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Create & Inspire: Katherina Ushachov

03 Dez
Create & Inspire: Katherina Ushachov

In meiner Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Heute freue ich mich auf:

Katherina Ushachov, Autorin

Katherina Ushachov sieht sich selbst als Europäerin – wenn man als Einwandererkind nach Deutschland kommt, das Bundesland wechselt und dann nach Österreich auswandert, ist das die einzige sinnvolle Identität. Eigentlich will sie Fantasy schreiben, landet aber zwischendurch andauernd bei dystopischen Stoffen.

Beschreibe dich in drei Worten.
Chaotisch, widerstandsfähig, loyal.

Woran arbeitest du gerade?
Nachdem ich bei meinem Selfpublishing-Debüt nur noch den Knopf fürs Veröffentlichen drücken muss, arbeite ich wieder an meinem neunbändigen Vampirzyklus. Im Social Media nenne ich die Romanreihe #Unparallel.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Ein kreatives Leben bedeutet, all die kreativen Impulse mit Disziplin in produktive Bahnen zu lenken. Dabei wird die gesamte Lebensplanung um die kreative Beschäftigung herumgebogen. Zumindest ist das meine Art, das Kreative zu leben – ich habe meine Studienwahl beispielsweise davon bestimmen lassen, ob sie mir bei der Romanrecherche hilft oder inspirierend auf meine Werke einwirken kann. Auch als Lektorin lerne ich beim Arbeiten mit fremden Büchern und dem Suchen nach fremden Fehlern viel über das eigene Schreiben, das ist mir wichtig. Und die eiserne Disziplin ist nötig, um auch dann weiterzumachen, wenn ich am liebsten alles hinschmeißen würde. Solche Anfälle habe ich besonders gerne dann, wenn ich eigentlich fast fertig wäre. Da muss ich mich dann selbst durchboxen.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Oft. Ich bezeichne den Zustand als „es schreibt mich“ und das sind diese Momente, in denen ich selbst ganz überrascht bin, was meine Finger da für Worte schreibe und wo die jetzt herkommen. Ein bisschen fühle ich mich, als würde ich neben mir stehen und mich beobachten. Und staunen. Schwer zu sagen, wie ich ihn erreiche, er fällt mir meist dann auf, wenn er da ist und dauert oft nicht länger als zehn Minuten (in denen ich aber drei mal so viel schreibe wie sonst in einer Stunde). Herbeizwingen kann ich ihn erstaunlicherweise durch Druck (Wordsprints sind z.B. gut geeignet), aber eben für 10 Minuten. Bei 15 wird es schwierig, länger ist völlig unmöglich. Dann lasse ich meine Charaktere machen und oft lösen sich Probleme von selbst.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
… dann habe ich Entzugserscheinungen. In jedem Raum, in dem kein Computer ist, habe ich Schreibzeug deponiert. Nicht kreativ zu sein, kann ich auf Dauer nicht, ohne dass es mich kaputtmacht.

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken? Ich bin ein sehr politischer Mensch und je nachdem, was in meinen Fokus gerät, drückt sich das auch im Roman aus. In „MV“ verarbeitete ich den Neonazismus in Osteuropa, in „Zarin Saltan“ geht es am Rande auch Parallelkulturen in Deutschland (da ich selbst in einer aufgewachsen bin, habe ich einiges dazu zu sagen) und in meiner Vampirsaga setze ich mich mit Gleichberechtigung, der Utopie des Matriarchats und männlichen Opfern häuslicher Gewalt auseinander. Außerdem sind meine Charaktere oft (nicht immer) queer. Ich sehe mich selbst also als politische Autorin und, auch wenn das oft ein böses Wort ist, auch als Feministin.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Niemand hat ‚nicht genug Fantasie‘, jeder Mensch ist kreativ. Man muss es nur herauskitzeln. Nicht immer äußert sich Kreativität im Schreiben von Büchern, im Malen von Gemälden oder anderen klassischen Dingen. Vielleicht ist deine kreative Stärke ja das Kochen und Backen. Oder Bastelarbeiten. Oder Außendekorationen. Wenn der Impuls da ist, irgendwas zu machen, aber die Richtung fehlt: Antesten. Irgendwann kommt genau die kreative Betätigung, bei der es funkt.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft
Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis
Stille oder Trubel? – Stille
Morgen oder Abend? – Abend
Utopie oder Dystopie? – Dystopie
Zeit oder Geld? – Geld (hätte ich mehr Geld, hätte ich auch mehr Zeit)
Chaos oder Ordnung? – Chaos
Routine oder Abenteuer? – 50/50. Ich brauche beides, um zu funktionieren.
Luxus oder Minimalismus? – Luxus.
Fiktion oder Realität? – Realität. Ohne sie gäbe es keine Fiktion.

Hier findet ihr Katherina:

Webseite: https://feuerblut.wordpress.com
Twitter: https://twitter.com/evanesca
Facebook: https://www.facebook.com/katherina.ushachov.autorin/

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, liebe Katherina! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

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Verfasst von - Dezember 3, 2017 in Create & Inspire

 

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