RSS

5 Gründe, warum ich keine Preisaktionen mache

16 Jul

Preisaktionen für Bücher sind mittlerweile vor allem bei Self-Publishern ein beliebtes Marketing-Mittel. Neuerscheinungen werden zum Einführungspreis angeboten, zwischendrin mal eine Aktion zum Muttertag, in den Sommerferien, zu Weihnachten. Wenn die Autoren sich an die Buchpreisbindung halten, kann es ein legitimes und mehr oder weniger wirksames Marketingtool sein, um Bücher zu pushen, bekannt zu machen und an neue Leser zu kommen.

Warum mache ich trotzdem keine Preisaktionen?

  1. Ich verstehe den Preis als ein Versprechen an den Leser. Er kann davon ausgehen, dass die Geschichte nicht nächste Woche um 50% reduziert oder gar gratis angeboten wird. Der angezeigte Preis gilt.
  2. Ich habe einmal eine meiner Kurzgeschichten auf amazon für ein paar Tage gratis angeboten. Sie wurde über 500 mal heruntergeladen und ich habe dafür zwei Rezensionen erhalten. Ich gehe davon aus, dass ein Großteil der „Käufer“ die Geschichte geladen, aber nicht gelesen hat. Genauso sieht es mMn. mit den 0,99€-Angeboten aus. Es wird oftmals lediglich gehortet, aber nicht gelesen. Nach dem Motto: Was nichts/wenig kostet, ist auch nichts wert.
  3. Ich möchte diese Schnäppchenjäger umgehen und Nachrichten wie „Wann bietest du dein Buch denn mal wieder günstiger an?“, von denen mir von anderen Autoren berichtet wurde. Letztendlich habe ich das Gefühl – aber das ist nur meine Einschätzung der Situation, das können andere ganz anders sehen – dass diese Preisaktionen langfristig eher schaden als nutzen. Weil sie Arbeit unter Wert verkaufen. Weil sie Erwartungen wecken, dass es immer wieder solche Aktionen geben muss. Weil sie Dumping-Preise und Geiz-ist-geil-Mentalität unterstützen. (Wie gesagt, das ist keine allgemeingültige Feststellung, nur meine Meinung. Es liegt mir fern, irgendwem seine Preisgestaltung vorschreiben.)
  4. Ich kalkuliere den Preis so, dass er für jeden, der Lust hat, das Buch zu lesen, erschwinglich ist. Kurzgeschichten biete ich für 0,99€ an, „Ersticktes Matt“ wird ca. 400 Seiten haben und als eBook 3,99€ kosten. Das ist teilweilse weniger als eine Tasse Kaffee.
  5. Ich weiß, ein Produkt ist nur so viel wert, wie die Kunden bereit sind, dafür auszugeben. Auch wenn ich durch fehlende Preisaktionen vielleicht auf den ein oder anderen Leser verzichten muss, ist es mir das wert. Meine Zielgruppe ist mit dem Genremix Steampunk-Krimi relativ klein und ich hätte das Gefühl, den Roman, an dem ich fünf Jahre gearbeitet habe, gleich zu Beginn zu verramschen. Dafür ist er mir zu schade, ich hätte kein gutes Gefühl damit.

Bitte versteht mich nicht falsch: Ich will hier keine Grundsatzdiskussion über Sinn oder Unsinn von Preis- und Gratisaktionen starten und garantiert niemandem ausreden, eine solche Aktion zu machen. Es gibt Genres, da bietet es sich geradezu an und ich bestreite auch nicht, dass es durchaus ein sinnvolles Mittel darstellt, neue Leser zu erreichen oder die Verkaufszahlen und somit die Sichtbarkeit zu pushen. Ich habe bloß für mich entschieden, dass ich einen Preis festsetzen und dabei bleiben möchte.

Danke für’s Lesen! 🙂 Habt einen sonnigen Tag!

EDIT 25.10.2016, 15:30 Uhr:

Auch ich bin nur ein Mensch und lerne immer noch dazu. Wer sich darüber wundert, dass „Ersticktes Matt“ aktuell und noch bis zum 3.11.2016 für 1,99€ angeboten wird, tut das zurecht. Ich war im obigen Artikel lediglich von selbstinitiierten Preisaktionen ausgegangen und hatte nicht bedacht, dass Amazon Kindle Deals anbietet, bei denen das E-Book zu einem um 50% reduzierten Preis angeboten wird. Die Hintergründe, warum ich den Deal nicht abgelehnt habe, findet ihr hier.

Für mich gilt jedoch nach wie vor, dass ich keine selbstinitiierten Preisaktionen machen werde.

Advertisements
 
6 Kommentare

Verfasst von - Juli 16, 2016 in Veröffentlichen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

6 Antworten zu “5 Gründe, warum ich keine Preisaktionen mache

  1. Otterfly

    Juli 19, 2016 at 4:43 pm

    Finde ich gut! Wenn mir ein Buch wirklich gefällt, bin ich auch bereit, den Preis zu zahlen (in meinem Fall meist um die 10 Euro, weil ich keinen eReader besitze). Wem knapp 4 Euro zu teuer sind, dem ist es die Geschichte dann wohl einfach nicht wert.

     
    • Nina C. Hasse

      Juli 20, 2016 at 12:20 am

      So sehe ich das auch. Ich gebe gerne Geld für Bücher aus, weil sie es mir wert sind. Ein Roman unterhält mich im besten Fall über viele Stunden.

       
  2. Clint

    Oktober 21, 2016 at 9:05 am

    Was schert mich mein Geschwätz (Geschreibsel) von gestern? 😉 Aktuell um 50% reduziert. Da hat wohl jemand festgestellt, dass es eben doch nicht ohne Preisaktionen geht. Ist ja auch nicht schlimm.

     
    • Nina C. Hasse

      Oktober 21, 2016 at 9:08 am

      Hallo Clint, danke für deinen Kommentar. Es geht wunderbar ohne Preisaktion. Das ist ein Kindle Deal von Amazon.
      Herzliche Grüße.

       

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: