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Create & Inspire: Matthias Ernst

09 Sep
Create & Inspire: Matthias Ernst

In meiner neuen Blogreihe Create & Inspire stelle ich Autoren, Künstlern und Kreativen Fragen zu ihrer Arbeit und ihren Ansichten über ein kreatives Leben. Den Auftakt macht:

Matthias Ernst, Krimiautor und Psychologe

Kurzvita:

Ich schreibe seit meiner Jugend Krimis und historische Romane. Meine bislang dreibändige Reihe um die Kommissarin Inge Vill erscheint seit 2015 bei Midnight by Ullstein.

Beschreibe dich in drei Worten.
Geschichten schreibender Schwabe

Woran arbeitest du gerade?
An einem in England spielenden Psychothriller um einen verschwurbelten Psychologen, seine Harry-Potter-verrückte Tochter und eine erfrischend derbe Boulevardjournalistin.

Was verstehst du unter einem kreativen Leben? Und was bedeutet es für dich?
Mir hat immer ein Zitat aus Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ sehr viel bedeutet: „Nur wer noch Chaos in sich trägt, kann einen tanzenden Stern gebären.“ Ich habe das Gefühl, ziemlich viel von diesem wilden Chaos in mir zu haben und Kreativität zu leben, bedeutet für mich, diesem Chaos seine bestmögliche Form zu geben.

Hast du dich schon einmal (oder mehrmals) im Zustand des Flow* befunden? Falls ja: Wie war das für dich? Und wie, glaubst du, hast du ihn erreicht?
Als großer Fan von Mihály Csíkszentmihályi kann ich stolz vermelden, dass ich mich schon mehrfach beim Schreiben in einem Flow wiedergefunden habe. Es war ein spannendes, erfüllendes, gleichzeitig aber auch ein wenig beängstigendes Erlebnis. Ich hatte das Gefühl, dass alle inneren Schranken gefallen sind und die Worte einfach aus mir herausgeströmt sind. Interessanterweise musste ich diese – leider recht wenig umfangreichen – Stellen später kaum überarbeiten. Wie ich in diese Zustände kam, kann ich im Nachhinein nicht mehr so richtig nachvollziehen. Aber Übermüdung hat eine Rolle dabei gespielt.

Wenn ich nicht kreativ tätig bin …
faul und träge

Was treibt dich um? Was möchtest du mit deiner kreativen Tätigkeit ausdrücken?
Als alter Lateiner gefällt mir das Motto des Horaz sehr gut: „prodesse et delectare“,  „nützen und erfreuen“. Ich möchte meinen Lesern zum einen einen ästhetischen Genuss geben, zum anderen aber auch das Nachdenken über soziale, politische oder auch philosophische Probleme anregen, ohne dabei belehrend oder langweilig zu wirken.

Welchen Rat würdest du jemandem geben, der von sich sagt: »Ich wäre auch gerne kreativ, aber ich habe leider nicht genug Fantasie«?
Ich arbeite da immer gerne mit der Wunderfrage: „Stell dir vor, dass dir eine Fee den Wunsch erfüllt, dass dein Leben perfekt ist. Wie würde ein ganz normaler Tag in diesem perfekten Leben aussehen.  Antworte so detailreich wie möglich. Ich habe noch niemanden erlebt, der darauf nicht ausführlich antworten konnte.

Entscheidungsfragen – verlasse dich auf dein Bauchgefühl!

  • Zukunft oder Vergangenheit? – Zukunft
  • Erkenntnis oder Mysterium? – Erkenntnis
  • Stille oder Trubel? – Stille
  • Morgen oder Abend? – Abend
  • Utopie oder Dystopie? – Utopie
  • Zeit oder Geld? – Geld
  • Chaos oder Ordnung? – Chaos
  • Routine oder Abenteuer? – Abenteuer
  • Luxus oder Minimalismus? – Luxus
  • Fiktion oder Realität? – Fiktion

Hier findet ihr Matthias:

Twitter: @MErnstAutor
Facebook: https://www.facebook.com/mernstautor
Website: www.matthias-ernst-autor.de

Vielen Dank für deine Teilnahme und deine Zeit, lieber Matthias! 🙂

~~~
*Flow: Phase, in der man völlig in seiner (kreativen) Tätigkeit versinkt und seine Umgebung nicht/kaum mehr wahrnimmt.

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4 Kommentare

Verfasst von - September 9, 2017 in Create & Inspire

 

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4 Antworten zu “Create & Inspire: Matthias Ernst

  1. Benjamin Spang ✒️💀 (@Doppelmond)

    September 9, 2017 at 9:14 am

    Liebe Nina, die Idee dieser Blogpost-Reihe ist wirklich super! Die Vorstellung von Matthias hier hat mir sehr gut gefallen. Bin schon sehr gespannt auf alle weiteren Teilnehmer! 🙂

     
    • Nina C. Hasse

      September 9, 2017 at 10:13 am

      Danke dir, das freut mich! 😊 Ich durfte ja schon ein wenig schmökern & es sind tolle Leute & Antworten dabei.

       
  2. thebluesirenblog

    September 9, 2017 at 10:38 am

    Yay, wie schön, dass Matthias den Auftakt zu dieser tollen Interviewreihe macht.
    Die Wunder-Frage! 😀 Die ist wirklich universell einsetzbar und nützlich.
    Csíkszentmihályi – das ist ja noch schlimmer als Burrhus Skinner. Den Namen müsste ich jedes Mal googlen fürchte ich.
    Das neue Projekt klingt sehr sehr spannend und ich freue mich schon darauf!

    Danke für dieses coole Interview liebe Nina und lieber Matthias! :-*

     
    • Nina C. Hasse

      September 9, 2017 at 10:15 am

      Danke dir, liebe Babsi! 😊 Jaaaa, den Herrn Csíkszentmihályi muss ich auch jedes Mal googeln – immerhin weiß ich mittlerweile wie man ihn ausspricht. Aber schreiben … meh. 🙈

       

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