RSS

Meine Probleme mit Pseudo-Liebesromanen*

freestocks-org-206394In den sozialen Netwerken und auf vielen Bücherblogs entbrannte (mal wieder) die Diskussion um die Problematik von gewissen Darstellungen pseudo-romantischer Liebe, v.a. in den Genres New Adult, Young Adult und Jugendbuch. Im Grunde wird der Markt seit dem gigantischen Erfolg von Twilight mit Büchern überschwemmt, in denen das einzige Ziel der Protagonistin zu sein scheint, den Typen, in den sie – warum auch immer!? – verknallt ist, an sich zu binden. Und dazu scheint jedes Mittel recht zu sein.

Gut, das klingt jetzt, als wäre unsere Protagonistin der aktive Part in dieser Geschichte … Verzeihung, das lag nicht in meiner Absicht. Dieser neue Literaturtrend scheint dahin zu gehen, dass sich die Hauptfigur ihrem Love Interest unterordnet, seine Bedürfnisse über die eigenen stellt und sich überhaupt alles nur noch um ihn dreht. Falls sie sich damit nicht einverstanden erklären sollte, setzt er sich einfach über ihren Willen hinweg und nimmt sich notfalls mit Gewalt, wonach ihm gerade der Sinn steht. (Die Wahl der Personalpronomen ist hier übrigens kein Zufall.)

Klingt nach Nischenliteratur für Leute mit Unterwerfungsfantasien? Leider nicht. Bücher dieser Art schaffen es regelmäßig in die Bestsellerlisten. Man denke nur an das schon erwähnte „Twilight“, an „50 Shades of Grey“, an „Trinity“ oder an die neueste Erscheinung „Paper Princess“. Von einer riesigen Fancommunity gehyped, erfreuen sich diese Art von Literatur immer größerer Beliebtheit – und ich frage mich, warum.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich will niemanden für seinen Literaturgeschmack kritisierien – wem’s gefällt, bitteschön. Aber auch Kritik sollte – und muss! – bei diesem Thema erlaubt sein. Es geht nämlich nicht nur um Unterhaltung, auch nicht ausschließlich um ein vollkommen antiquiertes Frauenbild, das hier bedient wird. Mir geht es v.a. um die ungesunde Art von Beziehung und Liebe, die von den Autorinnen, Verlagen und begeisterten Leserinnen anscheinend als selbstverständlich hingenommen wird.

  • Verharmlosung von häuslicher Gewalt: Sie ist okay, wenn sie vom Richtigen ausgeht.

    „Bestimmt hinterlässt er dort einen blauen Fleck. Ich  hoffe es fast. So etwas denke ich zum ersten Mal. An mir hat ein Mann schon zu viele blauen Flecken hinterlassen.“
    (aus: „Trinity – Verzehrende Leidenschaft“ von Audrey Carlan, S. 57).

    Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Protagonistin hat schon eine Beziehung hinter sich, in der sie Gewalt erfahren musste, fand das alles ganz schrecklich und arbeitet mittlerweile in der Hilforganisation, an die sie sich damals auch gewandt hat. Und nun? Der nächste Mann, die nächste Gewaltausübung, aber bei dem ist es okay (sie sehnt sie sogar herbei), weil er ja so attraktiv ist? Nice. Hätte interessant werden können, wenn die Autorin dieses Verhalten psychologisch aufgearbeitet hätte. Hat sie aber nicht.

  • Verharmlosung von sexuellem Missbrauch: Stell dich nicht so an!

    »Bei sexueller Belästigung geht es ja nicht zwangsläufig um Sex. Es geht um Macht. das würde ich den beiden gerne sagen, merke aber, dass meine Sorge unnötig war. Sie müssen mir nicht wehtun, weil sie ohnehin schon Macht über mich haben. Das hier sollte mich einfach einschüchtern.« (aus: „Paper Princes“ von Erin Watt, S. 97).

    Solche Passagen finden sich auch in dem ein oder anderen Thriller – mit einem gravierenden Unterschied: Meistens hat ein Opfer sexueller Belästigung solche Gedanken dem oder den Täter(n) gegenüber. Hier jedoch werden die Täter nicht als solche dargestellt, denn schließlich ist einer von ihnen der Love Interest unserer Protagonistin. Auch wenn er (und sein Bruder) die Protagonistin mit expliziten Worte und Gesten bedrängen (natürlich nur aus Spaß!), auch wenn sie selbst sagt: »Ich kann kaum atmen. Ich habe tatsächlich Angst …« (aus: s.o.), wird dieses Verhalten nicht moralisch eingeordnet, sondern ist ein paar Seiten später schon wieder vergessen, schließlich verliebt sie sich ja in ihn. Alles kein Problem, nicht wahr?Auch sehr beliebt: Sie hat gerade keine Lust auf Sex? Sowas gibt’s? Ach was, eine einzige Berührung ihres „Traumprinzen“ und das Hirn unserer Protagonistin verwandelt sich in Brei, die Beine in Wackelpudding und schon kann’s losgehen. In „Trinity – Verzehrende Leidenschaft“ wird die Protagonistin auf der Straße überfallen und bedrängt und von ihrem Love Interest gerettet, der sogleich im Auto seine „Belohnung“ einfordert …

    Die Darstellung von Frauen als jederzeit willige Lustobjekte (und wenn sie „Nein“ sagen, meinen sie doch eigentlich „Ja“ …) ist äußerst grenzwertig. Wie wäre es denn mit Protagonistinnen, bei denen nicht sofort alles aussetzt, nur weil ihr Love Interest gerade sein T-Shirt auszieht? Umso bemerkenswerter, dass die meisten Autoren und Leser dieser Genres weiblich sind.

  • Verharmlosung von Stalking und Besitzansprüchen: Soooo romantisch!

    Schon bei „Twilight“ drang Vampir Edward uneingeladen in Bellas Schlafzimmer ein, um sie beim Schlafen zu beobachten. Dieses Motiv zieht sich durch alle genannten Bücher. Der männliche Love Interest überwacht, verfolgt, kontrolliert, liest private Nachrichten und setzt sich über sämtliche Grenzen hinweg, weil er die Protagonistin ja soooo sehr liebt. Wenn das nicht romantisch ist, weiß ich auch nicht.Dass wahre Liebe Freiheiten braucht, jeder Partner das Recht auf Freiräume, eine eigene Persönlichkeitsentwicklung und auch auf kleine Geheimnisse hat, suchen wir hier vergeblich. Es passt nicht ins Konzept dieser Pseudo-Liebesromane, in denen einer der Partner sich bedingungslos unterordnet, ja, tlw. sogar in den Besitz des anderen übergeht:

    • »Du gehörst mir, Anastasia. […] Und ich beschütze das, was mir gehört.« (aus: „50 Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ von E.L. James).
    • »Du gehörst mir, verstanden!« (aus: „Trinity – Verzehrende Leidenschaft“ von Audrey Carlan, S. 358).
    • Völlig absurdes Männer- und Frauenbild: Von Mäuschen und Machos

      Es ist nicht nur die schon genannte Darstellung der Frauen in diesen Büchern, die ich als problematisch einstufe, sondern auch die der Männer. Sie werden als – Verzeihung – schwanzgesteuerte – Sexgötter dargestellt, (natürlich alle Millionär/Milliardär, zumindest aber wohlhabend), die sich alles herausnehmen und erlauben können, ihre Machoqualitäten auf jeder Seite herausstellen und generell ein ausgemachtes Arschlochverhalten an den Tag legen. Ich kann den Reiz, den ein „Bad Boy“ ausüben mag, durchaus nachvollziehen. Bad Boy bedeutet aber nicht Arschloch. Jemand der sich über gewisse Regeln hinwegsetzt, vielleicht das ein oder andere Gesetz übertritt,  und auch sonst eher eine raue Schale hat, kann seine Freundin doch trotzdem gut (normal!) behandeln? Das in diesen Romanen dargestellte Männerbild zeigt letzten Endes keine tollen Typen, sondern schlichtweg Angsthasen und Feiglinge, die ihre Freundin zu ihrem Eigentum deklarieren und auf Schritt und Tritt überwachen müssen. Kein selbstbewusster Mann hat ein solches Verhalten nötig. (Eine treffende Analyse von Christian Greys Charakter aus „50 Shades of Grey“ findet sich hier.)

      Ich möchte von lebensechten Figuren mit Ecken und Kanten, mit Leidenschaften, Fehlern, Problemen und Interessen lesen – und nicht von Stereotypen. Weder von Machos noch von irgendwelchen duckmäuserischen Mädels, die alles mit sich machen lassen, weil sie ja ach-so-verliebt sind und ihr Traumprinz so wahnsinnig süß und sexy ist.

    • Als Kulturschaffende haben wir Autoren und Verlage auch eine Verantwortung. Natürlich gibt es die künstlerische Freiheit und ich mag niemandem vorschreiben, was er zu schreiben, zu verlegen oder zu lesen hat. Die genannten Bücher haben eine große Fangemeinde, die zahlreichen positiven Rezensionen zu all diesen Werken sprechen für sich.

      Ich will diese Bücher weder verdammen noch gar auf den Index setzen o.ä. Ich wünsche mir lediglich, dass wir uns als Autoren, als Lektoren und als Leser Gedanken machen und sie nicht einfach als „seichte Unterhaltung“ abtun. Das sind sie nämlich nicht. Außerdem wünsche ich mir einen sensibleren Umgang mit diesen Themen. Natürlich soll, darf und muss über Missbrauch in Beziehungen geschrieben werden. Aber doch bitte nicht unter dem Deckmäntelchen der großen romantischen Liebe.

      ~~~
      *Achtung: Dieser Artikel kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

      Foto by Freestocks.org
      https://unsplash.com/photos/-1aE4Kpy-Qc

       
9 Kommentare

Verfasst von - April 26, 2017 in Bücher

 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Welttag des Buches: #5Books

aga-putra-125108Hallo ihr Lieben,

ich wünsche euch allen einen schönen Welttag des Buches! Mein Autorenverein, die BartBroAuthors (die ich euch schändlicherweise noch immer nicht vorgestellt habe – wird nachgeholt, sobald die Webseite fertig ist!), hat zu einer schönen Aktion aufgerufen: Unter dem Hashtag #5Books könnt ihr uns in den sozialen Netzwerken heute eure fünf absoluten Lieblingsbücher vorstellen – natürlich auch gerne als Kommentar oder Blogartikel etc.

„Waaaas? Nur fünf Bücher? Wie soll ich mich denn da entscheiden?“ – Jaaaa, gute Frage. Keine Ahnung! Mir ist es auch ausgesprochen schwer gefallen. Hier aber nun trotzdem meine Top #5Books:

 

  1. Walter Moers – Die Stadt der träumenden BücherDer junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher … Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Nur wer bereit ist, derartige Risiken in Kauf zu nehmen, möge dem Autor folgen. Allen anderen wünschen wir ein gesundes, aber todlangweiliges Leben!

    Sprachgewaltig, spannend & voller skurriler Figuren & Ideen. Ein Muss für Buch- und Phantastikliebhaber!

  2. Anthony Horowitz – Das Geheimnis des weißen BandesAm Abend eines ungewöhnlich kalten Novembertages im Jahr 1890 betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes‘ Wohnung in der Londoner Baker Street 221b. Er wird von einem mysteriösen Mann verfolgt, in dem er den einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande erkennt, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Ist der Mann ihm über den Atlantik gefolgt, um sich zu rächen? Als Holmes und Watson den Spuren des Gangsters folgen, stoßen sie auf eine Verschwörung, die sie in Konflikt mit hochstehenden Persönlichkeiten bringen wird ? und den berühmten Detektiv ins Gefängnis, verdächtigt des Mordes. Zunächst gibt es nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk eines ermordeten Straßenjungen …

    Hochspannender Sherlock-Holmes-Roman, der den Geschichten von Conan Doyle in nichts nachsteht. Unbedingt lesen!

  3. Frances Hodgson Burnett – Der geheime GartenNach dem Tod ihrer Mutter kommt Mary nach England auf das Schloss ihres sonderbaren Onkels. Die geheimnisvollen Umstände, die das verwöhnte Mädchen dort antrifft, krempeln sie völlig um. Heimlich findet sie Zugang zu dem hinter hohen Efeumauern verborgenen Lieblingsgarten ihrer verstorbenen Tante und baut sich dort eine eigene Welt auf. Als sie eines Nachts ihren zehnjährigen Vetter in einem der hundert Zimmer des düsteren Hauses schreien hört, fasst Mary einen wichtigen Entschluss …

    Dieses Buch hat mich lese- und schreibtechnisch stark geprägt. Ein altes Herrenhaus, verborgene Gänge und eine wunderbare Freundschaft – besser geht’s nicht.

  4. Diane Setterfield – Die dreizehnte GeschichteSie gilt als Englands beliebteste Schriftstellerin, und doch weiß keiner, wer Vida Winter wirklich ist. Ihr ganzes Leben lang hat sie Stillschweigen darüber bewahrt, was damals, in jener Nacht vor rund sechzig Jahren, wirklich geschah, als der Familiensitz der Angelfields bis auf die Grundmauern niederbrannte. Nun, dem Tode nah, erleichtert Vida Winter erstmals ihr Gewissen und gesteht die schockierende Wahrheit über sich und ihre Zwillingsschwester.

    Ein richtig spannender Schmöker – perfekt für einen gemütlichen Leseabend auf der Couch mit einer Tasse Tee oder einem Glas Wein.

  5. Alan Bradley – Flavia de Luce: Mord im GurkenbeetDie junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht das Opfer eines Giftmordes in ihrem Gurkenbeet entdeckt! Da jeder ihren Vater, den sanftmütigen Colonel de Luce, für den Mörder zu halten scheint, nimmt die naseweise Flavia persönlich die Ermittlungen auf. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur – bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia schließlich, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist …

    Selten merkt man einem Autor den Spaß am Schreiben so sehr an wie Alan Bradley bei seiner Reihe um die junge, chemiebegeisterte Detektivin Flavia de Luce. Eine Rückkehr nach Bishop’s Lacey fühlt sich jedes Mal an, als würde man nach Hause kommen.

Vielleicht habt ihr aus dieser Liste meinen Hang zu Schauerromanen herausgelesen?  Außerdem scheine ich eine Neigung zu düsteren Herrenhäusern zu besitzen … Nun ja, jedem das Seine. 😉

Nennt ihr mir auch eure fünf Lieblingsbücher?
Z.B. auf Twitter & Instagram unter dem Hashtag #5Books.

~~~
Foto by Aga Putra
https://unsplash.com/photos/P_p4NGz5Cb4

 

 
2 Kommentare

Verfasst von - April 23, 2017 in Bücher, Welttag des Buches

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , ,

Die DNA-Reise

Eines der für mich emotionalsten und wichtigsten Videos, die ich bisher im Netz gesehen habe. Anschauen lohnt sich. Sehr.

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - Februar 2, 2017 in Begegnungen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , ,

Let’s get 2017 started!

Hallo ihr Lieben,

der letzte Beitrag ist nun schon wieder über zwei Monate her und das neue Jahr auch bereits eine Woche alt.Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht. Ich hoffe, ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit und seid gut nach 2017 gerutscht.

Für einen Jahresrückblick und Neujahrvorsätze ist es fast schon ein wenig spät, dennoch möchte ich ein den ersten Blogpost in diesem Jahr nicht ohne ein paar Worte dazu beginnen.

Rückblick

brooklyn-bridge2016 war ein ereignisreiches Jahr. Es hatte für mich leider denkbar schlecht mit dem plötzlichen Tod eines geliebten Menschen begonnen, was mich erst einmal ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Nachdem ich mich wieder gefangen hatte, habe ich mich in die Arbeit gestürzt und konnte Ende Juli meinen Erstling Ersticktes Matt nach fünf arbeitsreichen Jahren veröffentlichen. Der Titel war am Veröffentlichungstag auf Platz 5 der deutschen Twittertrends und ein Amazon-Bestseller in der Kategorie Steampunk. Mittlerweile hat das Buch 30 sehr gute Rezensionen. Allen meinen Followern möchte ich an dieser Stelle noch einmal danken! Ihr habt meine erste Veröffentlichung zu einer wahren Party und damit für mich unvergesslich gemacht! DANKE!

Viel gereist bin ich auch, war in Andalusien, Irland und in New York und durfte von diesen Reisen reichlich Inspiration mitbringen. Ein weiteres Highlight war natürlich die Frankfurter Buchmesse im Oktober, auf der ich viele wunderbare Menschen wieder oder zum ersten Mal treffen durfte.

nanowrimo_2016_webbadge_winnerIm November habe ich wie üblich am NaNoWriMo teilgenommen und die 50.000 Wörter auch dieses Jahr knapp geschafft. Mein Roman „Krähenherz“, ein Prequel zu „Ersticktes Matt“ aus der Perspektive von Detective Madeline Vezér, wird 2017 erscheinen. Es macht viel Spaß diese Story zu schreiben. Vor allem die erste Begegnung zwischen Madeline und Lafayette war höchst amüsant. Ich hoffe, dass ihr beim Lesen genauso viel Freude haben werdet, wie ich beim Schreiben. Wenn ihr Lust habt, euch einen ersten Eindruck von der Story zu verschaffen, dann seid ihr herzlich eingeladen, euch meine Inspirationspinnwand auf Pinterest anzuschauen. Der erste Satz von „Krähenherz“ lautet übrigens:

Der Leichnam trieb bäuchlings im Wasser.

Und was bringt 2017?

Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, mein Leben neu zu organisieren. Ich muss definitiv lernen, mehr für mich zu tun und mich zu entspannen. Ich habe mich endlich wieder im Fitnessstudio angemeldet (Ich schreibe den Beitrag gerade übrigens mit dem einzigen Körperteil, die nicht schmerzen: meinen Fingern) und bin hochmotiviert den Sport und Entspannung fest in meinen Alltag zu integrieren und generell achtsamer zu leben. Dafür habe ich mir extra einen besonderen Kalender bestellt, den Ein guter Plan. Ich bin gespannt, wie es mir gelingt, meine Ziele für dieses Jahr umzusetzen.

Ein letzter Vorsatz noch: Ich möchte wieder mehr lesen. Beruflich mache ich das zwar jeden Tag über mehrere Stunden, aber privat und zu Unterhaltungszwecken bin ich im letzten Jahr kaum dazu gekommen, habe gerademal 17 Bücher gelesen, was für meine Verhältnisse wirklich wenig ist (mein sonstiger Jahresdurchschnitt lag bei 60).

Auch wenn sich das jetzt irgendwie viel anhört, lässt es sich eigentlich auf einen einzigen Vorsatz runterbrechen: Mehr von dem machen, was mir Spaß macht und mir guttut. Das ist es letzten Endes.

Ich freue mich auf ein weiteres Jahr mit euch!
Alles Liebe
eure Nina

 
2 Kommentare

Verfasst von - Januar 7, 2017 in Persönliches

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,

[Rezension] Nina C. Hasse – Ersticktes Matt

Hallo miteinander,
ich melde mich kurz aus meiner nanoistischen Versenkung (NaNoWriMo – 50.000 Wörter in einem Monat – viel zu wenig Zeit), um diese schöne Rezension von „Ersticktes Matt“ mit euch zu teilen, die heute bei den SPPerlen erschienen ist.
Danke nochmal an Florian Eckert für die lieben Worte. Das geht runter wie Öl und der nächste Roman schreibt sich gleich viel leichter. 😉

SPPerlen

Bibliografische Angaben

Autor/In Nina C. Hasse
Titel Ersticktes Matt
Verlag Selfpublisher | CreateSpace
Format Taschenbuch
Seitenzahl 440 Seiten
Erscheinungsdatum 26. Juli 2016
Altersempfehlung (eigene Einschätzung) ab 12 Jahren
Genre Kriminalroman, Steampunk
Schlagwörter Floodlands, New York, Steampunk, Krimi
Leseprobe Link zu Amazon

Klappentext

Ein Viertel ohne Hoffnung.
Ein Mörder ohne Skrupel.

New York, 1893.

In den Floodlands, einem Elendsviertel mitten im East River, verfolgt die Polizei ein Gespenst. An jedem Tatort eine weibliche Leiche, eine Schachfigur in der Hand. Das Spiel eines Wahnsinnigen?

Für Remy Lafayette, Gesichtsanalytiker und Berater beim New York Floodlands Police Department, wird die Jagd zu einer Reise in die eigene Vergangenheit, als seine ehemalige Verlobte in den Sog der Ereignisse gerät.

Der erste Satz

„Die Frau sah aus wie eine Wachsfigur.“

Zur Geschichte selbst

„Ersticktes Matt“ trumpft mit einem einzigartigen Genremix auf. Gekonnt vermischt Nina Hasse einen Kriminalroman mit einem Steampunk-Setting.

Die Welt hat sich gewandelt und im…

Ursprünglichen Post anzeigen 420 weitere Wörter

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - November 17, 2016 in Schreiben

 

Schöne Scheiße: Diagnose Brustkrebs – 2 Jahre danach

Obwohl mein Gedächtnis in den meisten Belangen durchlässig ist wie ein Sieb, erinnere ich mich an diesen Tag vor zwei Jahren, als wäre es erst gestern gewesen. Ich erinnere mich an die Sorglosigkeit, mit der ich in die Befundbesprechung gegangen bin („Was soll das schon sein? Brustkrebs – Quatsch!“), an die Betroffenheit der Ärztin und an meinen Schock, als das Unerwartete eintrat. Ich erinnere mich an das Gefühlschaos, in das mich die Diagnose stürzte und an all die Schreckenswörter, die fielen – OP, Chemotherapie, Bestrahlung, Antihormontherapie …). Das konnte doch nicht plötzlich ein Teil meines Lebens sein?

Heute, auf den Tag genau zwei Jahre später, denke ich nur noch selten an dieses Gespräch und an das, was folgte. Meine tägliche Tablette nehme ich ganz selbstverständlich, die Narben der OP sehe ich kaum noch.

Ich kann mich wirklich glücklich schätzen, wie verhältnismäßig leicht ich durch die Behandlung kam. Eine Chemotherapie blieb mir erspart, zwei Tage nach der OP war ich wieder auf den Beinen und die tägliche Bestrahlung über einen Zeitraum von 6 Wochen war eher lästig als schlimm. Die Antihormontherapie ist nicht toll, aber welche Tabletteneinnahme ist das schon?

Ich weiß, dass ich verdammtes Glück hatte (mit der Art des Tumors und der frühzeitigen Erkennung) und immer noch habe, denn bisher – toi, toi, toi – kam nichts zurück. Ich weiß aber auch, das andere nicht so viel Glück haben. Viele Frauen, die ich durch die Krankheit kennengelernt habe, haben den Kampf verloren oder kämpfen ihn noch immer.

Nach der Diagnose ist in der Tat plötzlich jeder Tag ein Kampf, nicht immer nur gegen den Krebs, sondern auch gegen die Wut, die Traurigkeit, den Gedanken „Warum ich?“. Ich war zum Glück nie der Typ Mensch, der mit seinem Schicksal hadert, ich kann Dinge – egal, wie ätzend sie sein mögen – ganz gut annehmen und das tun, was getan werden muss. Trotzdem ist schwer, sich die Lebensfreude zu bewahren und die Angst über das „Was, wenn…“ nicht  die Oberhand gewinnen zu lassen. Das gelingt wohl jedem Betroffenen mal besser, mal schlechter.

Nach der Diagnose ist aber auch jeder Tag ein Geschenk. Zwangsweise muss man sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinandersetzen und begreift plötzlich, dass es die kleinen Dinge sind, die das Leben lebenswert machen. Und ich habe begriffen, dass ich allein für mein Leben verantwortlich bin. Ich habe mich selbstständig gemacht, mein erstes Buch endlich(!) veröffentlicht und reise genauso viel wie vor der Diagnose.

Was mir persönlich nach wie vor schwerfällt, ist Entspannung. Früher war das leichter, ich habe ein Buch aufgeschlagen, bin für einige Stunden in eine andere Welt abgetaucht und wenn ich wieder ins reale Leben zurückkehrte, fühlte ich mich erholt. Heute ist das nicht mehr so einfach, was aber vor allem daran liegt, dass ich schon beruflich viele Stunden am Tag lese und Texte bearbeite. Lesen macht mir immer noch viel Freude, aber der erholsame Effekt ist kaum mehr vorhanden – Berufskrankheit. Autoren und insbesondere Lektoren lesen anders.

Ich weiß aber, wie wichtig Entspannung ist, um seine Energiereserven wieder aufzutanken. Das wird wohl mein Neujahrvorsatz für 2017: bewusst entspannen (lernen).

Ich wünsche allen Betroffenen die Kraft, durchzuhalten. Und allen Angehörigen und Freunden die Geduld, mit uns umzugehen. Denn was eine solche Diagnose immer mit sich bringt: Wir funktionieren nicht mehr wie zuvor. Es ist nicht möglich, mit einer solchen Erkrankung konfrontiert zu werden und sich nicht zu verändern. Aber Veränderung beinhaltet auch immer eine Chance: auf einen liebevolleren Umgang mit sich selbst und anderen, auf die Verwirklichung der eigenen Träume und Wünsche und manchmal auch auf einen Start in ein neues Leben.

Alles Liebe
eure Nina

 
11 Kommentare

Verfasst von - Oktober 28, 2016 in Begegnungen, Schreiben

 

Schlagwörter: , ,

Ersticktes Matt im Kindle Storyteller Deal

ebookMit „Ersticktes Matt“ habe ich am Kindle Storyteller Award teilgenommen und vor einigen Wochen hatte Amazon angefragt, ob ich mit dem E-Book an einem Kindle Deal teilnehmen möchte. Ich habe lange überlegt und mit mir gerungen, weil ich grundsätzlich gegen Preisaktionen bin. Vor einigen Monaten habe ich den oben verlinkten Blogartikel geschrieben, hinter dem ich nach wie vor stehe.

Nun gehörte „Ersticktes Matt“ (laut Amazon) zu den 50 beliebtesten E-Books, die am Storyteller Award teilgenommen haben – das ist natürlich schon mal ein Kompliment. Und prominent auf der Startseite beworben zu werden, ist ein Argument, ein solches Angebot nicht auszuschlagen – und das auch noch pünktlich zur Buchmesse.

Ich bin absolut für Ehrlichkeit und kein Fan davon, Dinge unter den Tisch fallen zu lassen. Ja, ich habe zugestimmt und nun gibt es „Ersticktes Matt“ bis zum 3.11.2016 im Kindle Deal für 1,99€. Und ja, damit habe ich gegen Punkt 1 meiner fünf Gründe gegen Preisaktionen verstoßen. Ich habe beim Schreiben dieses Artikels die Kindle Deals überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt und nicht eine Sekunde habe ich daran geglaubt, dass mir mal einer angeboten werden könnte. Abgesehen von einem pushenden Effekt für das Buch (ich vermute, dass das stimmt, ich habe da keine Erfahrungswerte), interessiert mich v.a. was ein solcher Deal tatsächlich bringt, ob es sich dabei um ein Marketinginstrument handelt, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Um das herauszufinden, muss ich aber mitmachen. Ich werde daher meinen oben genannten Blogartikel editieren (gekennzeichnet) und aktualisieren. Auch ich bin lernfähig und bereit, meine Meinung zu revidieren, wenn sich die Gegebenheiten ändern.

Da dieser Blog zumeist von anderen Autoren gelesen wird, möchte ich die günstige Gelegenheit nutzen, euch an meinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Ist ein Kindle Deal empfehlenswert? Bringt er etwas – auch wenn man in einem Nischengenre schreibt? Ich bin selbst überaus gespannt und freue mich schon darauf, euch davon zu berichten.

 
4 Kommentare

Verfasst von - Oktober 25, 2016 in Autorenleben, Schreiben

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , ,