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Faszination Dampfkraft: Autor Benjamin Spang

18 Okt

Ich freue mich sehr, dass der Steampunk-Fantasy Autor Benjamin Spang mir einen Artikel für „Faszination Dampfkraft“ zur Verfügung gestellt hat. Taucht ein in sein Doppelmond-Universum und in die Stadt Hellmark! Morgen stelle ich euch seine Kurzgeschichtensammlung Kurzgeschichten aus Nuun vor. Und nun viel Freude beim Lesen!

***

Unter dunklen, von riesigen Schornsteinen geborenen Wolken lag die Stadt, in der sich die Menschheit während des tobenden Krieges am sichersten fühlte. Dicke Mauern und suchende Scheinwerfer mit gleißendem Licht machten es den Dämonen, Bestien und Blutsaugern unmöglich, ins Innere zu gelangen. Scharfschützen hielten auf Wachtürmen Stellung. Durch ihre Fernrohre musterten sie jeden Grashalm, während zeitgleich mobile Wachposten in gepanzerten Fahrzeugen um die äußerste Stadtmauer fuhren.

PlakatLießen einen die Soldaten durch, passierte man das riesige, aus dickem Stahl und mit dem Zeichen des Allvaters versehene Stadttor. Gleich dahinter konnte man nicht anders, als staunend den Kopf zu heben.
Die Stadt, die nie schlief, bestand zum größten Teil aus hochgewachsenen, verwinkelten und mit Anbauten verunstalteten Hochhäusern, die so dicht nebeneinander standen, dass nur schmale Menschen diese Gassen nutzen konnten. Und das auch nur, wenn ihnen niemand entgegen kam.
Dunkle Rohre schossen an den hellbraunen Fassaden in die Höhe. Sie verschwanden entweder an einer beliebigen Stelle in der Wand oder aber reichten bis auf eines der Flachdächer in einen Wasserkessel.
Auch hier oben kroch einem der allgegenwärtige Verbrennungsgeruch in den Rachen, der vom Wind über die Dächer getragen und im Norden in die Luft geblasen wurde. Dort konnten die Arbeiter wählen, in welcher der zahlreichen Gießereien, Schmieden oder Maschinenfabriken sie sich ihre Gesundheit ruinieren wollten.
Das Donnern der riesigen Stahlhämmer, die rhythmisch auf erhitztes Metall trafen, hörte man zu jeder Tages- und Nachtzeit in allen Gassen und Zimmern Hellmarks.
Gleich neben diesem stetig pumpenden Herzen der Stadt lag der Zeppelin-Hafen, auf dem täglich mehrere hundert Luftschiffe landeten. Majestätisch und mit einer für die Stadt untypischen Gelassenheit glitten die länglichen Ballons durch die Luft. Im Hafen angedockt, wurden sie beladen, entladen oder repariert, um gleich darauf ihre Reise fortzusetzen.
Wem der Luftweg zu teuer war, um die Stadt zu verlassen, fuhr mit der Dampfbahn. Der klobige Dampfhammer ratterte ungestüm und mit lautem Getöse über die Gleise. Durch seine Schornsteine blies er dicken, weißen Rauch, der noch minutenlang in der Luft hing, selbst wenn der Zug schon verschwunden war.

Nachts, wenn die beiden Monde den Himmel mit seiner Schwärze alleine ließen, leuchteten die Fenster der braunen Kolosse so zahlreich, dass es fast wirkte, als hätte jemand die Sterne vom Himmel genommen, sie in Form geschnitten und nebeneinander gesetzt.
GasseIn dunklen Gassen, wo ihr Licht oder das der zahlreichen Gaslampen, sich nicht ausbreiten konnte, wurden Geschäfte abseits der Marktplätze gemacht. Für wenige Goldmünzen, den sogenannten „Solid“, konnte man sich dort mit illegalen Stoffen eindecken.
Du willst deinen Schmerz betäuben und deine Sinne ausschalten? Zieh dir Jawa-Staub durch die Nase! Willst du hingegen wachsam sein und nie mehr schlafen? Ein kleiner Beutel „Rost“ wird dich auf Trab halten!
Nicht immer konnten die Advokaten, die Wächter der Stadt, die Drogenhändler erwischen, denn sie waren flink, sprangen über Mauern, kletterten an Fassaden empor oder versteckten sich in alten Lüftungsschächten.

Die Menschheit fühlte sich in Hellmark geborgen. Die Reinhaltung ihres Blutes und das Menschbleiben waren ihnen wichtiger als Ruhe und Sauberkeit. Nicht, dass sie keine andere Wahl hätten: Es gab auch andere Städte im Lande Nuun, mit mehr Platz und sauberer Luft zum Atmen. Dort wohnte man allerdings ungeschützt vor den Stadtmauern in einer Hütte oder die Stadt selbst lag nahe am Gebiet der Vampire oder Werwölfe.

Vom Krieg dieser Völker und dem Schicksal einzelner Personen handeln meine düsteren Doppelmond-Geschichten, zu denen ich euch auf diesem Wege recht herzlich einlade!

Liebe Grüße
Benjamin SpangBenjamin_Spang

Hier erfährt ihr mehr über das Doppelmond-Universum:
Website: www.doppelmondsaga.de

Blog: www.doppelmondsaga.blogspot.de

Facebook: www.facebook.com/doppelmondsaga

Hier könnt ihr dem Autor folgen:
Facebook: www.facebook.com/benjaminspang.autor
Twitter: @Doppelmond

Bilder:

Gasse:
Bild „Gasse“ erstellt von Simon Kramhöller
Plakat:
Zeichnung von Simon Kramhöller, Collage von Benjamin Spang

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