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Die Hexe

30 Apr

Passend zur heutigen Walpurgisnacht habe ich ein uraltes Gedicht ausgegraben, übrigens das erste, das ich jemals geschrieben habe. Obwohl es teilweise grausig gereimt ist, mag ich es doch irgendwie gerne und will es euch nicht vorenthalten:

Die Hexe

HexenkaefigDie Hexe, vor Gericht gebracht,

soll brennen jetzt um Mitternacht.

„Zum Scheiterhaufen führt sie hin!“

Der Richter sieht den Sinn darin,

das Böse aus der Welt zu treiben

und sich die Hände dann zu reiben,

denn er erhält den Hexenlohn.

Die Hex‘ jedoch des Volkes Hohn.

Voller Unschuld ist die Frau –

das weiß der Richter ganz genau –

doch wird sie an den Pfahl gebunden,

um ihre Seele zu gesunden,

um ihre Seele rein zu machen,

um in Gott neu zu erwachen.

Die Hexe in den Flammen steht,

vor Schmerzen sich nach Rettung sehnt.

Sie muss ihr Schicksal akzeptieren,

kann nicht auf Unschuld noch plädieren.

Das Feuer frisst sich langsam fort,

sie kann schon sehen jenen Ort,

wo sie von nun an leben wird,

wenn sie jetzt tatsächlich stirbt.

Ohne Schmerzen und mit Ruh,

geht sie auf das Lichtlein zu.

Hell und klar, verborgen und rein,

das muss das wahre Leben sein.

Nur ihren Körper lässt sie zurück

und von ihrem Geist ein Stück.

Alle Schmerzen, alle Pein,

können nun vergessen sein.

Soll der Richter glücklich werden,

mit seinem Reichtum dort auf Erden.

Ist jedoch die Zeit gekommen,

wird er vom Teufel mitgenommen.

(2001)

Foto: Renschgro, „Hexenkäfig“
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Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

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