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Warum mir zum Heulen zumute ist…

05 Mrz

… und ich es in den letzten Stunden mehrfach getan habe.

Ja, ich gebe es zu. Ich habe geweint. Nein, nicht geweint. Ich habe geheult wie ein Schlosshund, denn ich habe soeben die letzte Zeile, das letzte Wort, den letzten Buchstaben von Ersticktes Matt geschrieben. Ich kann kaum glauben, dass diese Geschichte nun zu Ende erzählt ist. Fast drei Jahre habe ich gebraucht, habe geschrieben, gestrichen, verworfen. Habe unzählige Schreibratgeber gewälzt, geplottet, frei geschrieben, Biografien und Figuren entwickelt, Charaktere liebgewonnen und sie getötet, ja, ich gebe es zu – ich habe getötet. Und auch dabei geweint. was ja an sich ein gutes Zeichen ist, wenn man um die eigenen Figuren trauert.

Und nun fühle ich mich erschöpft, leer und ein wenig allein gelassen. Ein seltsames Gefühl, dass das kleine Wörtchen ENDE unter einem Text so ambivalente Gefühle freisetzt. Trauer und Freude, das Bedürfnis zu tanzen und zu singen und sich gleichzeitig am liebsten unter der Decke verkriechen zu wollen.

Bedeutungsschwere Worte, ich weiß. Beinahe melodramatisch. Es ist nicht die erste Geschichte, die ich zu Ende schreibe, aber die erste dieser Länge: 96.520 Wörter in 30 Kapiteln. Es werden definitv noch welche dazukommen, denn bisher ist die Geschichte zwar von Anfang bis Ende erzählt, aber ich habe noch die Idee für die eine oder andere Szene, die während der Überarbeitungsphase hinzugefügt wird.

Nun lasse ich das Manuskript für die nächsten paar Wochen ruhen, um ein wenig Abstand für die Überarbeitung zu bekommen. Ich weiß, dass es noch ein langer Weg bis zur Veröffentlichung ist, aber der erste Schritt ist gemacht.

Und was für ein Weg… Manchmal habe ich stundenlang vor mich hinprokrastiniert und am Ende des Tages mit der Ausrede „Jetzt schaffst du ja eh nichts mehr“ das Textverarbeitungsprogramm geschlossen, ohne ein einziges Wort geschrieben zu haben. Und manchmal wäre ich beinahe am Text verzweifelt und hätte am liebsten alles hingeschmissen. Ich hatte wochen- teilweise monatelange Schreibpausen und stundenlange Wiedereinfindungsitzungen. Oft habe ich aber auch mit einem Lächeln vor der Tastatur gesessen, wenn Wort für Wort und Satz für Satz beim Schreiben ineinander griffen wie gut geölte Zahnräder.

In der Rückschau würde ich beim ersten Entwurf vieles anders machen. Ich würde vorher sorgfältiger planen und die Geschichte komplett durchplotten. Ich würde den ersten Entwurf schnellstmöglich und ohne größere Schreibpausen zu Papier bringen. Ich würde nicht mehr zwischendurch überarbeiten, sondern Rohfassung Rohfassung sein lassen und erst in der Übearbeitungsphase einen zweiten Blick darauf werden.

Und das alles werde ich auch tun. Beim nächsten Roman 😉

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4 Kommentare

Verfasst von - März 5, 2014 in Ersticktes Matt

 

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4 Antworten zu “Warum mir zum Heulen zumute ist…

  1. lautdenkerchristiangruber

    März 6, 2014 at 11:49 am

    Kompliment

     
  2. Susann Julieva

    März 9, 2014 at 9:54 am

    Oh, das kann ich gut verstehen! Als die Triangle Series nach ganzen 10 Jahren (!) abgeschlossen war, hab ich auch erst mal geheult. Ich hatte das Gefühl, nun für immer von diesen Figuren Abschied nehmen zu müssen, und das tat ganz schön weh.

     

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