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Back in Good Old Germany

06 Okt

New York SpruchDeutschland hat mich wieder. Unglaublich, aber wahr: So schnell sind vier Wochen vergangen.

Der Abschied von New York, von Manhattan im Speziellen, fiel mir sehr schwer. Die Stadt hat sich in unseren letzten Stunden aber auch von ihrer besten Seite gezeigt. Am Samstagabend haben wir noch einmal die Staten Island Fähre genommen und hatten einen wunderbaren Blick auf die beleuchtete Skyline. Das in diesem Jahr fertiggestellte One World Trade Centre macht schon was her. Auch das 9/11 Memorial haben wir bei Nacht besucht, dann sind die Bassins und Wasserfälle beleuchtet und bieten noch einmal eine wunderbare Atmosphäre, die ganz anders ist als tagsüber.

Unsere letzten Stunden am Sonntagnachmittag verbrachten wir auf der Bethesda Terrace im Central Park, wo wir uns an den warmen Herbstsonnenstrahlen erfreuten. Auf einen goldenen Oktober dürfen wir uns hier ja leider nicht freuen.

Nun also wieder daheim. Auch schön. Ganz anders als in den Straßen von Manhattan natürlich. Nach einem Monat hatte ich mich sehr an den dortigen Lebensstil gewöhnt. Da wir nicht im Hotel, sondern in einem Apartment in Harlem an der Upper West Side wohnten, hatten wir viel Kontakt zu Einheimischen und Zugezogenen. Wie Touristen fühlten wir uns nachher nicht mehr.

Auch wenn ich so sehr von New York schwärme – die Stadt hat nicht nur gute Seiten. Sie verlangt einem sehr viel ab. Ohne den Central Park, das grüne Herz der Stadt, würden viele Menschen dort vermutlich durchdrehen. Ich habe erst gemerkt, wie viel Energie mir die Natur (auch die von Menschenhand angelegte) gibt, als ich nach mehreren Tagen in den Straßenschluchten aus Beton Glas und Zement zum Innehalten in den Park ging und mich für eine Stunde dort niederließ. Erst, wenn es still wird, bemerkt man die Lautstärke der Stadt. Verkehrslärm, Polizei- und Feuerwehrsirenen, Menschen, Menschen, Menschen. Die Stadt ist laut, voll und schnell. Manchmal ist es schwer, da mitzuhalten.

Was mich überrascht hat, war, wie sicher ich mich die ganze Zeit über gefühlt habe. Auch, wenn ich abends im Dunkeln allein in Harlem oder mit der U-Bahn unterwegs war, habe ich mich nicht anders gefühlt als im beschaulichen Münster. In den letzten Jahrzehnten wurde in New York ordentlich aufgeräumt, einschlägige Ecken sollte man nach Anbruch der Nacht natürlich dennoch meiden. Leider mussten wir auch die diese Schattenseiten erfahren. In der Nacht zum 21. September wurde, nur wenige Schritte von unserer Haustür entfernt, ein junger Mann erschossen. Ich frage mich noch immer, wieso ich davon nichts mitbekommen habe – allein die Sirenen von Polizei und Krankenwagen hätten mich wecken müssen – von den Schüssen ganz zu schweigen. Auf dem Weg zur U-Bahn kamen wir jeden Tag am Tatort vorbei, wo die Angehörigen Kerzen aufgestellt hatten. Unsicherer habe ich mich durch dieses Ereignis nicht gefühlt, lediglich betroffen. Es ist schon eine andere Nummer, wenn es vor der eigenen Haustür passiert, als wenn man darüber schreibt oder liest …

Nun also wieder zurück im beschaulichen Münster in Good Old Germany. Wenn ich von einer Reise zurückkomme, habe ich immer das Gefühl, gar nicht weg gewesen zu sein. Alle rückt in so weite Ferne, was schade ist, dann ich würde dieses Reisefeeling gerne noch ein wenig im Alltag spüren. Ich habe aber viele schöne Andenken mitgenommen, u. a. drei Bücher, die mich an die tolle Zeit erinnern werden:

Zu den letzten beiden wird es natürlich auch jeweils eine Rezension geben, sobald ich sie durchgearbeitet habe. Beim Herumschmökern erschienen sie mir jedoch sehr vielversprechend.

Langeweile kommt auch hier nicht auf, ich habe noch viel am Roman herumzudoktern. Ich habe jedoch das Gefühl, allein durch den Aufenthalt in New York habe ich einen klareren Blick auf die Geschichte bekommen. Es ist toll, sich vorzustellen, dass man seinen Figuren sozusagen auf der Straße begegnen könnte oder sich auszumalen, wo ihre täglichen Wege lang laufen und diese selbst zu gehen, auf ihren Spuren sozusagen.

Nun begebe ich mich also wieder auf die Spuren meiner Geschichte, nicht mehr vor Ort, sondern vom heimischen Schreibtisch aus. Aber das ist ja auch nicht das Schlechteste.

Ab sofort werde ich auch wieder regelmäßiger bloggen, denn es hat sich einiges angestaut, über das ich schreiben möchte. Jetzt müssten meine Tage nur ca. 48 Stunden haben, dann würde ich auch all das schaffen, was ich mir vornehme 😉

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6 Kommentare

Verfasst von - Oktober 6, 2014 in Autorenleben

 

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6 Antworten zu “Back in Good Old Germany

  1. Martina Riemer

    Oktober 16, 2014 at 7:01 am

    Tolle Eindrücke die du dort gesammelt hast und schöne Bilder – wow, 4 Wochen! Da kann ich deinen Trennungsschmerz verstehen, da lebt man sich ja doch etwas ein. Das mit dem jungen Mann tut mir leid, und ich glaube danach hätte ich schon Angst gehabt. Schlimm wie schnell es manchmal zu Ende gehen kann 😦
    Trotzdem, schön dass du eine tolle Zeit hattest und jetzt wieder da bist 🙂
    lG Tina

     
    • Nina C. Hasse

      Oktober 22, 2014 at 12:46 am

      Danke dir, liebe Martina! Es war wirklich herrlich. Aber wenn man 4 Wochen dort ist, lernt man leider nicht nur die Sonnenseite kennen. Das ist daheim doch ein wenig angenehmer 😉
      Liebe Grüße!
      Nina

       
      • Martina Bookaholic

        Oktober 22, 2014 at 7:36 am

        Kann ich mir vorstellen 😀 Aber ich versteh dich, waren voriges Jahr 3 Wochen dort und am Ende wollte ich eigentlich wieder ins traute Heim nachhause ❤
        LG Tina

         
      • Nina C. Hasse

        Oktober 26, 2014 at 2:37 pm

        Ach, am Ende wäre ich eigentlich gerne noch dageblieben 😉 Der Abschied fiel mir sehr schwer. Aber zuhause ist es auch wirklich schön! Vor allem diese Stille, selten Polizeisirenen. Man merkt erst, wie laut es dort war, wenn man wieder in die heimatliche Stille eintaucht 😀
        Liebe Grüße & einen schönen Sonntag!
        Nina

         
      • Martina Bookaholic

        Oktober 28, 2014 at 1:02 pm

        *g* ja, das ging mir auch so, oder wie klein hier zuhause wieder alles ist… 😀

         
      • Nina C. Hasse

        Oktober 28, 2014 at 1:20 pm

        Oh ja, das ist wirklich auffällig! Man sieht auch plötzlich wieder so viel Himmel. Und bei uns geht es doch ein wenig gemütlicher zu… 😉

         

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