst“ gibt. Ich versuche, etwas dazwischen zu bedienen; etwas, das man aus Spaß an der Freude lesen oder hören kann. Doch wer mehr Interesse entwickelt, genauer hinschaut und zuhört, soll auch Tiefe und etwas zum Nachdenken finden. Dabei habe ich die leise Hoffnung, den einen oder anderen für Dinge zu öffnen, denen er sonst skeptisch gegenübersteht, wie andere Kulturen oder alternative Lebensmodelle. Ich schreibe da für eine offenere Welt mit größeren Horizonten.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Jeder Mensch hat Fantasie. Ich bin überzeugt, dass sie Teil von unserem Menschsein ist. Du glaubst, du hast nicht genug Fantasie, in Wirklichkeit hast du sie nur noch nicht entdeckt! Entsprechend musst du dich auf die Suche machen verlasse deine gewohnte Umgebung, beobachte Menschen und versuche mit welchen in Kontakt zu kommen, mit denen du sonst nichts zu tun hast. Dafür musst du gar nicht weit reisen, es reicht schon, in eine dir unbekannte Ecke deines Dorfes/ deiner Stadt zu gehen. Wenn du dann anfängst, deine neuen Eindrücke aufzuschreiben, wird eins zum anderen kommen – glaub mir!

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft! Jeder neue Tag ist doch ein neues Abenteuer.
Erkenntnis oder Mysterium? – Mysterium! Zumindest liebe ich es, mysteriöse Dinge zu schreiben.
Stille oder Trubel? – Da kann ich mich nicht entscheiden J Ich finde, es muss ausgewogen sein. Trubel den einen Tag, und Stille den anderen, um sich vom Trubel zu erholen.
Morgen oder Abend? – Abend! Das ist einfach meine Tageszeit, ich bin eine eindeutige Nachteule.
Utopie oder Dystopie? – Dystopie! Aber auch nur, weil ich die spannender zum Lesen und Schreiben finde als Utopien.
Zeit oder Geld? – Zeit! Man kann damit Zeit so viel mehr erreichen als mit Geld. Zeit braucht man, um Beziehungen aufzubauen, langwierige Dinge zu unternehmen (und man kann aus ihr auch Geld machen, wenn der Job stimmt und man sich die entsprechende Zeit nimmt). Geld dagegen ist kurzlebig.
Chaos oder Ordnung? – Beides! Ohne mein kreatives Chaos kann ich nicht. Aber ich bin doch froh, dass der Putzfimmel einsetzt, wenn es zu chaotisch wird.
Routine oder Abenteuer? – Abenteuer, eindeutig! Wenn die Tage in zu gleichem Rhythmus dahinlaufen, werde ich immer unruhig.
Luxus oder Minimalismus? – Mittelmaß: Ab und zu gönne ich mir was, wie ein schönes Kleid oder ein gutes Essen, das ist aber auch schon alles. Totaler Luxus würde mich wahrscheinlich überfordern.
Fiktion oder Realität? – Fiktion! Ich bin ja nicht grundlos phantastische Autorin. Ich glaube fest daran, dass wir Menschen ohne Fantasie, ohne Geschichten, die unsere Vorstellungskraft überschreiten, ganz arm dran wären. Die trockene Realität kann sehr deprimierend sein – wie verloren müssten wir sein, könnten wir nicht von neuen Welten träumen? Nur, wer träumt, kann überhaupt auf die Idee kommen, für etwas Besseres zu streiten.

Hier findet ihr Nora:

Homepage: norabendzko.com
Facebook: facebook.com/norabendzkooffiziell
Twitter: twitter.com/NoraBendzko

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Nora! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

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Verfasst von - Dezember 10, 2017 in Create & Inspire

 

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