RSS

30 Tage über das Schreiben bloggen – Tag 3

12 Jun

Frage 3 von 30

Wie kommst du auf Namen für Figuren (und für Orte, wenn du über fiktive Orte schreibst)? 

Ich versuche diese Frage mit ein paar Beispielen zu beantworten:

Remy Lafayette

Für meinen Protagonisten wollte ich einen französischen Namen, da seine Mutter, die ihn alleine großzog, aus der Bretagne stammt. Den Namen Lafayette fand ich schon immer sehr schön, weil er so melodisch klingt. Als Vorname, der er ja eigentlich ist, war er mir allerdings zu lang, deshalb habe ich ihn zum Nachnamen gemacht. Der Vorname Remy war ebenfalls schnell gefunden. Das französische Wort remis lässt  sich auf das Schachspiel beziehen und bedeutet einen unentschiedenen Ausgang.

Nathaniel Bishop

Nathaniel ist ein Junge aus wohlhabendem, schottischem Hause und das sollte sich in seinem Namen widerspiegeln. Der Name Nathaniel wirkt weise und sicherlich auch älter, als dass er wirklich gut zu einem Zwölfjährigen passen würde. Genau deshalb habe ich ihn ausgewählt, weil Nathaniel nun mal kein gewöhnlicher Zwölfjähriger ist. Der Nachname Bishop lässt sich wieder auf das Schachspiel zurückführen. So heißen im Englischen die Läufer. Zunächst hieß er Knight mit Nachnamen, was die englische Bezeichnung für den Springer wäre, aber da war mir doch zu viel Alliteration drin.

Lilia Levreau & Damien Louveteau

Alliterationen müssen nicht immer schlecht sein. Diese beiden Charaktere stammen aus einer anderen Geschichte, die im Frankreich des 19. Jahrhunderts spielt und an die historischen Ereignisse der Bestie von Gévaudan aus dem 18. Jahrhundert anlehnt. Diese Story ist eher im Genre Fantasy angesiedelt, denn die Verbindung der Bestie von Gévaudan mit dem Mythos Werwolf liegt doch recht nahe.

Ich wollte meiner weiblichen Hauptfigur einen melodisch klingenden Namen geben, der mit ihrer französischen Herkunft (Fleur de Lis = Lilie, das Nationalsymbol Frankreichs) in Verbindung gebracht wird. Zudem sollte sie allein schon durch ihren Namen absolut harmlos wirken. Die Lilie als Blume wird oft mit Reinheit in Verbindung gebracht. Deshalb habe ich auch den Nachnamen Levreau gewählt, der übersetzt Häschen bedeutet.

Mein männlicher Part (ein Werwolf, wie überraschend) sollte hingegen einen eher düsteren Namen tragen. Damien erinnert vom Klang eher ein wenig an »Dämon« und bedeutet »mächtiger Mann«. Das fand ich sehr passend. Der Nachname ähnelt leider sehr stark dem meiner weiblichen Hauptperson, was man als Autor ja eigentlich vermeiden sollte. Da ich in dieser Geschichte lediglich in der Figureneinführung die Nachnamen erwähne und ansonsten mit den Vornamen arbeite, habe ich mir das erlaubt, denn es passte einfach zu gut: Louveteau bedeutet übersetzt »junger Wolf«.

Beim Suchen und Finden von Namen achte ich – wie ihr an den Beispielen sehen konntet – sehr stark auf die Bedeutung, sowohl beim Vor- als auch beim Nachnamen. Natürlich müssen Namen auch eine gewisse Botschaft übermitteln und einen schönen Klang haben. Außerdem mag ich ungewöhnliche, nicht alltägliche Namen sehr gerne – es sei denn, ein alltäglicher Name passt zur Figur.

Die Namenfindung bereitet mir immer besonders viel Vergnügen, weil es viel mit Kreativität und Tüftelei zu tun hat. Den passenden Namen für eine Figur zu suchen, ist wie ein Rätsel, das gelöst werden muss. Und irgendwann ist der richtige Name da.

Advertisements
 

Schlagwörter: , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: