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Die Sache mit der Angst

25 Mrz

In was für einem Land wollen wir eigentlich leben?

Dies ist die Frage, die mich beschäftigt, seit Pegida, Legida, Hogesa und wie sie alle heißen, auf die Straße gehen. Und erst recht jetzt nach den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz, in denen eine Partei ordentlich  Zuwachs erhält, die irgendwie gegen alles ist und für nichts steht. Erst gegen den Euro, dann gegen Flüchtlinge, jetzt gegen den Islam. Es gibt noch kein offizielles Parteiprogramm (das wird erst am 30. April veröffentlicht)- und die 70 geleakten Seiten, die man vor einigen Tagen lesen „durfte“, erinnern eher an 1933 denn an 2016.

Wenn ich lese: Grenzen dichtmachen, Abschotten, Generalverdacht, mehr Überwachung, weniger Freiheiten, dafür aber mehr Sicherheiten – mir graust. Da wird ein Geschäft mit der Angst getrieben, mit irrationalen, diffusen Ängsten, die absichtlich geschürt werden, um … ja, um was eigentlich?

Sicherheit ist eine Illusion, endgültige und allumfassende Sicherheit kann und wird es nie geben. Schlimme Dinge passieren, auch ohne Sinn und Zweck. Und wir müssen damit klarkommen.

Und wieder drängt sich die Frage auf: In was für einem Land wollen wir leben? In einem, das sich abschottet vom Rest der Welt, in dem die Leute neidisch sind auf Menschen, die weniger haben als man selbst, in dem es ganz normal ist, solche, die nicht dem eigenen beschränkten Idealbild entsprechen, diskriminiert und ausgegrenzt werden? Ein Land, in dem es okay ist, Frauen zu wünschen, sie mögen doch vergewaltigt werden, um „endlich aufzuwachen“? In dem es Alltag ist, dass Unterkünfte, in denen Geflüchtete leben, angesteckt werden, dass Geschäfte von Nicht-Deutschen zerstört, Menschen auf offener Straße angegriffen werden? Wer ist denn dann noch sicher?

Die Entwicklung der letzten Wochen und Monate hat mich nahezu sprachlos zurückgelassen und immer wieder frage ich mich: Wer um Himmels Willen sieht darin ein erstrebenswertes Ziel?

Das ist auch kein Protest, das ist Irrsinn. Mit diffusen Ängsten und Panikmache  macht man keine Politik.

Ich möchte in einem Land leben, in dem Offenheit, Menschlichkeit und Freundlichkeit gelebt werden. Und nicht dort, wo Angst, Hass und Gewalt regieren. Ihr etwa?

~~~
Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade Schreiben gegen Rechts, die von Anna Schmidt auf ihrem Blog Bunt und farbenfroh ins Leben gerufen wurde.

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10 Kommentare

Verfasst von - März 25, 2016 in Deutschland, Schreiben

 

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10 Antworten zu “Die Sache mit der Angst

  1. anna_schmidt_berlin

    März 25, 2016 at 11:05 pm

    Liebe Nina, den Beitrag kann ich zu 100 Prozent zustimmen und unterschreiben – ganz meine Meinung. Einen herzlichen Dank auch dir für deinen schönen Beitrag – freu mich sehr darüber! Liebe Grüße von Anna

     
  2. Tina

    März 26, 2016 at 10:40 am

    Liebe Nina, ich stimme dir voll zu. Besonders übel finde ich es, wenn jetzt, wie du schreibst, manche den Frauen „gönnen“, vergewaltigt zu werden, um „aufzuwachen“. Dahinter verbergen sich ja in Wirklichkeit eigentlich schwache Menschen, die keine Frauen aushalten, die mit Männern auf Augenhöhe sind. Wer selber stark ist, hat es nicht nötig, Gewalt anzuwenden – das gilt natürlich auch für diejenigen, die Ausländerheime anzünden.

    Schöne Grüße
    Tina

     
    • Nina C. Hasse

      März 26, 2016 at 8:04 pm

      Liebe Tina, vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, leider gibt es solche Individuen. Meistens solche, die nach Silvester als „Frauenrechtler“ aufgetreten sind. Das zeugt wirklich nicht von Stärke.
      Liebe Grüße
      Nina

       
  3. Nina Ryschawy

    März 26, 2016 at 11:34 am

    Liebe Nina. Ich danke Dir für Deinen Artikel. Du sprichst mir absolut aus der Seele.

     
    • Nina C. Hasse

      März 26, 2016 at 8:04 pm

      Danke dir für deinen Kommentar, liebe Nina! 🙂

       
  4. bettyliest

    März 26, 2016 at 6:35 pm

    Hallo Nina,
    deinem Artikel kann ich nur zustimmen. Das ist wirklich eine beängstigende und verstörende Entwicklung.
    Schöne Feiertage
    Ann-Bettina

     
    • Nina C. Hasse

      März 26, 2016 at 8:06 pm

      Hallo Betty,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich wünsche dir auch schöne Feiertage!
      Liebe Grüße!

       
  5. quilterin100

    März 28, 2016 at 2:56 pm

    Dies alles und noch viel mehr lässt mich – vollkommen ungewohnt – sprachlos werden, weil ich die vielen Gedanken zu den vielen verschiedenen und doch leider wieder gleichen Vorfällen überhaupt nicht in die Reihe bekomme…es ist einfach zu komplex, zu emotional, zu wütend machend. Gerade darum ist es gut, eine Blogparade mit zahllosen Beiträgen entstehen zu lassen, denn in allen Beiträgen finde ich meine Gedanken wieder.
    http://bunteralltag.blogspot.de/2016/03/warum-auch-hier-ein-post-gegen-rechts.html

     
    • Nina C. Hasse

      März 30, 2016 at 9:31 am

      Danke für deinen Kommentar und den Link zu deinem tollen Artikel!
      Nein, die sind nicht das Volk. Die sind einfach nur laut.

       

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