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Projekt: Minimalismus

Projekt: Minimalismus

Abseits von meinen Schreibarbeiten heißt mein großes Projekt für den Rest des Jahres: Ausmisten. Ich beschäftige mich nun schon seit mehreren Jahren mit dem Thema Achtsamkeit. Achtsamkeit und Minimalismus sind eng miteinander verbunden, so dass dies nur der nächste, logische  Schritt ist.

Ich hatte schon häufiger das Bedürfnis, den ganzen Krempel loszuwerden, der sich über die Jahre so ansammelt – interessanterweise meist in Krisensituationen, z. B. nach meiner Krebsdiagnose oder dem plötzlichen Tod meines Vaters. Lange hatte ich nicht die Energie, mich dazu aufzuraffen, doch das Thema hat mich nicht losgelassen, ist mir in Büchern, Artikel und motivierenden Bildern immer und immer wieder begegnet. Ich brauchte diese Zeit, um mir über einige Dinge klarzuwerden, zu verstehen, dass ich zwar viele Dinge habe, aber eigentlich nicht brauche. Nun gehe ich es endlich an.

Dank meiner siebenmonatigen Weltreise 2010/11 weiß ich, wie es ist, mit wenig auszukommen. Alles, was ich damals mitnahm, passte in einen 50L-Rucksack. Mittlerweile kommt mir das viel vor. Und auch die regelmäßigen vier- bis sechswöchigen Touren im VW-Bus meines Freundes haben mich gelehrt, dass ich nicht allzu viel brauche. Von Jahr zu Jahr wurde mein Gepäck immer leichter (und ich hoffe, dass ich es künftig noch weiter reduzieren kann. Es gibt fast nichts, was mich so sehr nervt, wie Schlepperei von Dingen und Klamotten), nur in der Wohnung stapelt sich noch das Zeug. Wenn ich an einen Umzug denke (nicht, dass in nächster Zeit einer anstehen würde, aber dennoch), graut mir vor der ganzen Packerei, dem Geschleppe der ganzen Kartons und Möbel. Ich will das nicht.

Nachdem ich einige motivierende Artikel gelesen hatte, habe ich einfach angefangen, und zwar mit dem Bereich der Wohnung, in dem es mir am leichtesten fällt, Dinge auszusortieren: mein Kleiderschrank. Ich habe schon seit Monaten keine neuen Klamotten mehr gekauft (außer neues Sportzeug, aber das war bitternötig). Jedenfalls hatte ich hatte morgens nach dem Aufstehen schon keine Lust mehr, meinen Schrank zu öffnen und minutenlang in das Chaos zu starren, ohne etwas zu finden. Letztendlich ziehe ich eh immer wieder die gleichen Kleidungsstücke an, bestimmt 80% meiner Klamotten waren ungenutzt.

So wundervoll ich eine Capsule Wardrobe (also einen minimalistischen Kleiderschrank) auch finde – so ganz bereit dafür fühle ich mich noch nicht. Aber das macht nichts, vielleicht irgendwann, vielleicht auch nie. Für diese erste Aufgabe hatte ich mir zwei Ziele gesetzt:

  1. Ich möchte nur noch Kleidungsstücke in meinem Schrank haben, die ich wirklich gerne anziehe.
  2. Ich möchte meine Garderobe zunächst auf maximal zehn Exemplare pro Kleidungsstück beschränken.

Gesagt, getan. Erstmal alles raus aus dem Schrank – der Schlafzimmerboden war zeitweise nicht mehr sichtbar. Ernsthaft, wer braucht so viel Zeug? Dann habe ich jedes Stück einzeln zur Hand genommen, betrachtet und überlegt: Ziehe ich es gerne an? Macht es mich glücklich? Hatte ich es im letzten Jahr überhaupt einmal an? Nur bei wenigen Kleidungsstücken fiel mir die Beantwortung dieser Frage schwer.

Letztendlich habe ich es geschafft, bei den meisten Kleidungsstücken unterhalb der zehn Teile zu bleiben – auch wenn es vielleicht ein wenig gemogelt ist, da ich zwischen „normalen“ Pullovern und dicken Strickpullis nochmal unterschieden habe. Dafür ist meine Wintergarderobe komplett aus meinem Kleiderschrank verbannt worden und befindet sich nun sicher verpackt in einem Kleidersack im Bettkasten. Noch ist ja schließlich Sommer – zumindest angeblich.

Nur bei den T-Shirts bin ich „gescheitert“, davon besitze ich nun immer noch fünfzehn Stück. Aber das ist okay, ich mag mich auch nicht zu irgendetwas zwingen. Vielleicht reduziere ich die Anzahl nochmal, vielleicht auch nicht – mal sehen.

Gestern habe ich mir dann meine Bücher vorgenommen und bin letztendlich auf knapp fünfzig aussortierte Exemplare gekommen. Ich habe nun wieder ein wenig Platz im (kleinen) Bücherregal. Mittlerweile kaufe ich mir aber eh nur noch „besondere“ Bücher als Papierexemplar, wie z. B. einige Comics oder Graphic Novels, Bildbände oder Exemplare mit besonderer Haptik, meistens eher Sachbücher, mit denen ich arbeite. Die meisten Romane lese ich auf dem Kindle, das ist praktischer. Ende August erscheint der neue Zamonien-Roman von Walter Moers, den werde ich mir dann wieder in gedruckter Form gönnen.

Wobei ich mich wirklich schwertue, sind meine (Hand-)Taschen. Auch hier habe ich das Ziel, sie auf zehn zu reduzieren, habe aber die Befürchtung, dass ich damit nicht hinkommen werde. Fragt mich nicht, wieso – ich habe keine Ahnung.

Als nächstes steht mein Schreibtisch an, den ich aber sowieso schon in regelmäßigen Abständen entrümpelt habe, von daher dürfte das einigermaßen zügig gehen. Dann das Bad – da kann ich im Grunde all das, was sich im Badezimmerschrank befindet einfach wegschmeißen. Wenn überhaut benutzte ich nur zu besonderen Anlässen noch einen Eyeliner und -shadow, eine Wimperntusche und eine Feuchtigkeitscreme. Das war’s auch schon. Worauf ich so gar keine Lust habe, ist die Küche. Ich bin überhaupt kein Küchenmensch, koche total ungern, somit ist das eigentlich eher das Reich meines Freundes. Dann noch der Schrank im Flur und die Vitrine im Wohnzimmer – und das war’s.

Ich wünsche mir eine Wohnung, die mit wenigen Handgriffen aufgeräumt ist, bei der ich nicht ständig alles hin und her schieben muss, wenn ich staubwischen, saugen oder putzen will.

Und auch digital nimmt der Minimalismus mittlerweile Gestalt an: Ich habe meine Pinterest-Boards aufgeräumt und mit einheitlichen Titelbildern versehen und hier auf dem Blog sämtliche Banner entfernt, die mir einfach zu chaotisch aussahen. Demnächst nehme ich mir mein Mailprogramm vor und bestelle alle Newsletter und Werbemails ab, die ich nicht (mehr) lese.

Von wirklichem Minimalismus bin ich immer noch weit entfernt. Mein Ziel ist es auch nicht unbedingt, irgendwann mit nur noch maximal einhundert Gegenständen oder so auszukommen. Aber ich habe das Gefühl, es ist an der Zeit, einige Dinge loszulassen, Ballast abzuwerfen, eine klare Linie in mein räumliches Umfeld zu bringen, mich möglichst nur noch mit Dingen zu umgeben, die mir etwas bedeuten oder die ein gutes Gefühl in mir auslösen. Und abgesehen davon macht es auch einfach Spaß, einen Schrank zu öffnen, in dem wirklich Ordnung und Übersichtlichkeit herrscht 😉

Habt ihr euch schon einmal mit dem Thema Minimalismus auseinandergesetzt? Entrümpelt ihr regelmäßig? Oder haltet ihr davon gar nichts?

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Beitragsbild:
Kari Shea

 
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Verfasst von - August 21, 2017 in Achtsamkeit & Minimalismus

 

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Meine Filterblase & ich

Meine Filterblase & ich

Ich liebe meine Filterblase. Ja, ich habe eine – und das ganz bewusst. Sie befindet sich sowohl auf Twitter als auch auf Instagram. Auf Facebook tendenziell eher weniger – was wohl auch mit ein Grund ist, warum ich es das Netzwerk ist, auf dem ich mich am wenigsten rumtreibe.

Ich weiß, dass es viele gute Gründe gegen eine Filterblase gibt und auch, dass häufig abfällig gesagt wird „Du in deiner Filterblase hast doch eh keine Ahnung“. Ja, das mag sein. Ich habe nicht von jedem Thema Ahnung und auch nicht zu jedem eine Meinung. Aber wenn ich online bin, dann möchte ich selbst entscheiden, welchen Themen und Personen ich meine Aufmerksamkeit schenke. Das mag man nun Selektion nennen oder „die Augen verschließen“. Aber genauso wie ich die Menschen in meinem realen Umfeld auswähle, mit denen ich meine Zeit verbringe, mache ich das auch in den sozialen Netzwerken. Ich schmeiße niemanden aus meinen Listen, der meine Meinung nicht teilt – im Gegenteil, ist doch langweilig, wenn alle gleich denken -, aber Leute, die ausfallend werden, trollen und pöbeln haben dort nichts zu suchen. Es ist meine Online-Welt, die ich mir schaffe – und wer sich nicht benehmen kann, fliegt raus. Ganz einfach.

Der Ton in den sozialen Medien hat meinem Empfinden nach in den letzten Jahren an Schärfe zugenommen. Kaum ein Artikel, unter dem sich nicht verbal geprügelt wird – auch wenn es um völlige Nichtigkeiten geht. Und jedes Mal, wenn ich solche Diskussionen lese – ja, ich gebe zu, den Fehler mache ich das ein oder andere Mal noch – fühle ich mich hinterher schlecht. Weil ich es nicht glauben kann, dass Menschen so sehr von Hass zerfressen sind, dass sie ihre häufig misanthrope Weltanschauung in die Öffentlichkeit hinausposaunen müssen. Bei nichtigen Themen schüttele ich meistens nur genervt den Kopf, bei anderen, wo es wirklich um etwas geht – Flüchtlingsthematik/Rechtsextremismus/Feminismus/LGBT/Tier- und Umweltschutz/usw. – werde ich wütend.

Meistens juckt es mich dann in den Fingern, einen (oder gleich mehrere) Kommentar(e) zu schreiben, manchmal formuliere ich und tippe und tippe – nur um dann doch wieder alles zu löschen. Nicht weil ich mich nicht angreifbar machen oder für „meine“ Themen einstehen will, sondern weil es so sinnlos ist. Wie ein Kampf gegen Windmühlen. In den Kommentarspalten der Online-Magazine oder den sozialen Netzwerken wird man niemanden überzeugen können, eine freundlichere Sicht auf die Dinge anzunehmen.

Überhaupt – andere von meiner persönlichen Meinung zu überzeugen, liegt mir fern. Ich diskutiere gerne, möchte dieses aber auf Augenhöhe tun und mich nicht anpöbeln lassen – nur weil ich eine andere Meinung habe/eine Frau bin/kein Verständnis für „besorgte Bürger“ aufbringe/usw.

Wenn mir die triste Online-Welt, in der wenige so laut sind und viele andere so still, zu sehr aufs Gemüt schlägt, ziehe ich mich in meine Filterblase zurück. Meine Filterblase, das sind all die wunderbaren Büchermenschen, die ich in den letzten Jahren auf Twitter und Instagram kennenlernen durfte. Uns alle verbindet die LIEBE zu Büchern, nicht der Hass auf irgendjemanden oder irgendetwas. Es macht unwahrscheinlich viel aus, wenn sich eine Gruppe aus heterogenen Individuen zusammenschließt, weil sie eine gemeinsame, positiv-ausgerichtete Leidenschaft haben, die sie miteinander verbindet.

Egal zu welchem Thema: Nahezu alle posten reflektiert und sachlich, man kann wunderbar diskutieren und muss nicht befürchten, beleidigt zu werden, wenn man nicht einer Meinung ist. So ein Austausch ist tatsächlich möglich! In meiner Liste herrscht ein weltoffener und menschenfreundlicher Tenor. Hier wird sich ausnahmslos über die „Ehe für alle“ gefreut, ein weiblicher Doctor in „Doctor Who“ ist keine große Sache und niemand urteilt vorschnell bei aktuellen Ereignissen, sondern wartet die Faktenlage ab.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich spreche nicht von Friede-Freude-Eierkuchen oder einer Rosa-Zuckerwatte-Welt. Wir wissen alle, dass wir nicht in einer solchen Welt leben. Häufig werden auch weniger schöne Erlebnisse geteilt, oft geht es politisch zu und auch schwere Krankheiten sind kein Tabu. Depressionen z. B. sind ein immer wieder aufgegriffenes Thema. Und das ist auch gut so. Wir können mit unangenehmen Themen umgehen. Aber es wird nicht mit Wut, Zorn oder gar Hass darauf reagiert, sondern ehrlich und respektvoll miteinander umgegangen, manchmal mit einer Prise Ironie oder Sarksamus.

Es macht mich stolz, Teil einer tollen Community zu sein, die immer ein offenes Ohr für andere und ihre Probleme hat. Und dann werde ich wieder nachdenklich: Wenn ich mir ohne großen Aufwand eine Filterblase geschaffen habe, die im Großen und Ganzen so harmonisch ist, wie sehen dann die Filterblasen von jenen Menschen aus, die durchs Internet trollen, andere beleidigen und überall ihre Negativität verbreiten? Ich stelle sie mir nicht als einen schönen Ort vor und möchte mich dort nicht aufhalten.

Ich glaube, dass Filterblasen eine enorme Macht über uns und unser Leben haben. Sie formen uns – ob wir das wollen oder nicht. Eine Filterblase, die sich auf das Positive in dieser Welt konzentriert, nehme ich anders wahr als eine, in der es ständig um Hass gegen Andersdenkende/Andersfarbige/Andersliebende/usw. geht. Ich merke es ja an mir selbst: Zehn Minuten in den Kommentarspalten eines Online-Magazins und plötzlich habe ich das Gefühl, die ganze Welt wäre schlecht und große Teile Menschheit ein Haufen verkommener Subjekte, mit denen ich nichts, aber auch wirklich gar nichts zu tun haben möchte. Wenn so mein gesamtes Online-Leben aussähe – lieber Gott, ich will gar nicht darüber nachdenken.

Von daher sehe ich meine Filterblase nicht als ein Problem an – im Gegenteil. Viele dieser Menschen sind mir sehr ans Herz gewachsen, viele kenne ich mittlerweile persönlich. Ich hoffe, dass viele andere diese positiven Erfahrungen ebenfalls machen dürfen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich liebe meine Filterblase. Wenn ich mich nicht dorthin zurückziehen könnte und immer wieder feststellen würde, dass es so viele wunderbare Menschen gibt, die ich ohne die Liebe zu den Büchern gar nicht kennengelernt hätte, wäre mein Leben um einiges ärmer.

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Beitragsbild
Gaelle Marcel

 
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Verfasst von - August 18, 2017 in Begegnungen

 

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Sketchnotes für Autoren

Sketchnotes für Autoren

Ich hatte vor ein paar Tagen ein Bild auf Twitter gepostet, auf dem ich mit Sketchnotes plotte. Auf den Beitrag folgten mehrere Reaktionen mit Nachfragen, wie sowas überhaupt geht, so dass ich versprochen habe, einen Artikel zu dem Thema zu schreiben. So, here we go:

Was sind eigentlich Sketchnotes?

Die Bezeichnung ›Sketchnotes‹ stammt von Mike Rohe und setzt sich aus den Wörtern Sketch (zu Deutsch: Skizze) und Note (Notiz) zusammen. Skizzierte bzw. visuelle Notizen also. (Mehr dazu in meiner Rezension zu Mike Rohdes ›Sketchnote Handbuch‹.) Diese können für jeden erdenklichen Zweck genutzt werden: Einkaufszettel, Vortragsnotizen, Brainstorming, Recherchezusammenfassung und eben auch fürs Plotten – ganz unabhängig davon, welche Plotmethode ihr nutzt. Ihr könnt die Drei-Akt-Struktur, das Sieben- oder Acht-Punkte-System oder auch die Heldenreise grafisch darstellen und habt den Vorteil, dass ihr euren Plot auf einen Blick einsehen könnt und euch nicht durch seitenlange Notizen wühlen müsst.

Von der Prämisse bis hin zur Entwicklung der Figuren innerhalb der Handlung, sämtliche Subplots und Themen, wichtige Orte oder Gegenstände – eurer Fantasie und eurer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Ihr müsst dafür auch nicht zeichnen können! Niemand verlangt von euch ein Kunstwerk, das der Öffentlichkeit präsentiert werden soll – ganz im Gegenteil. Hauptsache, ihr erkennt das Symbol, das ihr gewählt habt, und wofür es steht.

Material

Welches Papier und welche Stifte ihr bevorzugt, hängt natürlich ebenfalls ganz persönlich von euch ab. Ich nutze einen A4-Zeichenblock aus dem Künstlerbedarf mit dickem Papier. Bei kleineren Formaten habe ich Schwierigkeiten, möglichst alles auf eine Seite zu bekommen. Bei den Stiften schwöre ich auf die PITT Artist Pens von Faber-Castell B. Meistens nutze ich drei Farben: einen schwarzen Stift in F zum Schreiben und Konturenzeichnen, einen pink-roten in B für Hervorhebungen und einen grauen, ebenfalls in Stärke B, für Schattierungen.

Wer Wert darauf legt, seine Sketchnotes nicht nur analog, sondern auch digital zu sichern, kann auf mehrere Wege zurückgreifen: Natürlich kann man sie ganz simpel abfotografieren, so wie ich es für diesen Artikel gemacht habe. Es gibt auch Scanner-Apps, z.B. CamScanner (mit dieser ist auch das PDF weiter unten erstellt), die ganz ordentliche Qualität liefern. Vor einiger Zeit hat Leuchtturm1917 mit der ›Whiteline Link‹-Reihe ein Notizbuch extra zur Digitalisierung handschriftlicher Notizen herausgebracht. Ich selber habe damit noch keine Erfahrung gemacht, habe aber bislang ausschließlich Gutes darüber gehört. Probiere einfach aus, welches Material dir am meisten zusagt. Doch nicht nur beim Material auch in der Ausführung hat jeder seinen eigenen Vorlieben und seinen eigenen Stil.

Kombination aus Text und Bild

Recherche • Modern New York_1

Bild 2 – Modern New York

Ich gebe es zu: Meine Sketchnotes sind SEHR textlastig, ich nutze nur wenige grafische Elemente, meistens eher Rahmen und Pfeile. Das mag zum einen eine Autorenkrankheit sein, nicht wirklich auf Text verzichten zu wollen, zum anderen ist es aber so, dass diese Art und Weise für mich am besten funktioniert. Das ist ja gerade das Schöne an Sketchnotes: Regeln, an die man sich halten muss, gibt es nicht. Manche fertigen großartige Sketchnotes-Kunstwerke an, die fast ausschließlich aus Zeichnungen bestehen, andere setzen eher auf wenige grafische Hervorhebungen. Beides und jede erdenkliche Mischform daraus ist völlig okay. Gut ist das, was für dich funktioniert. Niemand anders muss es toll finden, niemand anders muss es überhaupt je zu sehen bekommen.

Meine Rechercheergebnisse – zumindest die für die Story relevanten – stelle ich mit Sketchnotes dar. Ich habe mich an einer überwiegend Darstellungsweise probiert (–> siehe Bild 2 ›Modern New York‹), muss aber sagen, dass ich anhand dieser Skizzen nicht das Wissen reproduzieren kann, dass ich kurz nach der Aufzeichnung im Kopf hatte. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, mehr Text zu integrieren (–> siehe Bild 3 ›Wendigo‹) und Informationen so knapp und gebündelt wie möglich dort zu notieren.

Recherche • Wendigo_1

Bild 3 – Wendigo

Plotten mit Sketchnotes

Durch die grafische Darstellungen könnt ihr Verbindungen, Folgerungen, Konsequenzen der Handlungen von Figuren, Spannungsbogen, Entwicklungen und Figurenkonstellationen sehr viel schneller aufzeichnen und immer wieder abrufen als wenn ihr das alles in einem Fließtext notiert. Das ist v. a. dann hilfreich, wenn ihr längere Zeit nicht am Text schreiben könntet und euch schnell wieder einarbeiten wollt. Ich mache meistens eine Seite als Überblick über die wichtigsten Themen, Figuren und (Sub-)Plots des Romans (–> siehe Bild 4/PDF). Weiterhin folgt eine Seite mit den Konstellationen, Verbindungen und Zielen der einzelnen Figuren und diverse Seiten mit Recherche. In meine Sketchnotes packe ich nur Dinge, die (während der Planungsphase) feststehen. Ideen sammle ich andernorts, entweder im Notizbuch zum aktuellen Projekt oder auch mithilde von Mindmaps oder Bainstorming. Ich möchte, dass meine Sketchnotes eine Art roter Faden oder Wegweiser durch die Geschichte sind, auf den ich immer wieder zurückkommen kann, wenn ich mich beim Schreiben verirrt habe. Eine Ideensammlung mithilfe von Sketchnotes ist aber natürlich ebenfalls möglich.

Ich würde euch wahnsinnig gerne meine Sketchnotes zum 2. Teil der Floodlands-Reihe zeigen, allerdings sind diese ein einziger Spoiler, weil ich den Plot dort wirklich aufs Minimum runterbreche und Mörder, Motiv und Symbolik eindeutig benenne. Dementsprechend habe ich eine Rohplot-Sketchnote angefertigt (–> siehe Bild 4), die ihr hier als PDF herunterladen könnt. Vielleicht ist sie dem ein oder anderen hilfreich. Als Beispiel-Plotsystem habe ich das Acht-Punkte-System aus Cathy Yardleys Buch ›Rock your Plot‹ (–> Rezension) genommen, da ich es am häufigsten nutze. Jedes andere ist natürlich ebenso gut möglich.

Plotten mit Sketchnotes_1

Bild 4 – Plotten mit Sketchnotes

Das Schöne an Sketchnotes ist für mich die Verbindung von Informationen mit grafischen Elementen. Ich bin ein sehr visueller Mensch und allein die Überlegungen, die ich anstellen musste, wie ich den Plot auf einem DinA4-Papier mithilfe grafischer Mittel darstelle, hat Verknüpfungen hergestellt, auf die ich nie gekommen wäre, wenn ich nur mit Notizen gearbeitet hätte. Innerhalb von nur zwei Stunden sind zahlreiche Puzzleteile, an denen mir ich zuvor wochenlang die Zähne ausgebissen habe, an ihren Platz gefallen. Floodlands 2 hat nun eine Prämisse, die Symbolik hat wesentlich an Tiefe gewonnen. Ich kann euch nur empfehlen: Probiert das Arbeiten mit Sketchnotes aus! Es lohnt sich.

Wie ist das bei euch? Nutzt ihr Sketchnotes auch für eure Arbeit als Autor? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Weiterführende Links zu Sketchnotes:

Bildnachweis Titelbild:
Jan Kahánek

 
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Verfasst von - August 15, 2017 in Plot

 

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Melde mich zurück! :)

Hallo ihr Lieben,

wieder war es lange still hier auf dem Blog. Irgendwie hatte ich nicht die Muße, Artikel zu schreiben, sondern habe meine Schreibzeit lieber in meine Projekte gesteckt. Nun möchte ich euch ein kurzes Update gaben, was ich in den letzten Wochen (oder Monaten! o.O) so getrieben habe:

  • IMG_20170711_165033_439Projekte: Aktuell schreibe ich an zwei Manuskripten. Einmal natürlich immer noch die Rohfassung von „Krähenherz“, was aber aktuell ehrlich gesagt nicht so ganz gut läuft, da es mir momentan eher zu liegen scheint, Sachtexte zu schreiben. Womit wir auch direkt beim zweiten WIP sind. Im Großteil meiner Schreibzeit widme ich mich einem Schreibratgeber, der die Schreibtipps enthält, die mir aus der eigenen Schreiberfahrung und meiner Arbeit als Lektorin heraus am hilfreichsten erscheinen und noch in diesem Jahr erscheinen soll. Eigentlich hatte ich mir 25.000 Wörter als Ziel gesetzt, aber diese habe ich bald erreicht – bin aber noch längst nicht durch. So viele spannenden Themen, die es umzusetzen gilt.
  • Beruflich: Im Moment überarbeite ich auch meine Lektoratsseite. Ich möchte gestaffelte Lektoratspreise anbieten, damit für jeden etwas dabei ist, vom sehr sanften Lektorat bis hin zu mehreren Durchgängen. Etwa ab Herbst möchte ich mit Online-Schreibkurse zu verschiedenen Themen beginnen. Aber das ist noch Zukunftsmusik, aktuell treffe ich die Vorbereitungen dafür.
  • Privates: Privat hat sich bei mir nicht allzu viel geändert, außer dass ich mich sehr viel mit den Themen Achtsamkeit und Minimalismus auseinandersetze. Zu dem Thema habe ich letztens die tolle Doku Minimalism gesehen, in der mehrere Leute von ihren Erfahrungen berichten. Sehr unterhaltsam und gut gemacht!
    Mein persönliches Ziel für dieses Jahr ist es auf jeden Fall, einmal die Wohnung gründlich auszumisten und wirklich nur noch die Dinge zu behalten, die ich brauche oder die mir ein gutes Gefühl verschaffen. Ich verabschiede mich immer weiter von der Konsumgesellschaft, die letzten Klamotten/Dekoartikel/Krimskrams/usw. habe ich mir vor Monaten gekauft – und ich vermisse es kein Stück. Bücher lassen wir mal außen vor – die kaufe ich immer noch viel zu gern. Aber auch da werde ich rigoros ausmisten, v..a. bei den Romanen. Die meisten Bücher lese ich sowieso nicht mehr als einmal.
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    Buchempfehlung: „Die Kunst ein kreatives Leben zu führen“ von Frank Berzbach

    Außerdem habe ich tatsächliche eine Sportart gefunden, die mir unglaublich viel Spaß macht – eigentlich sind es sogar zwei. Hätte ich ja nie für möglich gehalten, dass ich mich mal darauf freuen würde, Sport zu machen, aber es ist tatsächlich so. Ich bin seit einigen Wochen großer Fan von STRONG by Zumba, einem High Intensity Intervall Training, das mich nun einmal die Woche ordentlich ins Schwitzen bringt. Es ist super – ich liebe es, obwohl es verdammt nochmal sauanstrengend ist. Aber es macht auch wahnsinnig viel Spaß. Ansonsten gehe ich auch noch einmal die Woche zum Zumba, das ist wesentlich entspannter, macht weniger Muskelkater, dafür aber auch verdammt gute Laune.

  • Social Media: Neben meinen eigenen Social-Media-Kanälen betreue ich jeden Donnerstag den Vereinsaccount der BartBroAuthors auf Twitter. Ein eigenes Format habe ich dort ebenfalls. Unter #KrimiMitNina poste ich dort regelmäßig kriminalistische Literatur- und Schreibtipps, aber auch Funfacts und ein Krimiquiz. (Anfang August geht auch die BartBroAuthors-Webseite online. Ich durfte schon einen Blick drauf werfen: Sie ist sehr schick geworden! Ich werde sie euch hier natürlich verlinken, sobald es so weit ist.)

Das war es erstmal von mir. Ich gelobe, mich hier wieder öfter blicken zu lassen, denn ich habe wieder richtig Lust zu bloggen. Vielleicht werde ich das Konzept ein wenig umstellen und neben den Schreibratgeber-Rezensionen auch andere Artikel zum Thema Schreiben veröffentlichen. Mal sehen.

Bis dahin!
Eure Nina

 
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Verfasst von - Juli 19, 2017 in Über mich

 

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Meine Probleme mit Pseudo-Liebesromanen*

freestocks-org-206394In den sozialen Netwerken und auf vielen Bücherblogs entbrannte (mal wieder) die Diskussion um die Problematik von gewissen Darstellungen pseudo-romantischer Liebe, v.a. in den Genres New Adult, Young Adult und Jugendbuch. Im Grunde wird der Markt seit dem gigantischen Erfolg von Twilight mit Büchern überschwemmt, in denen das einzige Ziel der Protagonistin zu sein scheint, den Typen, in den sie – warum auch immer!? – verknallt ist, an sich zu binden. Und dazu scheint jedes Mittel recht zu sein.

Gut, das klingt jetzt, als wäre unsere Protagonistin der aktive Part in dieser Geschichte … Verzeihung, das lag nicht in meiner Absicht. Dieser neue Literaturtrend scheint dahin zu gehen, dass sich die Hauptfigur ihrem Love Interest unterordnet, seine Bedürfnisse über die eigenen stellt und sich überhaupt alles nur noch um ihn dreht. Falls sie sich damit nicht einverstanden erklären sollte, setzt er sich einfach über ihren Willen hinweg und nimmt sich notfalls mit Gewalt, wonach ihm gerade der Sinn steht. (Die Wahl der Personalpronomen ist hier übrigens kein Zufall.)

Klingt nach Nischenliteratur für Leute mit Unterwerfungsfantasien? Leider nicht. Bücher dieser Art schaffen es regelmäßig in die Bestsellerlisten. Man denke nur an das schon erwähnte „Twilight“, an „50 Shades of Grey“, an „Trinity“ oder an die neueste Erscheinung „Paper Princess“. Von einer riesigen Fancommunity gehyped, erfreuen sich diese Art von Literatur immer größerer Beliebtheit – und ich frage mich, warum.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich will niemanden für seinen Literaturgeschmack kritisierien – wem’s gefällt, bitteschön. Aber auch Kritik sollte – und muss! – bei diesem Thema erlaubt sein. Es geht nämlich nicht nur um Unterhaltung, auch nicht ausschließlich um ein vollkommen antiquiertes Frauenbild, das hier bedient wird. Mir geht es v.a. um die ungesunde Art von Beziehung und Liebe, die von den Autorinnen, Verlagen und begeisterten Leserinnen anscheinend als selbstverständlich hingenommen wird.

  • Verharmlosung von häuslicher Gewalt: Sie ist okay, wenn sie vom Richtigen ausgeht.

    „Bestimmt hinterlässt er dort einen blauen Fleck. Ich  hoffe es fast. So etwas denke ich zum ersten Mal. An mir hat ein Mann schon zu viele blauen Flecken hinterlassen.“
    (aus: „Trinity – Verzehrende Leidenschaft“ von Audrey Carlan, S. 57).

    Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Die Protagonistin hat schon eine Beziehung hinter sich, in der sie Gewalt erfahren musste, fand das alles ganz schrecklich und arbeitet mittlerweile in der Hilforganisation, an die sie sich damals auch gewandt hat. Und nun? Der nächste Mann, die nächste Gewaltausübung, aber bei dem ist es okay (sie sehnt sie sogar herbei), weil er ja so attraktiv ist? Nice. Hätte interessant werden können, wenn die Autorin dieses Verhalten psychologisch aufgearbeitet hätte. Hat sie aber nicht.

  • Verharmlosung von sexuellem Missbrauch: Stell dich nicht so an!

    »Bei sexueller Belästigung geht es ja nicht zwangsläufig um Sex. Es geht um Macht. das würde ich den beiden gerne sagen, merke aber, dass meine Sorge unnötig war. Sie müssen mir nicht wehtun, weil sie ohnehin schon Macht über mich haben. Das hier sollte mich einfach einschüchtern.« (aus: „Paper Princes“ von Erin Watt, S. 97).

    Solche Passagen finden sich auch in dem ein oder anderen Thriller – mit einem gravierenden Unterschied: Meistens hat ein Opfer sexueller Belästigung solche Gedanken dem oder den Täter(n) gegenüber. Hier jedoch werden die Täter nicht als solche dargestellt, denn schließlich ist einer von ihnen der Love Interest unserer Protagonistin. Auch wenn er (und sein Bruder) die Protagonistin mit expliziten Worte und Gesten bedrängen (natürlich nur aus Spaß!), auch wenn sie selbst sagt: »Ich kann kaum atmen. Ich habe tatsächlich Angst …« (aus: s.o.), wird dieses Verhalten nicht moralisch eingeordnet, sondern ist ein paar Seiten später schon wieder vergessen, schließlich verliebt sie sich ja in ihn. Alles kein Problem, nicht wahr?Auch sehr beliebt: Sie hat gerade keine Lust auf Sex? Sowas gibt’s? Ach was, eine einzige Berührung ihres „Traumprinzen“ und das Hirn unserer Protagonistin verwandelt sich in Brei, die Beine in Wackelpudding und schon kann’s losgehen. In „Trinity – Verzehrende Leidenschaft“ wird die Protagonistin auf der Straße überfallen und bedrängt und von ihrem Love Interest gerettet, der sogleich im Auto seine „Belohnung“ einfordert …

    Die Darstellung von Frauen als jederzeit willige Lustobjekte (und wenn sie „Nein“ sagen, meinen sie doch eigentlich „Ja“ …) ist äußerst grenzwertig. Wie wäre es denn mit Protagonistinnen, bei denen nicht sofort alles aussetzt, nur weil ihr Love Interest gerade sein T-Shirt auszieht? Umso bemerkenswerter, dass die meisten Autoren und Leser dieser Genres weiblich sind.

  • Verharmlosung von Stalking und Besitzansprüchen: Soooo romantisch!

    Schon bei „Twilight“ drang Vampir Edward uneingeladen in Bellas Schlafzimmer ein, um sie beim Schlafen zu beobachten. Dieses Motiv zieht sich durch alle genannten Bücher. Der männliche Love Interest überwacht, verfolgt, kontrolliert, liest private Nachrichten und setzt sich über sämtliche Grenzen hinweg, weil er die Protagonistin ja soooo sehr liebt. Wenn das nicht romantisch ist, weiß ich auch nicht.Dass wahre Liebe Freiheiten braucht, jeder Partner das Recht auf Freiräume, eine eigene Persönlichkeitsentwicklung und auch auf kleine Geheimnisse hat, suchen wir hier vergeblich. Es passt nicht ins Konzept dieser Pseudo-Liebesromane, in denen einer der Partner sich bedingungslos unterordnet, ja, tlw. sogar in den Besitz des anderen übergeht:

    • »Du gehörst mir, Anastasia. […] Und ich beschütze das, was mir gehört.« (aus: „50 Shades of Grey – Gefährliche Liebe“ von E.L. James).
    • »Du gehörst mir, verstanden!« (aus: „Trinity – Verzehrende Leidenschaft“ von Audrey Carlan, S. 358).
    • Völlig absurdes Männer- und Frauenbild: Von Mäuschen und Machos

      Es ist nicht nur die schon genannte Darstellung der Frauen in diesen Büchern, die ich als problematisch einstufe, sondern auch die der Männer. Sie werden als – Verzeihung – schwanzgesteuerte – Sexgötter dargestellt, (natürlich alle Millionär/Milliardär, zumindest aber wohlhabend), die sich alles herausnehmen und erlauben können, ihre Machoqualitäten auf jeder Seite herausstellen und generell ein ausgemachtes Arschlochverhalten an den Tag legen. Ich kann den Reiz, den ein „Bad Boy“ ausüben mag, durchaus nachvollziehen. Bad Boy bedeutet aber nicht Arschloch. Jemand der sich über gewisse Regeln hinwegsetzt, vielleicht das ein oder andere Gesetz übertritt,  und auch sonst eher eine raue Schale hat, kann seine Freundin doch trotzdem gut (normal!) behandeln? Das in diesen Romanen dargestellte Männerbild zeigt letzten Endes keine tollen Typen, sondern schlichtweg Angsthasen und Feiglinge, die ihre Freundin zu ihrem Eigentum deklarieren und auf Schritt und Tritt überwachen müssen. Kein selbstbewusster Mann hat ein solches Verhalten nötig. (Eine treffende Analyse von Christian Greys Charakter aus „50 Shades of Grey“ findet sich hier.)

      Ich möchte von lebensechten Figuren mit Ecken und Kanten, mit Leidenschaften, Fehlern, Problemen und Interessen lesen – und nicht von Stereotypen. Weder von Machos noch von irgendwelchen duckmäuserischen Mädels, die alles mit sich machen lassen, weil sie ja ach-so-verliebt sind und ihr Traumprinz so wahnsinnig süß und sexy ist.

    • Als Kulturschaffende haben wir Autoren und Verlage auch eine Verantwortung. Natürlich gibt es die künstlerische Freiheit und ich mag niemandem vorschreiben, was er zu schreiben, zu verlegen oder zu lesen hat. Die genannten Bücher haben eine große Fangemeinde, die zahlreichen positiven Rezensionen zu all diesen Werken sprechen für sich.

      Ich will diese Bücher weder verdammen noch gar auf den Index setzen o.ä. Ich wünsche mir lediglich, dass wir uns als Autoren, als Lektoren und als Leser Gedanken machen und sie nicht einfach als „seichte Unterhaltung“ abtun. Das sind sie nämlich nicht. Außerdem wünsche ich mir einen sensibleren Umgang mit diesen Themen. Natürlich soll, darf und muss über Missbrauch in Beziehungen geschrieben werden. Aber doch bitte nicht unter dem Deckmäntelchen der großen romantischen Liebe.

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      *Achtung: Dieser Artikel kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten.

      Foto by Freestocks.org
      https://unsplash.com/photos/-1aE4Kpy-Qc

       
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Verfasst von - April 26, 2017 in Bücher

 

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Welttag des Buches: #5Books

aga-putra-125108Hallo ihr Lieben,

ich wünsche euch allen einen schönen Welttag des Buches! Mein Autorenverein, die BartBroAuthors (die ich euch schändlicherweise noch immer nicht vorgestellt habe – wird nachgeholt, sobald die Webseite fertig ist!), hat zu einer schönen Aktion aufgerufen: Unter dem Hashtag #5Books könnt ihr uns in den sozialen Netzwerken heute eure fünf absoluten Lieblingsbücher vorstellen – natürlich auch gerne als Kommentar oder Blogartikel etc.

„Waaaas? Nur fünf Bücher? Wie soll ich mich denn da entscheiden?“ – Jaaaa, gute Frage. Keine Ahnung! Mir ist es auch ausgesprochen schwer gefallen. Hier aber nun trotzdem meine Top #5Books:

 

  1. Walter Moers – Die Stadt der träumenden BücherDer junge Dichter Hildegunst von Mythenmetz erbt ein makelloses Manuskript, dessen Geheimnis er ergründen möchte. Die Spur weist nach Buchhaim, der Stadt der Träumenden Bücher … Walter Moers entführt uns in das Zauberreich der Literatur, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Nur wer bereit ist, derartige Risiken in Kauf zu nehmen, möge dem Autor folgen. Allen anderen wünschen wir ein gesundes, aber todlangweiliges Leben!

    Sprachgewaltig, spannend & voller skurriler Figuren & Ideen. Ein Muss für Buch- und Phantastikliebhaber!

  2. Anthony Horowitz – Das Geheimnis des weißen BandesAm Abend eines ungewöhnlich kalten Novembertages im Jahr 1890 betritt ein elegant gekleideter Herr die Räume von Sherlock Holmes‘ Wohnung in der Londoner Baker Street 221b. Er wird von einem mysteriösen Mann verfolgt, in dem er den einzigen Überlebenden einer amerikanischen Verbrecherbande erkennt, die mit seiner Hilfe in Boston zerschlagen wurde. Ist der Mann ihm über den Atlantik gefolgt, um sich zu rächen? Als Holmes und Watson den Spuren des Gangsters folgen, stoßen sie auf eine Verschwörung, die sie in Konflikt mit hochstehenden Persönlichkeiten bringen wird ? und den berühmten Detektiv ins Gefängnis, verdächtigt des Mordes. Zunächst gibt es nur einen einzigen Hinweis: ein weißes Seidenband, befestigt am Handgelenk eines ermordeten Straßenjungen …

    Hochspannender Sherlock-Holmes-Roman, der den Geschichten von Conan Doyle in nichts nachsteht. Unbedingt lesen!

  3. Frances Hodgson Burnett – Der geheime GartenNach dem Tod ihrer Mutter kommt Mary nach England auf das Schloss ihres sonderbaren Onkels. Die geheimnisvollen Umstände, die das verwöhnte Mädchen dort antrifft, krempeln sie völlig um. Heimlich findet sie Zugang zu dem hinter hohen Efeumauern verborgenen Lieblingsgarten ihrer verstorbenen Tante und baut sich dort eine eigene Welt auf. Als sie eines Nachts ihren zehnjährigen Vetter in einem der hundert Zimmer des düsteren Hauses schreien hört, fasst Mary einen wichtigen Entschluss …

    Dieses Buch hat mich lese- und schreibtechnisch stark geprägt. Ein altes Herrenhaus, verborgene Gänge und eine wunderbare Freundschaft – besser geht’s nicht.

  4. Diane Setterfield – Die dreizehnte GeschichteSie gilt als Englands beliebteste Schriftstellerin, und doch weiß keiner, wer Vida Winter wirklich ist. Ihr ganzes Leben lang hat sie Stillschweigen darüber bewahrt, was damals, in jener Nacht vor rund sechzig Jahren, wirklich geschah, als der Familiensitz der Angelfields bis auf die Grundmauern niederbrannte. Nun, dem Tode nah, erleichtert Vida Winter erstmals ihr Gewissen und gesteht die schockierende Wahrheit über sich und ihre Zwillingsschwester.

    Ein richtig spannender Schmöker – perfekt für einen gemütlichen Leseabend auf der Couch mit einer Tasse Tee oder einem Glas Wein.

  5. Alan Bradley – Flavia de Luce: Mord im GurkenbeetDie junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht das Opfer eines Giftmordes in ihrem Gurkenbeet entdeckt! Da jeder ihren Vater, den sanftmütigen Colonel de Luce, für den Mörder zu halten scheint, nimmt die naseweise Flavia persönlich die Ermittlungen auf. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur – bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia schließlich, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist …

    Selten merkt man einem Autor den Spaß am Schreiben so sehr an wie Alan Bradley bei seiner Reihe um die junge, chemiebegeisterte Detektivin Flavia de Luce. Eine Rückkehr nach Bishop’s Lacey fühlt sich jedes Mal an, als würde man nach Hause kommen.

Vielleicht habt ihr aus dieser Liste meinen Hang zu Schauerromanen herausgelesen?  Außerdem scheine ich eine Neigung zu düsteren Herrenhäusern zu besitzen … Nun ja, jedem das Seine. 😉

Nennt ihr mir auch eure fünf Lieblingsbücher?
Z.B. auf Twitter & Instagram unter dem Hashtag #5Books.

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Foto by Aga Putra
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2 Kommentare

Verfasst von - April 23, 2017 in Bücher, Welttag des Buches

 

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Die DNA-Reise

Eines der für mich emotionalsten und wichtigsten Videos, die ich bisher im Netz gesehen habe. Anschauen lohnt sich. Sehr.

 
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Verfasst von - Februar 2, 2017 in Begegnungen

 

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