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30 Tage über das Schreiben bloggen – Tag 25

10 Sep

Frage 25 von 30

Haben irgendwelche Figuren von dir Haustiere? Erzähl uns von ihnen!

Nur wenige meiner Figuren haben Haustiere. Im Moment erinnere ich mich an vier:

Der junge Paul in meiner Weihnachtsgeschichte hat einen Gänserich namens Gustav als Haustier und besten Freund. Gustav soll der diesjährige Weihnachtsbraten werden, weil er von allen Gänsen am dicksten ist – was natürlich daran liegt, dass Paul ihn so verwöhnt hat. Die Geschichte geht natürlich gut für Gustav aus – ich bringe es nicht übers Herz in meinen Geschichten ein Tier zu töten. Figuren: Kein großes Problem… Tiere: Das geht gar nicht! Schon ein bisschen seltsam, oder?

Das zweite Haustier gehört Prof. Dr. Christien Montgomery, einem irischen Archäologen aus meinem Abenteuerroman: Ein dicker, fauler und sehr eigenwilliger  Karthäuserkater namens Smokey.

Das dritte Haustier ist ebenfalls ein Kater (ja, ich bin ein Katzenmensch) und gehört Mira aus meiner Mystery-Geschichte, die die Hexenverfolgung in Salem thematisiert. Er ist ein schwarzer Kater namens Novalis und bringt Miras beste Freundin Curly ständig aus der Fassung, weil sie so abergläubisch ist.

Leyna Paddington, die Vampirin aus Eisblumen hat ein eher ungewöhnliches Haustier, ein Streifenhörnchen namens Charles. Charles ist mir ganz besonders ans Herz gewachsen, nicht nur, weil er so wahnsinnig niedlich ist, sondern weil er sehr frech ist und ganz klare Vorstellungen von seinem Leben hat. Vorhang auf für Charles:

Charles schlief noch. Nicht da, wo er sollte. Natürlich nicht, das tat er ja nie. Er hatte sich auf dem weichen Sofakissen zu einer winzigen Fellkugel zusammengerollt, den buschigen Schwanz wie eine Decke um den kleinen Körper geschlungen, anstatt sich in sein gemütliches Holzhäuschen in die Holzwolle zu kuscheln. Charles war ein Streifenhörnchen und lebte seit nunmehr zwei Jahren bei ihr. Er hatte das violette Kissen nach seinem Einzug zu seinem Lieblingsplatz erklärt und war ziemlich schnell darauf gekommen wie sich sein Käfig öffnen ließ. Leyna ließ ihn gewähren – solange die Wohnung durch seine Pfoten nicht im Chaos versank.

Sie strich ihm mit der Spitze ihres Zeigefingers über die Stirn und zupfte leicht an seinem rechten Ohr. Charles rührte sich kaum, zuckte nur leicht mit dem Schwanz und lag dann wieder still. Sie hörte ihn tief atmen, dann ließ sie ihn in Ruhe. Spätestens, wenn sie Müsli in eine Schale schüttete, würde er sowieso aufwachen.

Leyna setzte Teewasser auf, nahm eine Tasse und die Blechdose mit der Earl-Grey-Mischung, aus dem Vorratsschrank und schaltete das Radio ein. Klassik Rock, Metallicas Nothing else matters dröhnte aus den Boxen. Etwas zu schwermütig für diesen frühen Morgen… Sie überlegte, ob sie nach einem anderen Sender suchen sollte, regelte die Lautstärke dann aber nur auf eine niedrige Stufe, um die Nachbarn nicht zu stören und summte leise mit. Als der Teekessel pfiff, hatte Leyna anderthalb Bananen und einen Apfel kleingeschnitten und in zwei Schüsseln gegeben. Sie goss sich eine Tasse ein und raschelte gerade mit der Müslipackung, da hüpfte Charles auf die Theke und zog eine der Schüsseln mit seinen Vorderpfoten zu sich heran. Dann steckte er den Kopf hinein, aber was er dort fand, schien ihn nicht zufrieden zu stellen, denn er blickte seine Mitbewohnerin missbilligend an. Leyna schnalzte mit der Zunge und nahm ihm die Schüssel weg. „Ich war gerade dabei, euer Frühstück zuzubereiten, Euer Majestät.“, sagte sie nicht ohne einen ironischen Tonfall. Erst als sie Haferflocken und ein wenig Müsli hinzugefügt und das ganze sorgsam gemischt hatte, schob sie dem hin- und hertänzelnden Streifenhörnchen die Schale wieder zurück. „Wohl bekomm’s, Hoheit.“ Sie betrachtete Charles lächelnd, als dieser sich über sein Frühstück beugte, ein Apfelstück zu fassen bekam, sich auf die Hinterbeine fallen ließ und zu knabbern begann.

Bildnachweis:

Foto 1: Oso, „Schöne Weihnachten – ohne mich !

Some rights reserved.

Foto 2: rubina, „Das Leben ist schön!“

Some rights reserved.

Foto 3: yamauchi, „美猫“

Some rights reserved.

Foto 4: Gilles Gonthier, „Tamia rayé — Eastern chipmunk“

Some rights reserved.

Alle Bilder stammen aus der kostenlosen Bilddatenbank www.piqs.de

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