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Rezension: Das Sketchnote Handbuch

02 Jul

IMG_20140528_184510Rezension

Mike Rohde: Das Sketchnote Handbuch. Der illustrierte Leitfaden zum Erstellen visueller Notizen.

5 von 5 Sternen

224 Seiten; 24,99€

Dieses Buch ist eine Offenbarung. Klingt übertrieben? Ist es nicht. Nun mag man sich fragen: ›Visuelle Notizen? Was ist denn das für ein Schmarrn. Wörter tun’s doch auch. Visuelle Notizen brauche ich nicht.‹ Doch, glaubt mir, ihr braucht sie. Ihr wisst es nur noch nicht. Ich erkläre euch auch noch, warum, aber zunächst möchte ich ein paar Fakten schaffen.

Die Bezeichnung ›Sketchnotes‹ ist eine Erfindung von Mike Rohe und setzt sich aus den Wörtern Sketch (zu Deutsch: Skizze) und Note (Notiz) zusammen. Skizzierte Notizen also. Wer saß nicht schon mal in einer Vorlesung, einem Vortrag, einem Meeting und schaffte es partout nicht, all die wichtigen Dinge mitzuschreiben, die der Vortragende da so von sich gibt. Und wer hat nicht schon einmal versucht, eine komplette Powerpoint-Präsentation abzuschreiben? Und selbst, wenn man Schnellschreiber ist: Wer hat danach nochmals einen einzigen Blick auf die vollgeschriebenen Zeilen geworfen?

Hier setzt das Sketchnotes-Prinzip an. Ihr lernt, visuelle Notizen anzufertigen, kleine Skizzen, die euch an den Vortrag und das Gesagte erinnern. Ganz ohne Stress. Und das Beste daran: Es macht unwahrscheinlich viel Spaß. So wird selbst das langweiligste Referat zur Freude. So was geht? Ja. Ihr lernt es mit diesem Handbuch.

Das Buch ist in sieben Kapitel eingeteilt:

1. Was sind Sketchnotes?

2. Warum Sketchnotes?

3. Zuhören!

4. Der Sketchnotes-Prozess

5. Sketchnote-Typen

6. Ansätze, Hierarchien & Personalisierung von Sketchnotes

7. Sketchnote-Fähigkeiten & -Techniken

Auf zweihundert Seiten erläutert Rohde seine Techniken und gibt Einblick in die Arbeit zahlreicher anderer Sketchnoter. Was sich hier nun dröge nach Lerntechnik anhört, ist mehr als unterhaltsam. Denn das ganze Buch ist eine einzige Sketchnote. Bilder werden mit Notizen und Typographie verbunden, so dass ihr euch nicht mühsam alles beibringen müsst, sondern einmaliges Lesen und Betrachten des Buches alles Notwendige vermittelt. Das heißt nicht, dass es danach überflüssig geworden ist. Ich bin sicher, ihr werdet es oft und gern wieder zur Hand nehmen, denn allein die Aufmachung mit den vielen Zeichnungen und Anregungen ist ein echtes Highlight.

Ihr könnt nicht zeichnen? Kein Problem – das müsst ihr auch nicht. Jeder, der in der Lage ist, einen Stift richtig rum zu halten, ist auch in der Lage eine Sketchnote anzufertigen. Sketchnotes sind nicht gleichzusetzen mit Kunst, sondern lediglich Bilder, die ihr mit dem Gehörten verknüpft. Wenn alle anderen in dem von euch gezeichneten Hund einen Elefanten erkennen: Sei’s drum. Ihr wisst, dass es ein Hund ist. Und dieser Hund wird euch an viele Dinge erinnern, die ihr bei dem Vortrag gehört habt.

Ihr lernt durch das Aufzeichnen mehr, als durch das stumpfe Mit- bzw. Abschreiben von Wörtern. Warum ist das so? Der Schlüsselbegriff ist aktives Zuhören. Indem ihr euch während des Vortrags Gedanken darüber macht, wie ihr gewisse Dinge darstellen wollt, welche Darstellungen Sinn ergeben und wie ihr sie am besten anordnet, erstellt euer Gehirn durch die Kopplung von verbalen und visuellen Konzepten eine visuelle Landkarte, anhand derer es sich an zahlreiche Details erinnern kann.

Erst war ich skeptisch, ob ich so etwas wie Sketchnotes brauche, denn ich bin nur sehr selten bei Vorträgen und meine Studienzeit liegt schon ein paar Jahre zurück. Wenn ich doch nur damals schon von Sketchnotes gewusst hätte! Sie hätten mir viele Dinge erleichtert und in unleserlicher Handschrift vollgekritzelte Collegeblöcke erspart!

Ich arbeite als Lektorin und Autorin zumeist allein am Schreibtisch und nutze Sketchnotes mittlerweile in vielfältiger Art und Weise. Ich plane meine Geschichten damit, nutze sie zum Brainstormen und verdeutliche mit ihnen schreibwissenschaftliche Konzepte sowie die Basics des Storytelling (z. B, die Heldenreise, Three-Act-Structure etc.) und Kreativitätstechniken. Sketchnotes funktionieren also nicht nur beim Zuhören, sondern immer dann, wenn man viel Stoff gut strukturiert darstellen will.

Meine Empfehlung an euch: Lest dieses Buch und macht euch mit Sketchnotes vertraut – ich bin sicher, ihr werdet sie bald genauso sehr lieben wie ich.

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6 Kommentare

Verfasst von - Juli 2, 2014 in Rezensionen

 

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6 Antworten zu “Rezension: Das Sketchnote Handbuch

  1. Iris

    Juli 2, 2014 at 1:32 pm

    Das klingt sehr spannend und scheint unbedingt etwas für mich zu sein. Vielen Dank für den Tipp!

     
    • Nina C. Hasse

      Juli 2, 2014 at 1:34 pm

      Sehr gerne, liebe Iris! Das Buch lohnt sich auf jeden Fall – und es macht wirklich Spaß! 😀

       
  2. melisendra

    Juli 2, 2014 at 3:06 pm

    Liebe Nina, ich habe das Buch gleich bei der Stadtbücherei bestellt, danke für die tolle Anregung… Und da ich ohnehin ganz gern kritzele, werde ich es unbedingt anschauen 🙂
    Schön, dass du wieder da bist 🙂
    Viele Grüße
    Katharina

     
    • Nina C. Hasse

      Juli 2, 2014 at 4:23 pm

      Danke, liebe Katharina! 😀 Da habt ihr aber eine gut sortierte Bücherei – Respekt! Ich wünsche dir ganz viel Spaß beim Kritzeln, kannst mir ja mal Rückmeldung geben, ob du das Buch mochtest!
      Liebe Grüße
      Nina

       

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