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22 Mai
Plagiate - nein danke! © BonnyB Bendix

© BonnyB Bendix – Teilen erwünscht!

Wie dreist muss man sein, um jemandes kostenlos im Netz erhältliche Geschichte zu klauen und sie unter anderem Namen bei Amazon zum Kauf anzubieten?

Ich finde unglaublich, was in den letzten Tagen ans Licht gekommen ist. Plagiate sind ja keine Neuheiten mehr, nach diversen Politikern, die ihren Doktortitel abgeben mussten oder einer ChickLit-Autorin, die im Jahr 2012 mit ihren „Platzhaltern“ zur Bestsellerautorin wurde.

Doch nun geht es nicht mehr „nur“ um Textstellen, die plagiiert werden, sondern um ganze Geschichten, die ursprünglich auf der Plattform FanFiktion.de veröffentlicht wurden. Meistens sind es junge Autoren, die ihre Geschichten dort gratis zum Lesen anbieten, um Feedback zu erhalten. Viele bauen sich dort auch eine Fangemeinde auf, denn die Geschichten werden kapitelweise eingestellt und viele Leser fiebern dem Erscheinen des nächsten Kapitels entgegen. Irgendwann ist das Werk komplett – und ab diesem Zeitpunkt scheint das Werk in Gefahr zu sein. Unglaublich, aber leider wahr. Und leider auch im großen Stil, denn ein bestimmter Herr gibt sich als Verlag aus und bietet gestohlene Geschichten zum Kauf an. Dabei ändert er weder Namen noch Handlungsorte, selbst Rechtschreib- und Grammatikfehler aus dem Original bleiben im eBook erhalten. Ganz klarer Fall von Copy&Paste. Mittlerweile konnte ihm nachgewiesen werden, dass mehrere der bei ihm erhältlichen Bücher Plagiate diverser Autoren der FanFiktion-Plattform sind. Einige der geschädigten Autoren haben bereits Anzeige erstattet, die meisten Bücher verschwanden nach den Vorwürfen wie von Zauberhand.
Doch heute tauchte erneut ein bereits nachgewiesenes Plagiat auf, unter anderem Titel und Autorennamen, jedoch mit den gleichen Texten, Figuren und gefakten Leserstimmen.

Die Dreistigkeit, mit der hier vorgegangen wird, ist erschreckend. Es hat einen Grund, warum der Autor seine Geschichte nicht verkauft, sondern kostenlos anbietet. Und niemand, NIEMAND! hat sich über diese Entscheidung hinwegzusetzen, schon gar nicht, indem er jemanden beklaut. Es ist traurig, dass bei einigen so wenig Respekt vor dem (geistigen) Eigentum anderer herrscht und diese Menschen meinen, sie könnten sich einfach daran bedienen, es würde schon nicht auffallen. Das ist Unsinn. Das heutige Plagiat wurde binnen kürzester Zeit entdeckt. Wer glaubt, er könne ein geklautes Werk zweimal anbieten, ist nicht nur dumm, sondern schlichtweg kriminell.

Zumal es sicherlich den ein oder anderen (angehenden) Autor gibt, der sich nach solchen Vorfällen zweimal überlegt, ob er seine Geschichte auf einer Plattform wie FanFiktion.de veröffentlicht – und damit gegebenfalls auf wertvolles Feedback verzichtet. Der Schaden, den Plagiatoren anrichten, ist immens. Fremdes Eigentum als sein eigenes auszugeben und damit Geld zu verdienen, ist kein Kavaliersdelikt und gehört bestraft.

Ich wünsche den geschädigten Autoren viel Kraft beim Vorgehen gegen diese Machenschaften und hoffe, dass diesem Herrn (und ähnlich dreist vorgehenden Individuen) das Handwerk gelegt wird. Denn Schreiben ist neben Spaß und Freude vor allem auch eins: Arbeit, deren Früchte dem Urheber gehören und niemandem sonst.

Wer sich für die beklauten Autoren einsetzen und helfen möchte, Plagiatoren das Handwerk zu legen, ist in der Facebookgruppe Plagiate, Autoren decken auf und wehren sich herzlich willkommen.

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Verfasst von - Mai 22, 2014 in Schreiben

 

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