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Blogtour Tag 2: Ein Interview mit Annika Bühnemann

02 Dez

Zu Anfang eine Frage zu deinem Werdegang als Autorin: Wie bist du zum Schreiben gekommen und warum schreibst du eigentlich?

In der Grundschule habe ich meine ersten Geschichten geschrieben (zum Beispiel eine dramatische Geschichte über einen erkrankten Osterhasen, so dass Ostern auszufallen drohte) und auch in der Schule habe ich immer „Hier!“ geschrien, wenn es um Schreibaufgaben in einer Klausur ging. Spaßeshalber habe ich ein paar „Romane“ angefangen, aber nie einen zu Ende gebracht.
Erst 2012 habe ich mich ernsthaft mit dem Romanschreiben beschäftigt, also mit der Theorie über Figurengestaltung, Plotaufbau, Spannung, Konflikt und so weiter und habe diese Theorien bei meinem Debütroman dann angewendet – übrigens die erste Geschichte, die ich tatsächlich zu Ende geschrieben habe.

Wie bist du auf die Idee zu deinem Debütroman „Auf die Freundschaft!“ gekommen?

Ich habe festgestellt, dass man mit Mädels befreundet sein kann, die ganz anders sind als man selbst. Da war ich so etwa achtzehn oder vielleicht zwanzig. Ich fragte mich, wie eine Freundschaft wohl aussehen würde, bei denen vier ganz unterschiedliche Frauen aufeinandertreffen: Eine junge Frau, eine sehr moralische, eine freiheitsliebende und eine eher naive Romantikerin.

Für das Genre ChickLit ist „Auf die Freundschaft!“ meiner Meinung nach ein recht ungewöhnlicher Roman, da nicht die Liebe, sondern die Freundschaft der vier Frauen untereinander im Mittelpunkt steht. Würdest du dich dennoch als ChickLit-Autorin bezeichnen oder möchtest du dich nicht auf das Genre festlegen?

Momentan bin ich definitiv ChickLit-Autorin, vor allem, wenn ich so an mein nächstes Buch denke, das um eine planungswütige Braut geht. Aber ich habe auch Ideen für den Roman, der danach folgen soll und das ist weitaus erwachsener, weniger glanzvoll und geht mehr in die Richtung Liebesgeschichte. Auch dem Fantasygenre bin ich nicht abgeneigt, aber wenn ich in einem ganz anderen Genre veröffentlichen will, werde ich mit dafür ein Pseudonym zulegen, damit der Leser nicht enttäuscht ist: Wo Annika Bühnemann drauf steht, soll Humor, Liebe und Freundschaft drin sein.

Planst du deine Geschichten akribisch oder entwickelt sich die Geschichte erst beim Schreiben?

Ich plane sie so detailliert es geht, lasse mir aber die Freiheit, mittendrin Änderungen vorzunehmen. Die eine oder andere Szene, die vorher nicht geplant war, drängt sich schon mal dazwischen, oder es tauchen Figuren auf, die ich vorher nie in meinem Kopf hatte. Völlig ohne Plan zu schreiben traue ich mich nicht, weil ich in der Vergangenheit dann irgendwann an den Punkt kam, an dem ich nicht mehr weiter wusste. Den Stress erspare ich mir lieber 😉

Was inspiriert dich dazu, eine Idee weiter zu verfolgen, daraus eine ganze Geschichte zu machen?

Ich überlege, ob ich wohl ein Buch lesen wollen würde, der diese Idee als Thema hat. Dann recherchiere ich, wie diese Idee bisher umgesetzt wurde und was ich anders machen kann. Bei „Auf die Freundschaft!“ hat mich diese Ambivalenz zwischen den Figuren gereizt, die verschiedenen Weltanschauungen, und die Idee ließ mich nicht mehr los.
Bei meinem neuen Projekt habe ich einen fiktiven Buchrücken erstellt und ihn meinen Mädels gezeigt mit der Anmerkung „Ich überlege mir, dieses Buch zu kaufen“. Da alle ganz begeistert waren und das Buch auch kaufen wollten, sah ich mich darin bestätigt, die Idee weiter zu verfolgen.

Wie entwickelst du deine Figuren? Und wie entscheidest du, welches Personal für eine Geschichte notwendig ist?

Ich sammle alle meine Schreibratgeber nochmal um mich zusammen und trage zusammen, was dort empfohlen wird. Auf der Internetseite www.schriftsteller-werden.de gibt es auch eine Art Schritt-für-Schritt-Anleitung, die ich immer wieder zur Hand nehme. Bei „Auf die Freundschaft!“ hatte ich im Grunde schon meine vier Figuren, bevor ich eine Geschichte dazu hatte, deshalb war dieser Schritt nicht so schwer. Bei meinem neuen Projekt hatte ich erst die Geschichte und musste mir dann überlegen, welche Art von Figur dort hineinpasst.

Manchmal merkt man aber erst beim Schreiben, ob eine Figur tatsächlich in die Geschichte passt oder ob eine andere noch fehlt. Wichtig ist, die Figuren gut zu kennen, sodass sie authentisch agieren können.

Wie bringst du deinen Brotjob mit dem Schreiben unter einen Hut? Könntest du dir vorstellen, hauptberuflich Autorin zu sein?

Mein Lieblingsthema: Zeit. Also ich stehe morgens gegen halb sieben auf (früher schaffe ich es nur äußerst selten, weil ich ein Nachtmensch bin), fahre gegen halb acht los, bringe meinen Hund zur Hundesitterin und fahre dann zur Arbeit. Dort fange ich dann gegen viertel vor neun an und arbeite bis fünf oder halb sechs. Nach der einstündigen Autofahrt hole ich den Hund ab und fahre nach Hause. Dort habe ich meistens nur wenig Zeit zum Abendbrot essen, denn ich habe an zwei bis drei Abenden noch Termine (Chor, Kirche, Jugendbetreuung). Wenn ich gegen neun oder halb zehn nach Hause komme, schreibe ich bis elf und gehe dann schlafen. Oder ich pflege meine Webseite, die Facebookseite, twittere, erstelle Bilder, organisiere Blogtouren ( 😉 ), schreibe in Foren, lese Korrektur für Kollegen oder rufe Gewinnspiele ins Leben.

Ob ich jemals als Autorin hauptberuflich tätig sein kann, bezweifle ich. Da müsste ich schon extrem viele Bücher verkaufen, um mein ausgeprägtes Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit zufrieden zu stellen. Aber es wäre ein Traum von mir, einfach nur drei Tage oder so zu arbeiten und den Rest mit dem Schreiben aufzufangen.

Hattest du jemals eine Schreibblockade? Wenn ja, was machst du dagegen?

Bisher – toi, toi, toi – bin ich von ernsthaften Blockaden verschont geblieben. Es gab eine Phase in „Auf die Freundschaft!“, bei der ich nicht so richtig weiter wusste. Dann habe ich mich mit meiner Freundin unterhalten, was die Beweggründe für das Handeln einer Figur sein könnten und wir haben den Knoten gelöst. Eigentlich spreche ich immer mit anderen, wenn ich gerade nicht weiter weiß, da sie frische Ideen habe, für die ich zu blind bin, wenn ich gerade mit dem Text arbeite.

Hast du einen festen Platz, an dem du schreibst? Oder kannst du überall schreiben?

Wir haben ein Büro – aber das ist so chaotisch und vollgestellt, dass nicht einmal ich da sitzen mag (ich bin absolut unordentlich, zum Leidwesen meines Mannes). Deshalb sitze ich meistens am Esszimmertisch im Wohnzimmer, oder abends auf der Couch. Zum Glück gibt es heutzutage Laptops, die man immer mit sich herumschleppen kann. Manchmal schaffe ich es, mit dem Zug zur Arbeit zu fahren (der fährt morgens um 6 Uhr und braucht eineinhalb Stunden), da schreibe ich auch gerne und bin am produktivsten, da ich mich nicht von Facebook ablenken lasse.

Wie versetzt du dich in die richtige Stimmung für eine Szene?

Das geschieht meistens von ganz alleine. Ich lese mir nochmal die letzten zwei Seiten durch, die ich geschrieben habe, dann bin ich gleich drin. Allerdings habe ich festgestellt: Wenn das richtige Gefühl nicht aufkommt, muss ich etwas Grundlegendes ändern, zum Beispiel die Erzählperspektive, die Figur oder die Szene an sich. Mittlerweile habe ich, glaube ich, ein viel besseres Gefühl dafür entwickelt, ob eine Szene fließt oder eher zäh ist.

Die amerikanische Schriftstellerin Dorothy Parker hat einmal gesagt I hate writing. I love having written. Würdest du diesem Zitat zustimmen? Warum bzw. warum nicht?

Ich würde wohl eher sagen: I hate revising. I love having revised. Das Überarbeiten von “Auf die Freundschaft!” fand ich sehr anstrengend und es dauerte auch fast drei Mal so lange wie das eigentliche schreiben. Jeden Satz habe ich mich angeguckt und auf seine Funktion geprüft – da hat man am Ende einfach keine Lust mehr, sich mit diesem Text, den man schon auswendig kann, zu befassen. Mein Buch hat ja nur 200 Seiten, ich glaube bei einem Fantasyroman von 600 oder 800 Seiten wäre ich an Nervenleiden erkrankt. Das Schreiben macht unheimlich Spaß, weil etwas Neues entsteht, das Überarbeiten ist Arbeit. Aber solange man am Ende mit einem guten Text dasteht und stolz sein kann, was man aus dem Rohentwurf noch rausgeholt hat, lohnt es sich.

Danke, liebe Annika, für das Interview!

Und nicht vergessen, unter allen Kommentatoren dieses Beitrags verlosen wir ein signiertes Taschenbuchexemplar von „Auf die Freundschaft!“. Einfach bis zum 04. Dezember diesen Beitrag kommentieren, am 05. wird dann ausgelost! Wir drücken euch die Daumen!

Den Beitrag von gestern findet ihr bei Kerstins Bücherreich und morgen geht es weiter bei Immer mit Buch!

Die Autorin findet ihr hier:

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5 Kommentare

Verfasst von - Dezember 2, 2013 in Bücher, Gewinnspiel, Schreiben

 

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5 Antworten zu “Blogtour Tag 2: Ein Interview mit Annika Bühnemann

  1. Elli

    Dezember 3, 2013 at 1:28 pm

    Ich brauche dringend neuen Lesestoff und meine Daumen sind daher ganz feste gedrückt!

     
  2. Hannah

    Dezember 3, 2013 at 3:20 pm

    Hallihallo! 🙂
    Was für ein schönes Interview! 🙂
    Ich wuerde das Buch so gerne gewinnen, weil es sich super anhört und auch das Cover sieht toll aus! 🙂
    Ganz liebe Grüße,
    Hannah

     
  3. Cappuccino-Mama

    Dezember 3, 2013 at 11:34 pm

    Die Autorin wirkt sehr sympathisch, natürlich und vor allem wie ein Mensch wie Du und ich.

    LG,
    Heidi, die Cappuccino-Mama

     
  4. Blondie89

    Dezember 4, 2013 at 11:13 am

    Mensch, immer die gleichen Gesichter 🙂
    Da ich das Buch gerne selber lesen möchte, aber auch meiner Freundin schenken mag, versuche ich es einfach mal mehrmals 🙂
    Also ich wäre gerne Leserin.
    LG

     
  5. Annika Bühnemann

    Dezember 5, 2013 at 9:11 pm

    Heute habe ich die Gewinner ausgelost! Und zwei von euch sind dabei 🙂 Schaut mal nach! Einfach „Annika Bühnemann Blogtour“ bei YouTube eingeben!

     

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